9. Etappe Jamaica - Cuba - Bahamas

Der Plan war Dienstag 09. November 2021 noch ein paar Tage in die Islas Rosario zu fahren um dann Samstag von Cartagena nach Jamaica aufzubrechen. Doch die Wettervorhersage will das wir früher aufbrechen. Im Norden von Jamaica drücken sich ein Hoch- und ein Tiefdrucksystem um die Wette. Je nach dem wer stärker ist, kann das ordentlich Wind in die karibische See bringen. So ist der neue Abfahrtstermin der Mittwoch, was uns etwas Puffer vor dem Kräftemessen der Drucksysteme gibt. Schade ist dass wir dadurch leider die SY VICTORIA nicht mehr treffen.
Mittwochmorgen, wir frühstücken noch gemütlich und machen die Molly Seeklar. Bei den bevorstehenden 482 sm braucht man keinen Stress machen. Am späten Vormittag sind wir klar und holen die Ankerkette ein. Auf den ersten Metern ist Bewuchs zu sehen und die Leine hat auch schon Muscheln angesetzt, weshalb ich hierfür gerne Handschuhe trage. Mit etwas Vibrieren unter der Motorhaube und nur wenig Schub fahren wir aus dem Ankerfeld. Normal tauche ich die Molly vor der Abfahrt immer ab, doch in dieser trüben Brühe wollte ich mir das nicht antun. In der Bucht von Bocca Grande, das Wasser ist hier schon deutlich sauberer, steige ich dann doch ins Wasser. Ca. 1,5 cm Muscheln haben sich auf Welle und Propeller angesiedelt. Mit einer Spachtel bewaffnet ging ich dem Belag zu Leibe, wonach sich die Molly ohne Vibrationen und mit normaler Fahrt wieder normal anfühlte. Inzwischen war es schon Mittag als wir die Barriere bei Bocca Granda an den zwei Tonnen überquerten. Wir hatten hier nie weniger als 4 m Wassertiefe.
Wir laufen so gut es ging Richtung Nord, auf der Suche nach dem Südwind, der sich vor der Küste einstellen sollte. Wir kreuzten mehrfach vor der Küste und arbeiteten uns langsam gen Norden nach Baraquilla, doch der Südwind hat sich gut versteckt. Jetzt drehte der Wind langsam auf NE sodass wir Kurs in die karibische See Richtung Jamaika nehmen. Um diese Ecke Kolumbiens ist immer eine Winddüse, mit Wind aus NE , die sich ca. 50 -70 sm NW erstreckt. Das haben wir bald auf unserem Windmesser gesehen. Je mehr wir nach Norden kamen desto mehr nahm der Wind zu und die Wellen wurden höhen. In der Nacht hatten wir dann 45 kn Wind und die Wellen konnten wir zum Glück nur erahnen. Mit Sonnenaufgang gingen uns auch die Augen auf. 3 m hohe Wellenberge rollten schräg von vorne auf uns zu.
Mancher fragt sich woher ich weiß das es 3 m waren. Die Welle misst man vom Wellental bis zum Wellenkamm. Von der Wasseroberfläche bis zum Süll, dem Schiffsrand, ist es ca. 1 m. Wenn ich dann oben drauf stehe und ich (1,82 m) im Wellental nicht über die Welle drüber schauen kann, ist sie auf jeden Fall höher als 2,82 m. Die letzten 18 cm runde ich großzügig auf.
Doch die Molly arbeitete sich unermüdlich seitlich die Berge empor und schießt auf der anderen Seite hinunter, wo schon der nächste Berg auf uns zu kommt. Es dauerte einige Stunden bis wir uns mit dieser Situation zurecht finden und uns wieder die Seebeine gewachsen sind. Insbesondere da wir seit Curacao nur Schwachwind- oder gar Motorsegler waren. Bald stellen wir fest, Besegelung mit 2 Reffs im Großsegel stimmt, der Kurs stimmt, lass die Molly und den Windfried das mal machen. Nach ca. 50 sm fahren wir aus dem Düsenbereich heraus und wir erreichen die Ostwindlage, der Wind nimmt etwas ab, 30 kn ENE. Auch die Wellen passen sich der Windstärke an.

20211110 30 nach Jamaika
 Am nächsten Tag sind die Wellen schon nicht mehr soo hoch

 

20211110 40 nach Jamaika
 Sonnenuntergang

 

20211110 50 nach Jamaika
 Die Molly bahnt sich den Weg durch die Wellen

 

20211110 80 nach Jamaika
 Noch ein Sonnenuntergang, wir hatten ja 5 davon

 

 

Je mehr wir in die karibische See fahren, das heißt je näher wir an Jamaika kommen desto mehr beruhigt sich alles und wir gehen in ein entspanntes Segeln über. Das sich die Lage entspannt, sehen wir im Bordalltag. Es gibt wieder Mittagessen an Deck und zu Abend wird wieder gekocht. Auch ein frisches Brot hat unser Backofen ausgespuckt. Langfahrt kann auch schön sein, da verdrängen wir die ersten eineinhalb Tage mal ganz schnell. Montagmorgen um 6:30 Uhr laufen wir in die Errol Flynn Marina, Port Antonio ein.

20211115 130 Annkunft Jamaika
 Ankunft in Jamaika



So früh will noch keiner über Funk mit uns sprechen, wir mach am Aussenkai fest und frühstücken erst einmal. So ab 9:00 Uhr kam Bewegung auf. Das Einklarieren war gut organisiert, Custom, Immigration und die Gesundheitsbehörde stand nahezu gleichzeitig vor dem Schiff. Wieder einmal tausende Formulare und immer die gleichen Informationen. Leider mussten wir trotz Impfung und 5 Tagen auf See noch einen PCR Test machen. Am Dienstag 16. November kommt morgens der Herr von Immigration zum Schiff, er hat unsere negativen Testergebniss und stempelt unsere Pässse. Kurz darauf kommt die Dame vom Gesundheitsministerium und entlässt uns mit einen Dokument aus derQuarantäne. Ein Aufwand an Formularen, es ist unvorstellbar.

20211115 140 Port Antonio Einklarieren
 Jede Menge Papierkram zum Einklarieren




20211115 150 Port Antonio Einklarieren Custom
 Die Einreisestempel im Pass, wir sind eingereist und frei zu gehen



Stempel in den Pass

Wir sind jetzt offiziell in Jamaika eingereist.

 

Jamaika:
Fläche: 10.991 m², 2,9 Mio Einwohner,
Amtssprache: Englisch,
Währung: Jamaika-Dollar (JMD) und US-Dollar (USD),
Kurs: 1000 JMD = 6,    Euro,
Zeit: UTC – 5,
Landesvorwahl: +1 876 …  

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch am gleichen Tag bekommen wir neue Nachbarn. Ein 52 m Zweimaster geht längsseits an die Pier. Die Crew und der Cap Richard sind sehr nett und geben uns eine Tour auf der Megayacht. Sie holen hier den Eigner ab, auf dem Weg über Panama nach Californien.

 

 

20211117 180 Marina Errol Flynn neue Nachbarn
 An unserer Pier gegenüber, wir bekommen Nachbarn, 52m

 

20211117 200 Marina Errol Flynn Schweiarbeiten am Solartrger
 Die Schellen des Solargeräteträgers müssen geschweißt werden.

 

Die ersten Tage sind wie immer mit Pflegearbeiten gefüllt. Besonders nach dieser Überfahrt ist eine gründliche Entsalzung notwendig. Eine Schelle am Solarträger ist gebrochen, die hier gleich geschweißt wird.

Auf der Suche nach dem Gemüsemarkt, finden wir einen .... er sortiert seine eigene Tabakblatternte und rollt endlos Zigarillos, die dann auf Länge geschnitten werden. Wieviel Meter möchten sie?

 

 

20211117 210 Port Antonio Zigarren drehen
 Tabakernte wir sortiert und zu Zigarillos gedreht

 

20211117 220 Marina Errol Flynn
 Annehmlichkeiten einer Marina

 

 Wir genießen noch einmal die Annehmlichkeiten der Marina Errol Flynn. Eine sehr gepflegte kleine Anlage mit Pool.

Am Mittwoch 18. November checken wir aus der Marina aus und gehen in die Port Antonio East Bay vor Anker. In der Marina waren wir mit der Megayacht 3 schiffe. Hier in der Bucht sind wir wieder alleine. Wir Ankern auf 5 m Tiefe und Muschelsand auf Position 18°10,79N 76°26,59W

20211121 550 Port Antonio EastBay
Ankerplatz in der Eastbay Port Antonio
























Die Blau Lagune, wo auch der gleichnamige Film gedreht wurde. Mit dem Route-Taxi von Port Antonio East Harbour dorthin gefahren. Der Ankerplatz hat sich als Zweckmäßig erwiesen. Das Wasser ist dort sehr schön zum Schwimmen und zum Reinigen des Unterwasserschiffes. Das ist nach der langen Liegezeit in Cartagena notwendig. Und man hat kurze Wege zur Stadt Port Antonio, den Geschäften und den Bus- und Taxiständen. Am Vormittag so gegen 10:00 Uhr in Blue Lagoon angekommen, war die Enttäuschung erst einmal groß. Kein Strand, wie im Film, kein blaues Wasser, wie im Film nur ein paar kleine Ausflugsboote. Nach einer kurzen Besinnungsphase sind wir dann trotzdem in das Wasser und zu dem kleinen Strand mit Bar auf die andere Seite der Lagune geschwommen. Der freundliche Barkeeper hat uns dann aufgeklärt. Die hell leuchtende Farbe kommt von der Vermischung des Wassers der Süßwasserquelle und dem Salzwasser, was sich aber erst richtig zeigt wenn die Sonne hoch steht. Er hat uns dann sein Kajak geliehen, so dass wir unsere Sachen von der anderen Seite holen konnten und haben den Vormittag an seinem kleinen Strand mit baden verbracht. Je höher die Sonne stieg, desto leuchtender wurde das blaue Wasser. Das mit dem Strand muss wohl an einer anderen Stelle gedreht worden sein. Dennoch war der Besuch der Lagune schön.

20211119 300 Port Antonio Blue Lagoon
Die blaue Lagune, wenn die Sonne hoch steht

 

20211119 330 Port Antonio Blue Lagoon
Die blaue Lgune, vorraus der Zulauf der Süßwasserquelle

 

20211119 380 Port Antonio Blue Lagoon
 

 

20211119 430 Port Antonio Blue Lagoon
 

Das Wasser der Qulle ist eiskalt und verteilt sich auf der Oberfläche. So ist das Wasser zum Schwimmen recht erfrischend und ab 50 cm Tiefe gewohnt warm.

Samstag 20. November, in der Nacht ziehe ich mir eine leichte Decke über, es ist frisch geworden. Morgens schaue ich auf das Thermometer und lese mit Schwierigkeiten die Zahlen ab. Zahlen unter 30 hatten wir schon fast verdrängt. Doch jetzt stehen da nur 22°C auf dem Display. Da braucht man ja eine lange Hose zum Frühstück. Zum Glück klettern die Zahlen tagsüber schnell wieder über die 30° Marke. Doch insgesamt ein sehr angenehmes Klima, besser als die Saunabedingungen in Cartagena.

Wir fahren heute zum SunSun Beach. Baden und schnorcheln. Dieser Strand ist kostet Eintritt. Dafür ist er hübsch sauber und hat Süßwasserduschen und Toiletten. Wir schnorcheln zum nahegelegenen Monkey Island mit seinem kleinen aber sehr feinen Sandstrand in kristallklarem Wasser. Unterwegs sehen wir verschiedene Rochen, Fische und Schildkröten.

20211120 440 Port Antonoi Sun Sun Beach
SunSun Beach

 

20211120 480 Port Antonio Monkey Island
Monkey Island, mit dem Strand. Superklares, pipiwarmes Wasser

 

20211120 500 Port Antonio Monkey Island Beach
Pipiwarm kommt nicht von den vielen Leuten im Wasser.
Sind nur eine Hand voll

 

 

20211120 530 Port Antonio Sun Sun Beach
Seegras unter Wasser, das Wasser ist so klar, dass man es garnicht sieht

 

Das Wasser ist so klar, dass man es gar nicht sieht. Man ist schon versucht die Maske abzusetzen. Das Seegras ist voll mit kleinen Luftbläschen die zur Wasseroberfläche steigen. Auf dem Foto kommt das allerdings nicht zur Geltung, doch sieht man hier die Klarheit des Wassers. Eigentlich sieht man das Wasser nicht.

Auf dem Rückweg gibt noch Essen vom "Straßenrestaurant", aus der Tonne. Die bereiten gutes lokales Essen zu. Wir nehmen uns eine Portion Jerk Pork und eine Portion Jerk Chicken mit Beilagen. "Jerk" ist hier auf Jamaika ein besonderes Gewürz. Doch Vorsicht, das Milde ist schon scharf genug. Am besten mal vorher probieren. Machen wir meist und es ist auch keiner Beleidigt wenn man dann nichts nimmt. Manchmal fragen wir auch einfach so, ob wir mal probieren dürfen. Dann kommt man ins Gespräch und erfährt viel über die Kultur.

20211121 551 Port Antonio EastBay Jerk Pork
 Jerk Pork von John

 

20211121 552 Port Antonio EastBay Jerk Chicken
Jerk Chicken gleich auf der anderen Straßenseite

 

20211121 553 Port Antonio EastBay Jerk Chicken
Mittag im Park




In einem kleinen Park mit Tischen und Bänken genießen wir unser Mittagessen. Der Blick auf unsere Ankerbucht Port Antonio East Harbour und der Molly.





















Auf den Spuren von James Bond, so könnte das Motte auf Jamaika lauten. Es wurden sehr viele Szenen, auch vom Letzten James Bond "No time to die", hier gedreht. So wollen wir auf dem Weg zu Ocho Rio am so genannten James Bond Beach in Oracabessa stoppen. Hier wurde 1962 Dr. No gedreht. Wir heben den Anker so gegen 22:00 Uhr um morgens in der Bucht anzukommen. Der Wind haucht mit angenehmen 10 -15 kn und so können wir bis Oracabessa durch die laue Nacht segeln. Der ¾ Mond und viele Sterne leuchten uns den Weg. Bis zur Bucht ist unsere Seekarte sehr gut in den Tiefenangaben, die Bucht selbst wurde dann aber ausgespart. So möchten wir mit guten Licht einlaufen. Das Wasser ist klar, die Einfahrt noch mit 8 m. Im südlichen Teil ist die Wassertiefe mit 4 m gut, liegen dort jedoch schon ein paar Schiffe an Moorings und der nördliche Teil wird dann sehr schnell flach. Wegen dem eingeschränkten Schwoikreis käme nur ein Ankern mit Heckleine in Frage. Doch… der James Bond Beach von 1962 hat sich mit den Jahren verändert und die Spuren von Sean Connery sind verweht. Es liegen lokale Fischerboot am Strand aufgereiht, so dass es den Strand als solches nicht mehr gibt. In unserer Entäuschung haben wir kein Foto gemacht. Es ist kein lohnenswertes Ziel mehr zu stoppen, so drehen wir zwei Kreise und fahren die 10 sm weiter nach Ocho Rio zu weiteren Spuren von James Bond und Sehenswürdigkeiten Jamaikas.
23. November gegen Mittag erreichen wir Ocho Rio von den Einheimischen Ochi genannt. Lange ist nicht zu erkennen wo man hier einläuft. Als wir dann die ersten Bojen erreicht haben macht sich eine kleine hufeisenförmige Bucht auf, geschützt hinter einem langgezogenem Riff. Die Kapazität dieser Bucht ist auch sehr begrenzt, doch für uns als einziger Cruiser in der Bucht ist ausreichend Platz. Wir gehen vor einer verfallenen Betonpier vor Anker. 4 m Wassertiefe mit Sand und Seegras. Ein lang gezogenes Riff, dass direkt vor der Einfahrt liegt muss man zwar umfahren, doch schützt es uns jetzt vor Welle und Schwell.

Gleich neben an ist eine kleine Marina für Ausflugsboote, Hochseefischen und die Polizei. Der Dockmaster kommt gleich gelaufen als wir mit unserem Dinghi anbrausen. Er weist uns einen Platz zu und hilft beim Festmachen und Aussteigen. Auch die Polizei zeigt Interesse an uns, insbesondere das Dokument, dass wir aus der Quarantäne entlassen wurden. Nach dem Procedere kennen uns alle und wir können kommen und gehen wie wir wollen. Die Fahrt nach Kingston haben wir verworfen. Das einzige Interessante wäre das Bob Marley Museum gewesen. Der Dub Club, wo gelegentlich Livemusik spielt ist nur abends geöffnet und ob zur Zeit überhaupt irgendwelche Auftritte sind ist sehr fraglich. Zudem wollen wir weder nachts in Kingston sein, noch dort übernachten. Statt dessen ist in Saint Ann das Geburtshaus und ähnlich viel über Reggae Musik. 25. November, das Wetter ist heute etwas wechselhaft, immer wieder ziehen größere dunkle Wolken durch. Dennoch beschließen wir die Dunn´s River Falls zu besichtigen, man könnte auch sagen zu besteigen. Das Route Taxi dorthin kostet zwar nur 300 JMD, doch brauchen wir mal wieder etwas Bewegung und gehen zu Fuß. Entgegen dem Reiseführer ist weder der Strand noch die kleinen Dunn´s Falls frei zugänglich. Etwas geschreckt über den Eintritt von 25 USD für den Zugang von Strand, den kleinen und den großen Dunn´s Falls, wollen wir uns diese hochgepriesene Attraktion nicht entgehen lassen. Zwischenzeitlich haben wir festgestellt, auf Jamaika gibt es nichts umsonst. Nahezu alle Strände kosten Eintritt und sonstigen Attraktionen liegen immer um 20 bis 25 USD.
Trotz dem waren die Falls ein super Erlebnis, wenn auch etwas teuer lohnt sich der Besuch. Die kleinen Fälle ergießen sich direkt ins Meer. So kann man vom Meer über die kleinen und weiter über die großen Fälle nach oben klettern. Die Wasserfälle ergießen sich über viele Kaskaden nach unten. Das spektakuläre dabei ist, man klettert in den Fällen nach oben. Man sollte sich aber keines Falls eines der Gruppen oder Guides anschließen, der Aufstieg ist wirklich keine Schwierigkeit, aber faszinierend. So hat man viel Zeit für Fotos oder einfach nur schauen. Wichtig sind Badeschuhe.


20211125 600 Ocho Rio zu den Dunns Falls
 zu den Dunns River Falls

 

20211125 620 Ocho Rio Dunns Falls
 Dunns River Falls

 

20211125 650 Ocho Rio Dunns Falls
 Dunns River Falls

 

20211125 770 Ocho Rio Dunns Falls
 Dunns River Falls

 

 

20211125 920 Ocho Rio Dunns Falls
 Dunns River Falls

 

20211125 890 Ocho Rio Dunns Falls
 Dunns River Falls

 

20211125 1020 Ocho Rio Dunns Falls
 Dunns River Falls

 

20211125 1040 Ocho Rio Dunns Falls Fisch am Straenrand
Fischverkäufer am Straßenrand, wäre jetzt nicht meine erste Wahl

 

 

In Jamaika gibt es wieder ein funktionierendes Postsystem. So können wir ein paar Postkarten verschicken, auch wenn das im heutigen Zeitalter der Technik keiner macht.
Wir fahren weiter nach Saint Ann´s Bay. Hier hatten wir eigentlich das Geburtshaus von Bob Marley erwartet. Doch das ist nicht in dem Ort Saint Ann, sondern im Departement Saint Ann.
Die See rollt hier mit einer Dünung von über einem halben Meter an. Wir haben die Hoffnung das wir auf der Westseite hinter dem lang gezogenen Riff etwas ruhigeres Wasser finden. Langsam tasten wir uns in einen Kanal zwischen Land und Riff. Das Wasser ist zwar nicht ganz ruhig, aber doch so gut dass wir hier die Nacht verbringen können. Ankerposition auf 4,5 m Tiefe, Sand mit Seegras 18°26,61N 077°12,25W
Die beiden Tonnen zur Einfahrt der Bucht gibt es nicht mehr. Der Pole der das Riffende zeigen soll, schaut ca. 20-30 cm aus dem Wasser und ist bei etwas Seegang nur schwer zu sehen.

20211127 1080 Saint Anns Bay

Saint Anns Bay, Ankern westlich hinterm Riff, schnorcheln östlich am Aussenriff, die beiden Tonnen zur Einfahrt
gibt es nicht mehr

 

Am nächsten Morgen Ententeich, glasklares Wasser und Sonnenschein. Das lädt doch erstmal zu einer Runde schnorcheln ein. Auf der Seekarte war auf der Ostseite ein großflächiges Riff eingezeichnet. An den schmalen Riffen, wo sich bei Seegang die Welle bricht ist meist nichts zu sehen, da die feinen, filigranen Korallen kaputt sind. Das Riff an der Ostseite erweist sich als einen lohnenswerten Schnorchelgang. Umso höher die Sonne kommt, umso schöner werden die Farben. An vielen Stellen ist zu sehen, das die Korallen wachsen. Bei den nahe gelegenen Fischern gibt es Fisch. Alles gut, wir bleiben hier noch ein oder zwei Tage.

20211127 1060 Saint Anns Bay
 Ankern hinter dem Riff

 

20211127 1070 Saint Anns Bay
Saint Anns Bay, nicht unbedingt der Badestrand. Doch
das Wasser ist glasklar und das Riff schön.

 

20211127 1090 Saint Anns Bay
 Das Riff, die weißen Flecken sind Wachstum der Korallen

 

20211127 1100 Saint Anns Bay
 Das Riff

 

 

 

Im nahe gelegenen Krankenhaus werden auch Impfungen gegen COVID gemacht. Sie haben auch Biontech-Pfeiser im Angebot und jeder kann kommen. Am Montag 29. Dezember stehen wir um 8:30 Uhr vor der Tür, doch leider hat die Regierung Jamaikas die Boosterimpfung noch nicht freigegeben. Es werden nur Erst- und Zweitimpfungen vorgenommen. Somit gehen wir leer aus. Die Inzidenzen für Jamaika und für Cube liegen derzeit unter 20, womit das Risiko einer Corona-Infizierung in beiden Länder gering ist. Trotzdem hätten wir gerne eine Auffrischung gehabt. Wir werden in Montego Bay noch einen Versuch starten. Wir kaufen noch ein paar Vorräte und machen uns noch am Vormittag auf den Weg zur Discovery Bay. Im Nachhinein ist Saint Ann auch ohne Bob Marley ein guter Stopp gewesen: einige Supermärkte, viele Obst- und Gemüsestände, schönes Schorchelriff, geschützter Ankerplatz hinter dem Riff.
Mit 10 kn achterlichem Wind fahren wir gemütlich die 13 sm zur Discovery Bay. Um 14 Uhr fällt der Anker gleich neben der Coast Guard Station.
5 Meter Wassertiefe, sehr fester mit Seegras bewachsener Boden. Erst nach mehrfachen Einrucken hat sich der Anker in Sandboden eingegraben.
Position 18°27,65N 077°24,18W
Wir verschieben den Landgang auf morgen und erledigen noch ein paar Arbeiten an Bord. Es gibt ja immer was zu tun. Wir schauen abends noch eine Film von YouTube. So um 21 Uhr kommt die Coast Guard von ihrer Kontrollfahrt zurück und erhellt unser Schiff mit ihrem Suchscheinwerfer. Mit eingeschaltetem Blaulicht kommen sie der Molly näher. Sie stellen die üblichen Fragen, wo Einklariert, woher und wohin. Wir bitten sie an Bord um unsere Papiere zu kontrollieren. Nach der Kontrolle, alles ok, bleiben sie noch eine ganze Weile und wir erzählen über unserer Reise. Sie lachen über unsere lächerlichen 29 PS und der durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von 5 kn. Ihr Patrolienboot hat 300 PS und macht 30 kn und mehr. Haben aber Respekt, dass wir von Europa bis hier her gesegelt sind. Wir haben viel Spaß und eine sehr lustige Zeit.

Der kleine Ort ist schnell erkundet. Den nächsten Tag gehen wir zur Green Grotto, auch ein James Bond Drehort. Durch die Grotten, es sind nämlich zwei, gibt es eine geführte Tour. Unsere Gruppe ist mit uns Zwei überschaubar. Nach ein paar Minuten ist das Eis mit unserer Führerin gebrochen und wir haben eine schöne Tour durch die Grotten, wobei wir nicht nur viel über die Grotte erfahren, sondern auch über Land und Leute und der schwierigen Zeit mit dem Corona. Im Jahre 600 wurde die Grotte das erste Mal als Zufluchtsort für Sklaven erwähnt, danach haben Piraten ihre Beute hier versteckt, zwischendurch kam Kolumbus hier vorbei und zu guter Letzt wurde hier noch James Bond gedreht.

20211201 1460 Discovery Bay Green Grotto
 Green Grotto

 

20211201 1300 Discovery Bay Green Grotto
 Die Escape Route führt bis kurz vor den Strand

 

 

20211201 1340 Discovery Bay Green Grotto
 Hier wurde James Bond gedreht

 

20211201 1360 Discovery Bay Green Grotto
 Ein Süßwassersee mitten in der Grotte




Inzwischen haben wir auch unseren Ankerplatz verlegt. Leichter Schwell hat die Molly zum Schaukeln gebracht. Jetzt liegen wir nahe dem Strand, an dem es auch ein paar Bars und Essbuden gibt. Zum Testen haben wir eine Conchsuppe genommen. Sehr lecker, wie meist ist das lokale Essen an diesen Ständen gut. Der Strand und die Bars ist ein Treffpunkt der Einheimischen aber auch Touristen.

20211202 1580 Discovery Bay
 Strand in der Discovery Bay

 

20211131 1210 Discovery Bay
 Hier gibt es gute Conchsuppe




Dort gibt es auch Fisch und Lobster. Die Fischer nehmen ihren Fisch am Strand aus und füttern, wie sie es nennen, ihre Haustiere damit. Die Haustiere sind Fisch (Lancha) von der Größe 80 cm bis 120 cm. So ca 20 dieser „Haustiere“ schwimmen in unmittelbarer Ufernähe und lauern auf Futter. Das sind ganz liebe Tierchen, streicheln lassen sie sich zwar nicht aber sonst tun sie auch nichts. So stehe ich knietief im Wasser und es Wimmelt nur so um mich herum. Angeln ist in der Bucht verboten, darum können sich die „Haus“-Fischchen auch unbesorgt am Ufer tollen.

20211202 1530 Discovery Bay
 Das sind die Haustierfische

 

20211202 1550 Discovery Bay
 Sie warten auf Futter in knietiefen Wasser

 

 

Irgendjemand hat uns mal erzählt, je weiter nördlich wir kommen, desto billiger werden die Lobster. Das können wir jetzt für Jamaika noch nicht bestätigen, obwohl wir doch schon ordentlich Nord sind. Dennoch landen ein paar auf unserem Grill. Denn die Folgen von Eiweißmangel und Unterlobsterung sind nicht zu unterschätzen.

Mit dem Route Taxi fahern wir nach Browns Town. In der Mitte des Ortes ist ein großer Obst und Gemüsemarkt. Aussen herum haben sich allmögliche Läden angesiedelt. Damit ist Browns Town zu einer Einkaufsstadt geworden wo man alles bekommt. Wir kaufen Gemüse uns schlendern durch den Ort. Manchmal glaubt man hier ist die Zeit stehen geblieben und der technische Fortschrit hat einen Bogen um Browns Town gemcht. In der Townshall gibt es einen Schalter an dem man Rechnungen bezahlen kann, einen Schalter wo man Renten oder andere Zahlungen ausbezahlt bekommt, ... alles in Bar.

Sonntag 06.Dezember, das Wetter hat sich beruhigt und wir ziehen weiter. Unser nächstes Ziel Falmouth ist nur 15 sm weiter. Wir sind recht früh wach, frühstücken und lichten schon um 8:30 Uhr den Anker. Der Wind kommt mit 15 kn aus Ost, so dass wir unter Genua und achterlichen Wind gemütlich dahin fahren. Die Coast Guard überholt uns auf ihrer Patrolienfahrt und winkt uns noch einmal zu. Gegen Mittag der Wind nimmt etwas zu, erreichen wir Falmouth. Die Welle nimmt auch zu und wir suchen einen geschützten Ankerplatz. Die Einfahrt ist wegen dem Kreuzfahrtterminal gut betonnt. Am Rand des Fahrwassers, etwas hinter dem Riff sind uns die Wellen noch immer zu hoch um dort zu Ankern. Die angrenzende Lagune ist mit 1,5 m zu flach. Es liegen zwar 2 Segelboote in der Lagune, doch in unserer Seekarte ist kein Zugang zu erkennen. Das Kreuzfahrtterminal ist eingezäunt und gut verschlossen. Hier kommen wir auch nicht an Land. Wir sind zu Glück zeitlich früh dran, Planänderung, wir fahren weiter nach Montego Bay. Mit inzwischen haben wir 20 – 25 kn Wind und laufen 5 – 6 kn, so dass wir die 20 sm bis Montego Bay leicht bis Nachmittag erreichen können. 15:30 Uhr wir laufen nach Montego Bay ein. Laut Seekarte ist neben der Marina noch ein großer Bereich in dem wir Ankern können. Doch dieser Bereich ist voll von Wracks und privaten Moorings. Wir schlängeln uns zwei Mal durch das Labyrinth von Mooringbojen, irgendwelchen anderen Schwimmobjekten die als Mooringbojen zweckentfremdet wurden und den Wracks, doch zu wenig Platz um beruhigt zu Ankern. Etwas außerhalb des Marina Bereiches war der Untergrund so weich, dass wir den Anker einfach so durch den Schlamm gezogen haben. Der Nachmittag wird später, um 6 Uhr ist es dunkel, bis dahin müssen wir etwas für die Nacht gefunden haben. Ich studiere die Seekarte nach Alternativen. In der eigentlichen Montego Bay ist es zwischen 3 und 5 m, zwar nicht so ganz geschützt, aber der Wind hat sich wieder gelegt. Mehr Alternativen sehe ich auf die Schnelle nicht. Zum Glück hält der Anker auf den ersten Anlauf, denn es dämmert schon langsam. Position 18°27,88N 077°55,91W
Den nächsten Morgen fahren wir mit den Dinghi in die Marina, wo man uns empfiehlt in die Lagune nach Bogue Islands zu fahren. Die Seekarte zeigt eine Lagune hinter mehreren Riffen mit einer geschlängelten Einfahrt von nur 2,1 m Tiefe. Es ist ein Versuch wert. Um 10 Uhr machen wir uns auf den Weg, denn wir wollen in das Riff fahren wenn die Sonne hoch steht. Wir können eine Betonnung erkennen, die aber nicht mit unserer Seekarte übereinstimmt und ein durchgehender Verlauf der Betonnung durch das Riff nicht zu erkennen ist. Inzwischen ist auch wieder etwas Wind aufgekommen und die Wellen, wenn auch klein, spiegeln die Sonne, so dass im Wasser nichts zu erkennen ist. Wir brechen die Einfahrt ab und werfen den Anker um die Einfahrt mit dem Dinghi zu erkunden. Nach kurzer Zeit brechen wir auch die Erkundung ab, da mir die Einfahrt aus einem Wirrwarr aus Bojen und Stangen immer noch nicht ergeht. Wir fragen einen Segler, der nahe dem Riff vor Anker liegt nach Tipps für die Einfahrt. Tja, das sei etwas knifflig, da man sich nicht so richtig auf die Betonnung verlassen kann. Damit verwerfen wir den Versuch der Lagune. Doch der Segler hat noch ein zweites Schiff an einer Mooring in Montego Bay, an die wir uns gerne dazu legen dürfen. Dieses Angebot nehmen wir doch gerne an, so dass wir erstmal einen geschützten Liegeplatz haben.

 

20211208 1690 Montego Bay Yacht Club
Zu Zweit an einer Mooringboje

 

Montego Bay muss sich noch etwas anstrengen, denn der Empfang war jetzt nicht so herzlich. Das Schiff mit dem Nachbarschiff und der Mooring gut vertäut, machen wir uns auf den Weg zum Einkaufen. Da trifft uns gleich der nächste Schlag. Die Lebenshaltung auf Jamaika ist ganz schön teuer, aber hier ist es noch etwas mehr als bisher. Nutzt ja nichts, von Rum alleine kann man auch nicht leben und selbst der ist nicht wirklich billig. 

 

20211206 1660 Montego Bay
Na, geht doch. Ein Willkommen ist doch schon mal ein Anfang

 

Die Marina liegt etwas außerhalb auf einer Halbinsel und die nahegelegenen Strände haben Hotels für sich eingenommen. Für die anderen Strände wäre das ein Fußmarsch von 6 km. Wir nehmen mit dem Dinghi die Abkürzung quer durch die Montego Bay und machen an der Pier One, einem Restaurant, fest. Von hier sind es zum Closed Harbour Beach Park nur noch 800 m. Ein sehr schön angelegter Park mit schönem Strand. Den nächsten Tag gehen wir zum Doctor´s Cave Beach. Dieser ist 2 km von der Pier One entfernt, aber deutlich größer und es ist ein schönes Schnorchelriff vorgelagert.

 

20211208 1730 Montego Bay Park
Im Park weihnachtet es schon etwas

 

20211209 1770 Montego Bay Doctor Cave Beach
Doctor´s Cove Beach

 

 

20211209 1820 Montego Bay Doctor Cave Beach
 Doctot´s Cove Beach

 
Damit haben wir die Highlights von Montego Bay gesehen und planen am Sonntag den 12. Dezember weiter zu fahren. Zwischenzeitlich sind auch unsere Freunde aus Panama eingetroffen, deren Überfahrt nicht ganz so angenehm war. Dennoch haben wir uns alle gefreut bekannte Gesichter wieder zu sehen.
Die Marina hat eigentlich keine Gastliegeplätze. Gäste müssen über den Buganker mit dem Heck an den Kopf der Pier.
Unser Plan am Sonntag los zufahre geht nicht auf, denn wir müssen aus Montego Bay ausklarieren um an der Küste Jamaikas weiter fahren zu dürfen.
Man bekommt eine Coastwise Clearance von Marina zu Marina und kann dann in den angegebenen Buchten Ankern. So hätten wir in Montego Bay eigentlich bei Ankunft einklarieren müssen. Jedes Land hat so sein eigenes System. Müßig über Sinn und Unsinn nachzudenken. Auf jeden Fall müssen wir in Montego Bay ausclarieren.
Am Wochenende möchten sie eine Gebühr von USD 68, also haben wir Custom für Montagmorgen bestellt und fahren dann gleich los. Es zieht eine Schlechtwetterfront auf, die wir lieber nicht mit zwei Schiffen an einer Mooring abwettern wollen. Da vertraue ich mehr auf unseren Anker.

 
Montagmorgen, nach deutscher Pünktlichkeit stehe ich um 9 Uhr vor der Tür und warte auf den Custom-Officer, denn wir wollen baldmöglichst los. Ich hatte hierbei aber nicht die karibische Zeitungenauigkeit berücksichtigt. Sollte mir doch inzwischen geläufig sein. So kam der gute Man doch schon um 10:15 Uhr ganz entspannt an. Da machste nichts. Ruckzuck die Formulare gestempelt und um 10: 30 Uhr Leinen los von unserem Nachbarschiff und der Mooring. Mit Wind um 25 – 30 kn von achtern sind wir der Lucea Bay entgegen geflogen. Das eigentliche Ziel ist der 7 Mile Beach und das Riff von Negril. Ein absolutes Highlite in Jamaika. Doch war uns die Strecke von 35 sm für einen Tag zu weit, weshalb wir eine Stopp in der Lucea Bay einlegen. Ein kleiner Thuna ging uns auch noch an den Haken. Groß genug für eine Malzeit. Schon um 13:30 Uhr ziehen wir Kreise um den favorisierten Ankerplatz um die Tiefe rund herum auszuloten. Auf 3m fällt der Anker, gemäß Karte, in den Matsch, doch er hält.
18°26,730N 078°09,355W
Näher zum Ufer wird es dann sehr flach. Wir liegen hier geschützt von Welle und Wind.

20211213 1840 Lucea Bay Thuna
Süß, der Kleine-zieht aber wie ein Großer

 

20211213 1860 Lucea Bay Thuna
Reicht für eine Mahlzeit,
aus dem Meer frisch auf den Tisch




Für Dienstag ist noch etwas mehr Wind vorhergesagt. Für Mittwoch 15. Dezember soll sich das Ganze wieder beruhigt haben und wir wollen dann die
20 sm bis Negril fahren, das wir so am frühen Nachmittag erreichen wollen. Man muss ja einen Plan haben, sonst kann man den ja nicht ändern.

Im Krankenhaus haben wir nochmal unser Glück mit einer Boosterimpfung gegen Corona versucht. Leider erfolglos. Boosterimpfung inzwischen ja, doch erst ab 60 Jahren. Also wieder nichts. Eigentlich auch nicht soo schlimm, da die Inzidenzen für Jamaika und Cuba unter 20 liegen. Cuba hat inzwischen auf Grund des Embargos seinen eigen Impfstoff entwickelt, der auch sehr gut sein soll, doch ist er in Europa nicht zugelassen und nicht anerkannt.

16. Dezember, mit 15 Knoten achterlichen Wind fahren wir nach Negril. Die Welle hat auch schon deutlich abgenommen und wird noch kleiner je weiter wir nach SW kommen. Unsere Seekarte ist um das Riff bis zum Strand nur eine blaue Fläche mit einer Tiefenangabe von 3,7m beschriftet. Das hilft nur wenig. Wir runden das südende des Riffs. Ich stehe am Bug, halte Ausschau und dirigiere Alexandra am Ruder den Weg. Die Tiefe variiert zwischen 6m und 3m. Auf 4m fällt der Anker auf eine schöne türkise Fläche. Doch der Anker gräbt sich nicht in den Grund, sondern kratzt nur an der Oberfläche. Ein Schnorchelgang ergibt, das Türkis ist kein Sand und das Dunkle neben ist kein Stein, sondern eine Seegrasfläche. Im Seegras gräbt sich der Anker sofort ein. Motor aus und baden im kristallklare Wasser. Wir freuen uns schon auf das Riff morgen.
Ankerposition 18°18,88N 078°20,46W

Unterwegs hat unser Monitor am Steuerstand seinen Geist aufgegeben. Das ist super blöde, da wir jetzt keine Seekarte am Steuerstand mehr haben. Beim Hersteller in China habe ich angefragt, was uns der Monitor mit dem Morsesignal sagen will, das er abgibt und ob sie ggf. einen Neuen nach Cuba schicken würden. Parallel in der Marina in Santiago de Cuba angefragt ob man Ersatzteile dorthin schicken lassen kann. Mal schauen was da rauskommt. Irgendetwas ist ja immer.

Gestern war nach Ankern und Emails schreiben nur noch Zeit für eine runde ums Schiff. Doch heute Morgen waren wir am Strand und anschließend schnorcheln am Riff. Super schöner weißer, weicher Sand und dazu türkisblaues, glasklares Wasser. Einfach traumhaft.

20211217 2010 Negril Long Beach
 weicher, weißer Strand, etwas abseits der Hotels

 

20211217 1990 Negril Long Beach
Das gilt auch für Euch zu Hause, Maske runter bevor ihr in die
Badewanne steigt.


Einige Leute, Lokals wie auch Hotelgäste sprechen uns an, da wir wieder einmal das einzige Schiff sind. Die Leute sind höchst erstaunt, wenn sie hören das wir nicht nur aus Deutschland sind, sondern von dort hier her gesegelt sind. So ergeben sich immer wieder nette Gespräche. Leider sind jedoch an weiten Teile des „Long Beach“ Hotels angesiedelt. Doch ist der Strand in der ganzen Länge frei zugänglich für jedermann.
Nach dem Strandspaziergang geht es mit dem Dinghi zum Riff. Wow, so etwas haben wir seit den Tobago Cays nicht mehr gesehen. Verschiedene Korallen in verschiedenen Farben und auch ein paar Fische schwimmen herum. Hier können wir es noch ein paar Tage aushalten.


20211217 2060 Negril Riff1
 Leuchtende Farben in seichten Wasser

 

20211217 2080 Negril Riff1
 Fische im Schlepp

 

20211217 2130 Negril Riff1
 Ohne Worte

 

20211217 2100 Negril Riff1 2
Eine kleine Sandfläche umgeben von Korallen

 

20211217 2160 Negril Riff1
Und immer wieder ein Farbklecks

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir machen eine langen Strandspaziergang am "seven mile beach", der aber keine sieben Meilen lang ist. Unser Dinghi lassen wir am Strand und schließen es bei ein paar Lokals im Schatten unter einem Baum an. Wieder bleiben wir erst einmal bei ihnen hängen, erzählen, wir haben Spaß. Sie versprechen auf unser Dinghi aufzupassen. Unterwegs werden wir angesprochen, dass heute Nachmittag Reggaemusik live in der Woodstockbar spielt. Na das lassen wir uns auf keinen Fall entgehen. Wir gehen die „sieben“ Meilen, die Hotels werden weniger, mehr und mehr Souvenirs, Bars und Restaurants säumen den Strand. Als wir ankommen fängt die Band gerade an. Wir setzen uns in die Bar und lauschen den Klängen der Reggaemusik. Fast jeder raucht einen Joint und schwingt mit im Takt der Musik. Da wird man schon high von passivrauchen. Nach zwei Stunden gehen wir ein paar Bars weiter, wo uns ein leckeres Lobstermenü serviert wird. Die Musik ist hier auch noch zu hören. Wir haben einen Tisch unter Palmen in Strandnähe und könne noch bei einem Drink den Sonnenuntergang betrachten, bevor das Essen serviert wird. Perfektes Timing.

20211218 2190 Negril Strand
Negril, seven Mile Beach

 

20211218 2210 Negril Reggae
Reggae in der Woodstock Bar

 

 

 

 

 

20211218 2220 Negril Reggae
Bob Marley ist all gegenwärtig

 

20211218 2260 Negril Strand
Sonnenuntergang am Strand

 

 

20211218 2280 Negril Strandrestaurant
Die Sonne ist gerade hinterm Horizont verschwunden, steht das Essen
auf dem Tisch. Timing

 


Damit endet unser Ausflug mit einen Nachtspaziergang entlang der beleuchteten Bars und Hotels, zurück zum Dinghi. Hier werden wir schon erwartet. Der Wachmann vom Hotel hat auf unser Dinghi aufgepasst.
So ist der nördliche Teil des „seven Mile Beach“ mit Hotels belegt und der südliche Teil mehr mit Bars und Restaurants, wobei bei einigen Hotels die Restaurants auch für die Allgemeinheit zugänglich sind. Die interessanten Schnorchelgebiete liegen mehr im nördlichen Teil des Strandes.















Ganz im Norden des Strandes liegt eine kleine Insel, die Einheimischen nennen sie Lobsterisland, die von der ferne gesehen auch einen schönen kleine Strand hat. Wir packen uns eine Kleinigkeit zu Essen ein und fahren zur Insel. Unterwegs machen wir zwei Schorchelstopps. Die Insel wir von ein paar Einheimischen als Bar betrieben. An sich ja keine schlechte Idee, aber alles schaut sehr provisorisch und halb verfallen aus. Man könnte hier auch mit einfachen Mitteln, aufräumen und defekte Sachen ersetzten oder weg, ein angenehmes Ambiente schaffen. So fahren wir wieder und nehmen unser Lunch vor Anker am Riff.


20211219 2330 Negril Riff
Was so alles findet, war etwas zu schwer zum mitnehmen

 

20211219 2340 Negril Riff
Der Anker gehörte mal einem größeren Schiff

 

Bilder gibt es später, das Netz ist zu langsam um Bilder einzufügen.

 

Damit haben wir fast alles von Jamaika gesehen, was wir sehen wollten und so wir planen unsere Rückfahrt nach Port Antonio. Die Ostwindlage bleibt wohl noch einige Zeit bestehen, so dass wir von Montego Bay nicht nach Santoago de Cuba kommen. Wir wollen in drei Etappen von Negril nach Port Antonio fahren. Zuerst Discovery Bay. Den Ausflug am Heiligen Abend von der Discovery Bay nach Browns Town haben wir auf Abraten von mehreren Lokals verworfen. Es ein unheimliches Gedränge und mit dem Taxi bräuchte man an diesem Tag ca. 2 Stunden um dorthin zu gelangen. So haben wir von den Fischern noch Lobster gekauft und sind nach Ocho Rios gefahren, wo wir den Heiligen Abend verbracht haben. Zum Abendessen gab es den besagten Lobster mit Coco-Wurzeln und  Avocado Creme. Lecker Weinchen dazu. Danach gehen wir in den Turtel River Park. Tausende Lichterketten schmücken die Palmen. Auf dem Rückweg machen wir noch einen Stopp in Villagepark der genauso schön geschmückt ist. Wir nehmen noch ein Getränk und schauen dem Treiben zu. Am nächsten Tag während dem Frühstück beschließen wir nach Port Antonio zu fahren. Das Frühstück ist die Zeit der Feinplanung. Meist haben wir einen groben Plan, was wir die kommenden Tage machen wollen, doch während dem Frühstück fallen meist die Entscheidungen. Der Wind kommt noch immer aus E bis NE und so hoffen wir wieder auf die Windflaute durch die Nacht. Viele dicke Regenwolken machen uns einen Strich durch die Rechnung. Anfangs können wir noch ganz gut Segeln, zwar mit 40° hart am Wind, doch die Richtung stimmt. Doch nach gut 20 sm verdichten sich die Wolken, aus denen Regen und Böen mit 40 kt fallen. Dabei dreht sich der Wind bis zu 120°. Innerhalb einer Stunde haben wir mehrfach das Vorsegel übergeholt. So macht segeln keinen Spaß. Dicht unter Land beruhigt sich schließlich der Wind und wir fahren unter Motor die letzten 20 sm in die East Bay von Port Antonio. Nach einem kurzen Landgang erholen wir uns von der anstrengenden Nacht. Montag 27. Dezember, in Jamaika ist auch heute noch Feiertag. Wir fahren in die Errol Flynn Marina um alles für Kuba vorzubereiten, denn wir wissen nicht was uns dort erwartet, wie die Versorgungslage ist, …. Also Wasser und Diesel volltanken, Kühlschrank und Getränkefach auffüllen. Per EMail haben wir uns wie immer in der Marina angemeldet. Es sind vorab keine Maßnahmen notwendig. Da wir geimpft sind ist auch kein PCR Test notwendig. Dienstag 28. Dezember, wir bekommen unsere Corona Booster Impfung. Nach 3 Stunden in der Warteschlange gibt es den Biontech-Pfeiser in den Oberarm. Lange waren wir uneins ob wir uns impfen lassen sollen. Die Zahlen in Kube sind mit unter 20 verschwindend gering. Doch ist es hier die letzte Chance für eine Boosterimpfung. Der kubanische Impfstoff soll sehr gut sein, ist in Europa jedoch nicht anerkannt. Auf den Bahamas ist die Lage sehr ungewiss und auf den langen Distancen über den Atlantik muss das vorher nicht sein. Also dann doch noch in Jamaika.
29. Dezember 4:30 Uhr, der Wecker klingelt. Es ist noch Dunkel, doch wir wollen los um bei 4 Knoten am Vormittag Kuba zu erreichen. Das gut betonnte Fahrwasser geleitet uns sicher in die karibische See. Kurs 20° und auf geht es nach Kuba. Der Wind kommt wir vorhergesagt und wir haben einen traumhaften Segeltag bei Sonne und blauem Himmel. Unterwegs beißt ein Thuna der dann im Kühlschrank weiter mit uns fährt. Ein gigantisch schöner Sonnenuntergang beschließt nicht nur den Tag sondern auch den schönen Segeltag. Zur Nacht hin briest der Wind auf bis zu 30 Knoten auf, was ja eigentlich nicht bedenklich viel ist. Doch mit 7,5 Knoten fahrt erreichen wir Kube um 2 Uhr morgens. Viel zu früh. Also hauen wir die Bremse rein, super kleines Vorsegel und das dritte Reff im Groß reduziert die Geschwindigkeit auf 5 Knoten. Später lässt der Wind wieder etwas nach, bedeutet ausreffen. Es wird nicht langweilig und so kommt durch die Nacht auch keine Müdigkeit auf. Damit war das eine geschäftige Nacht, die dann wiederum mit einem schönen Sonnenaufgang belohnt wird. Die Einfahrt ist ein Nadelöhr, das wir uns nicht unbedingt mit einem Frachtschiff teilen wollen. Wir melden uns über Funk bei Portkontroll Santiago an, wo wir herzlich willkommen geheißen werden und an die Marina weiter geleitet werden. Um 8 Uhr laufen wir in die Marina ein. Das Einklarierungsprocedere geht sehr zügig und schlägt jedoch ordentlich zu Buche. Hier und dort ein paar Dollar an Gebühren, die Visas noch eben 75 USD pro Person. Die Marina hat kein WLan und eine SIM Karte ist auf die Schnelle nicht zu bekommen. Kein Kontakt zur Außenwelt. Das Marinapersonal ist sehr freundlich und bemüht. Doch die Marina ist in einem schlechten Zustand. Das Wasser tröpfelt aus dem Hahn, an duschen ist nicht zu denken. Der Wasserdruck an der Pier ist der gleiche, womit auch die Molly nicht duschen kann.
Alexandra hat leichte Nebenwirkungen der Corona-Impfung, so ruhen wir etwas aus und gehen am Nachmittag in der nahen Umgebung auf Erkundung. Hier treffen wir Paquito, ein junger Kubaner. Er bietet uns allerlei Dienstleistungen an, Taxiservice, Gas, Wäschewaschen und Geld wechseln. Da wir meist etwas vorsichtig sind, starten wir einen Versuch mit einem kleinen Betrag, was dann auch sehr korrekt über die Bühne geht. Auch sein Taxiservice ist das günstigste was wir bisher in Erfahrung bringen konnten. So nach und nach begreifen wir, Kuba ist eine andere Welt.
Die ersten Berührungspunkte mit der Bevölkerung zeigen, dass sie ganz wild auf USD und Euro sind und diesen auch zu einem deutlich besseren Kurs als die Bank tauschen, aber man sonst fast nur mit Cubanischen Pesos (CUP) bezahlen kann. WLan gibt es nur von einem staatlichen Anbieter und die Bars und Restaurants haben keinen Zugang für Gäste. Da merkt man, wie abhängig wir doch von dem WWW geworden sind.
Am Sylvester ist in Santiago eine große Zeremonie wo die Landesflagge um Mitternacht gehisst wird. Wenn die Flagge im Wind ausweht, wird es ein gutes Jahr für Kuba. Wir gehen gemeinsam mit der Crew der Segelyacht Elitsha abends Essen und warten dann anschließend auf die Zeichen der Flagge im Parque Cespedos. Mit unserem Taxi, einem Chevrolet Bel Air von 1956 fahren wir dann zurück zur Marina. Samstag und Sonntag ist zum einen Wochenende aber auch Feiertag. Da Neujahr auf das Wochenende gefallen ist, ist auch der Montag noch Feiertag. So verbringen wir den Samstag damit die Gegend etwas zu erkunden. Sonntag fahren wir mit der Fähre zur Festung „Castillo Morro“. Eine von den Spaniern erbaute Festungsanlage, die die enge Einfahrt nach Santiago sehr gut unter Kontrolle hat. Auf dem Rückweg gehen wir an einem kleinen Strand unterhalb Morro noch baden. Das Wasser in der Bucht der Marina lädt nicht zum Baden ein. Für Dienstag haben wir zusammen mit der SY Elitsha (Silke, Dick und Zora) ein Taxi gebucht und machen eine Tour durch Santiago und Umgebung. Erster Anlaufpunkt ist der Friedhof auf dem Fidel Castro und Emilio Barcardi begraben liegen. Das Grab von Fidel Castro wird bewacht und jede halbe Stunde findet ein Wachwechsel statt. Danach wollten wir zur Zigarrenfabrik, wo die Zigarren noch handgedreht werden, die ist aber leider bis März geschlossen. Dann gehen wir eben die Rumdestillerie besichtigen und natürlich auch probieren. Auch der Musikpalast, wo normaler weise kubanische Musik gemacht wird, war zu. Der Mangel an Touristen und Corona ist halt auch hier zu spühren. Wir fahren durch die Stadt und bekommen noch einige Infos über Santiago. Nach einem etwas späten aber sehr leckerem Mittag kaufen wir Gemüse für die nächsten Tage. Wenn man so durch die Stadt läuft könnte man glauben, die Geschichten über Versorgungsengpässe und Schwarzmarkt sind eben nur Geschichten. Doch nach einigen Gesprächen mit den Leuten erkennt man schnell, es fehlt an allen Ecken. Die Gehälter sind niedrig, die Bezugsscheine für den täglichen Bedarf reichen nicht aus, so sind die Leute froh um alles was sie bekommen können. Sei es ein paar Buntstifte für die Kinder, ein Malblock, Batterien, … Wir hatten ja für die Südseeinseln eine Kiste mit kleinen Geschenken gepackt, aus der wir jetzt etwas Gutes tun können. Den nächsten Tag verbringen wir mit warten. Wir müssen zu Bank, denn der Geldautomat hat uns liebenswürdiger Weise unser VISA Karte und auch eine Quittung für die Geldabhebung gegeben, doch von dem Geld konnte er sich dann doch nicht trennen. Nach 2 Stunden in der Warteschlange wurde uns dann geholfen. Wir haben einen Mangelbericht ausgefüllt, der dann an die entsprechende Stelle weitergeleitet wird. Das Warten hat gelohnt, die fehlerhafte Geldabhebung wurde storniert. So nun brauchen wir noch eine SIM Karte. Vor der einzigen Geschäftsstelle in Santiago, der staatlichen Telekomunikation hat sich eine lange, sehr lange Schlange gebildet. Das heißt so eine richtige Schlange ist nicht zu erkennen. Wir fragen nach dem Letzten in der Schlange. Man ruft „Ultimo“ und der Letze meldet sich. So diese Person gilt es sich zu merken, denn alle stehen und sitzen durcheinander, bevorzugt im Schatten. Das System funktioniert so lange gut, bis sich dein Vorgänger heimlich aus dem Staub macht. Dann weißt du nicht wer dein neuer Vorgänger ist. Also man merke sich mindestens 2 – 3 Personen. Nach 3 Stunden warten haben wir das System begriffen, eine SIM Karte mit Datenvolumen im Telefon. Ein Mietwagen ist nicht zu bekommen und eine Taxi für den ganzen Tag ist uns zu teuer. Wir haben uns entschlossen noch in Cuba zu bleiben und als nächsten Zielhafen Puerto Vita, an der Nordküste, angegeben. Der Hafenmeister hat uns noch einige Tipps für die weitere Reise gegeben. Zum Beispiel sei ein Stopp in Barracao sehr lohnenswert, auch kommen noch einige sehr schöne Strände entlang der Nordküste. Bis Barracao sind es 134 sm. 6. Januar nach dem Frühstück beim Hafenmeister die neue Cruising Permit geholt und los geht es. Sehr schönes segeln entlang der Küste nach Osten. Ja wir sind nach Osten gesegelt. Gegen späten Nachmittag, wir nähern uns der Enge von Kuba und Haitii, legt der Wind zu und dreht natürlich auf NE. Segeln wird immer schwieriger. In der Enge arbeiten wir uns unter Motor und Segel mit mehreren Schlägen, dicht entlang der Küste, gen Norden. Der Wind nimmt weiter zu, die Welle hat sich inzwischen auf 1,5 m aufgebaut. Am Morgen erreichen wir Barracao und erkennen bald, hier einzulaufen ist eine Falle. Die Welle läuft bis kurz vor das Ufer und der Wind hat auf 30 kt zugelegt. Ein wirklich geschütztes Plätzchen ist nicht auszumachen. Ich befürchte, dass wenn wir noch weiter in die Bucht einlaufen wir nicht mehr gegen Wind und Welle rauskommen. Wir brechen unsere Ansteuerung ab und nehmen erst einmal groben Kurs West. Wir suchen auf der Seekarte einer geschützte Bucht, Puerto Vita ist uns zu weit. Cayo Mayari ist eine riesige Bucht und wegen der verwinkelten Einfahrt gut geschützt. Leider aber nochmals 70 sm, was heißt dass wir dort bei Nacht einlaufen müssen. Kurz nachdem wir Kurs auf die Einfahrt genommen haben, werden wir über Funk angesprochen und nach Puerto Antilla dirigiert. Um 24:00 Uhr fällt der Anker, etwas müde und froh dem Wetter entflohen zu sein, gibt es zur Belohnung ein Ankerbier. Den nächsten Tag nutzen wir zum Ausschlafen und die Molly wieder aufzuräumen. 10. Januar voller Euphorie lassen wir das Dinghy ins Wasser und fahren an die Pier, wir wollen an Land und in den Ort. Weitere Teile Kubas erleben. Doch an der Pier endet unser Ausflug. Wir dürfen nicht an Land. Man hat uns nur wegen des schlechten Wetters einlaufen lassen. Wir müssen eine sogenannte „internationale Marina“ anlaufen. Nur dort dürfen wir an Land. Zu tiefst enttäuscht drehen wir um und fahren zurück zur Molly. Dann wird uns bewusst, wir hätten in Barracao auch nicht an Land gedurft. Dann bleibt nichts, wir fahren weiter nach Puerto Vita, einer „internationalen Marina“. 11. Januar, schon wieder sind wir auf See, 55sm bis Puerto Vita. Wir müssen AIS einschalten und die Coast Guard begleitet uns noch bestimmt 20 sm. Überwachung pur. Wieder ziehen ein paar Wolkenfelder durch, die unseren Wind in Richtung und Stärke verändern. Dann sehen wir einen seltsamen hellgrauen dünnen Streifen in einer dunklen Wolke. Als wir näherkommen, trauen wir unseren Augen nicht. Eine Windhose rast direkt auf uns zu. Schnell bergen wir die Segel, Motor an und mit Vollgas versuchen wir zu entkommen. Man den Wasserwirbel ganz genau erkennen und wie er Wasser in die Wolke saugt. Innerhalb weniger Minuten seigt unser Windanzeiger von 12 kt auf 40 kt. Dabei hat uns die Windhose noch nicht einmal gestreift. Glück gehabt.
Danach beruhigt sich die Wetterlage und wir haben weiterhin ein angenehmes Segeln. So um 20:00 Uhr erreichen wir die Einfahrt nach Puerto Vita. Ein hohes weißes Blinklicht weist uns schon von weitem den Weg zur Einfahrt. Doch danach ist keine der Tonnen mehr beleuchtet. Zum Glück unterstützt uns der Mond mit etwas Helligkeit, so tasten wir uns im Schummerlicht und dem Fernglas von Tonne zu Tonne. 20:30 fällt der Anker vor der Pier.

 


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