Beitrag 7. Etappe

7. Etappe Teil 1- 12. Oktober 2020 bis 22. März 2021

COVID 19 und die Reise durch die karibischen Inseln

 

Es ist Montag der 12. Oktober 2020, ein fast schon historischer Tag - Leinen los in der Prickly Bay
Vor 6 Monaten und 22 Tagen haben wir in Grenada einklariert, es wird höchste Zeit das wir uns wieder bewegen. Man hat uns schon
mit der Staatsbürgerschaft gedroht.
Wir schauen dem Ende der Hurricansaison entgegen, die offiziell bis zum 01. November geht. Eigentlich war der Plan diese
Übergangszeit, bis sich das Wetter stabilisiert hat in den Tobago Cays zu verbringen. Wegen der verschärften Einreisebedingungen
haben wir uns dazu entschieden, verschiedene kleine Buchten in Grenada anzusteuern um dann Anfang November in Carriacou
auszuklarieren. Unser nächstes Ziel werden wir kurzfristig auswählen, da sich die Einreisebedingungen noch zu oft ändern.
Wir wollen mit unseren Freunden Jodi und Gary von der SY Country Dancer eine Weile zusammen segeln. Der erste Stopp ist die uns
schon bekannte Dragon Bay. Kristallklares Wasser, schöne Korallen in vielen Farben und viele bunte Fische haben auch unsere Freund
überzeugt ein paar Tage zu bleiben.
20201015 70 Dragon Bay Tauchen nach Mooringblock
Im Wasser liegen Mooringblöcke nur ohne Leine. Um die Korallen mit der
Ankerkette nicht zu beschädigen, befestigen wir mit einem großen Schäkel
unsere eigene Leine an dem Block.

20201018 100 Dragon Bay klares Wasser



Kristallklares Wasser
um das Schiff.

 

 

 

 

 



 20201019 120 Dragon Bay


Sonnenuntergang in der Dragon Bay, wir beschließen den Tag mit dem Klang aus dem Conchmuschelhorn.



14. Oktober, heute sind wir, wie ich hoffe, ein letztes Mal mit dem Bus nach St. Geroge gefahren, um unsere Visas und Cruisingpermit nochmals für einen Monat zu verlängern.

 







 

20201020 150 Dragon Bay Wanderung Anandale Falls
Mit Gary und Jodi gehen wir nochmal zu den Annandale Wasserfällen.

 

Links: Ein etwas abenteuerlicher Start.

 

 

 

 






20201020 210 Dragon Bay Wanderung Anandale Falls Krankenstation

 

Links: Die Krankenstation unterwegs vermittelt nicht unbedingt ein Gefühl der Sicherheit. Aber besser als nichts und manchmal trügt ja auch der äußere Eindruck.
Es gibt nur wenige Krankenhäuser, jedoch sind mehrere dieser Krankenstationen über die Insel verteilt, wo Krankenschwestern ihr Bestes geben.

 

 

 

 

 

 

20201020 180 Dragon Bay Wanderung Anandale Falls

Ein Baum voller Karambole (Sternfrucht). Als ich mir diese Pracht so betrachtete, kam der Eigentümer und hat uns einige Früchte gepflückt.

20201020 190 Dragon Bay Wanderung Anandale Falls Carambule










Viele der Leute leben in ärmlichen Behausungen sind aber sehr freundlich, hilfsbereit und geben gerne von dem, was sie haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 20201020 220 Dragon Bay Wanderung Anandale Falls

 

 

 

 

 

 

Am Ziel fallen die Annandale Fälle in einen kleinen Pool, der zum Schwimmen einlädt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20. Oktober
Gary muss zum Zahnarzt nach St George. Deshalb fahren sie zurück in die Prickly Bay. Für "zurück" haben wir keine Lust, insbesondere, da eine Schlechtwetterfront ab Donnerstag vorhergesagt ist, die uns dann ca. eine Woche in der Prickly Bay halten würde. Wir brechen auf Richtung Norden, Carriacou in die Tyrrel Bay.

Da wieder Lobstersaison ist, machen wir uns auf nach Hillsborough zum Fischmarkt. Auf halber Strecke nimmt uns ein Pickup auf der Ladefläche mit. Am Fischmarkt liegt auch schon ein Exemplar von knapp 4 Pfund. Der ist unser!! Da wir zu Fuß sind, lassen wir uns den Kerl gleich Küchenfertig machen. Sehr lecker.
Ein kleiner Trost, dass wir noch immer hier hängen, wobei die Wetteraussicht für die kommende Woche nicht unbedingt schön ist.

20201023 Wetter Windy2
20201023 Wetter Windy2


 

 

 

 

 

 

 

 

23. Oktober
Auch die Tropical Waves können starken Wind bringen. So geschehen am Freitag- bis Samstagmorgen. Heftige Windböen bis 48 kn und Regen peitschte durch die Tyrrel Bay. Einen extremen Winddreher in Richtung Süd mochte unser Anker nicht so sehr und verlor kurzfristig seinen Halt. Natürlich ist es nachts, der Ankerwächter schlägt Alarm, und schon stehen wir im Cockpit, um die Lage zu checken. Falls auch wir, wie schon fünf andere vor uns, driften, bleibt nicht viel Zeit, um die Maschine zu starten, bevor wir mit einem anderen Schiff kollidieren. Wir sind nicht erkennbar gedriftet, kein Grund zur Panik. Unser Anker hat sich eines Besseren besonnen und hat sich nach ca. 5 m wieder in den Grund vergraben. Dieses war bei meinem Kontrollschnorchelgang am nächsten Morgen deutlich zu sehen.

26. Oktober
Die kurze Wetterpause wollen wir nutzen, um nach Petit Martinique zu fahren. An der Nordspitze von Carriacou kommt Alexandra´s kleiner Traum in Sicht. Eine kleine Sandinsel mit einem Sonnenschirm darauf, rundum türkisblaues Wasser. Mopion.

20201026 460 Mopion

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieses Mal sind Wind und Welle akzeptabel. Wenn nicht jetzt, wann dann?? Also pirschen wir uns in den fremden Hoheitsgewässern von St. Vincent bis auf 50m an die Insel heran. Der Anker fällt auf 11 m und im Anschluss das Dinghi ins Wasser. Eine kleine Insel ganz alleine für uns. Wir baden im seichten, klaren Wasser mit weichem feinem Korallensand.

20201026 410 Mopion

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann geht es auch wieder weiter, Petit Martinique sind nur noch 3 sm. Der Anker fällt am nahen Ufer, doch er will nicht halten. Also ziehen wir den Anker wieder auf. Kein Wunder, die Ankerkette hat sich um den Anker verknotet. Wie auch immer das passiert ist?? Ich gebe anfangs immer nur so viel Kette wie Wassertiefe. Ich versuche den Knoten zu lösen. Mit der einen Hand den Anker gehalten und mit der anderen den Knoten gelöst. Dann passiert es, ich weiß auch nicht wie, der Anker geht auf Tiefe und kurzfristig verhakt sich der Mittelfinger der rechten Hand in der Kette. Der Anker am Grund angekommen, betrachte ich so den Finger, schaut irgendwie anders aus. Den Finger mit einem Stück Holz und Tape geschient, beraten wir was wir tun.

Petit Martinique hat auch nur eine Krankenstation, fällt also aus. Wir holen den Anker, gerade mal am Grund angekommen wieder hoch und fahren zurück nach Hillsborough auf Carriacou. Die haben wenigstens ein kleines Krankenhaus. 17:00 Uhr, wir fragen einen Polizeiwagen wie wir zum Krankenhaus kommen. Steigt hinten ein, ich fahre euch. Das Krankenhaus steht hoch auf einem Hügel und die Schwester erwartet uns schon. Das übliche Prozedere mit Personalien, Temperatur und Blutdruck, kurz danach kommt auch schon die Ärztin. Der Finger ist noch dran, also nichts Akutes. Morgen Früh zum Röntgen und dann nochmal vorstellen. Man sieht eine kleine Knochenabsplitterung am forderen Glied des Fingers, das Nagelbett ist ringsum verletzt, aber sonst scheint alles gut zu sein. Finger schienen, Antibiotika und Ibus und mit dem guten Rat: ich soll besser aufpassen, werde ich entlassen. Ich würde sagen nochmal Glück gehabt.

20201027 510 Carriacou Sicht vom Krankenhaus
li: Wunderbare Aussicht vom Krankenhaus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

28.10.
Wieder zieht eine Tropical Wave über uns durch. Wieder peitscht der Regen mit Böen von 45 kn über uns hinweg. Innerhalb 2 Stunden haben wir 150 Liter feinstes Regenwasser aufgefangen. Der Tank ist voll, es kann wieder aufhören. Wir gehen noch am Fischmarkt vorbei und schauen was es gibt.

20201028 520 Hillsborough Conch klopfen 2
li: Hier wird Lambifleisch der Conchmuschel weich geklopft.

Um 10:30 Uhr sollen die Lobster kommen. Da warten wir doch gerne noch etwas.

 

 

20201028 540 Hillsborough Fischmarkt Lobster 2





 

 

 

 



Na gut, überredet, es gibt Lobster.

 

 

 

 

 

 

 

29. 10.
Wir haben die Einreisegenehmigung für Dominica bekommen. Gleich mache ich mich daran, das Wetter der nächsten Tage zu betrachten. Noch ziehen immer wieder Gewitter mit Schauerböen durch. Am Mittwoch 04.11. scheint sich ein größeres Fenster aufzumachen. Das gibt Hoffnung, daß wir doch noch vor Weihnachten hier weg kommen. Wir klarierten schon am 03. November aus und nehmen noch einen Abschiedstrunk im Frogs, beim Seglertreff.

20201103 570 Tyrrel Bay Abschied im Frogs20201103 572 Tyrrel Bay Abschied im Frogs

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 4. November vormittags machten wir die Molly seeklar und lichten den Anker gegen Mittag. Der Plan war bei durchschnittlich 4 kn Fahrt am Freitagmorgen in Roseau Dominica einzulaufen und auch einzuklarieren. Doch Plan und Wirklichkeit differieren manchmal weniger und manchmal mehr.

Anfangs war die Abweichung vom Plan etwas weniger später aber dann um so mehr. Mit mehr Wind als vorhergesagt waren wir deutlich schneller als geplant. Dennoch hatten wir 2 schöne Segeltage entlang von St. Vincent, St. Lucia und Martinique in den Süden von Dominica.

20201104 583 Tyrrel Bay nach Dominica

Mit einem schönen Sternenhimmel und gegen später einem ¾ Mond war das wieder einmal eine schöne Nachtfahrt. Mit einem Amwind Kurs und der entsprechenden Welle von der Seite, etwas holprig aber ok. Zwischen den Inseln bildeten sich die bereits bekannten Düsen, die den Wind auf 35-37 kn ansteigen lassen. Statt der geplanten Ankunft von ca. 6 Uhr morgens machten wir schon am Donnerstagnacht um ca. 22 Uhr an einer Mooring fest.

20201105 600 Dominica Vorbereitung zur Ankunft

 

 

 

 

 

 

 

 

li: Q Flagge und Domenica Flagge wird gesetzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Wasser in der Bucht von Roseau ist sehr tief und in der Nacht hatten wir keine Lust einen geeigneten Ankerplatz nahe dem Ufer zu suchen. Wir hängen an einer Mooringboje Wir hatten alles aufgeklart, noch ein Bierchen getrunken und sind dann schlafen gegangen. Am nächsten Morgen der Gang zu Customs. Ab hier weichen wir so weit vom Plan ab wie noch nie. Nach einigen Telefonaten des Custom-Mitarbeiters, sollten wir unverrichteter Dinge zurück an Bord und auf die Coast Guard warten.

20201106 630 Dominica Roseau Verhandlung mit Coast Guard

 

 

 

 

 

 

Nach weiteren etlichen Telefonaten hatte uns die Coast Guard dann nach Portsmouth im Norden der Insel verwiesen. Dort könnten wir einklarieren und den für die Einreise notwendigen Corona-Schnell-Test machen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inzwischen ist es Freitag 13 Uhr und die 20 sm nach Portsmouth schaffen wir nicht, um noch während der Öffnungszeiten anzukommen. Dennoch werden wir an der Custompier noch vorstellig und treffen noch einen Mitarbeiter an. Dieser war sichtlich nicht erfreut über unseren Besuch, da keiner etwas über das Onlineportal und diese Art der Einreisegenehmigung wusste. Der Health Officer wollte auch gerne alle Dokumente in Papier, was wir natürlich ohne Drucker an Bord nicht hatten. Wieder wurden wir auf unser Schiff zurückgeschickt und sollen warten bis wir durch die Coast Guard oder die Behörden kontaktiert werden.

20201108 660 Dominica Portsmouth 2








Heute ist Samstag, da wird nicht viel passieren. Wir stellen uns erst einmal auf Montag ein und erledigen ein paar Pflegearbeiten.

 

 

 

 

 

 

Über Funk wurden wir zu einem Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums gerufen, etwas Hoffnung flammte auf. Die Ernüchterung folgte sofort, die Dame kam ohne einen wirklichen Plan, stellte die gleichen Fragen wie schon der Port Officer und Custom und schickte uns zurück an Bord. Die noch in Grenada aufgeladene SIMKarte funktionierte hier nicht. Über Umwege hatten wir jemanden Geld zugesteckt, der dann eine andere SIM Karte aufgeladen hat.

Dienstagmorgen, noch immer kam keine Bewegung in das Einreiseprozedere. Mehrere Telefonate ergaben dann, eine Einreise nach Antigua ist möglich. Wir müssen vor Ort einen PCR-Test (Corona-Test) machen. Der Wetterbericht versprach gutes Wetter, was den Startschuss zum Seeklar machen gab. Gegen Mittag waren wir fertig und gingen Anker auf für 106 sm nach St. Johns Antigua.

Auf der Route hatten wir die Passage zwischen Dominica und Guadeloupe und eine längere offene Passage nach Guadeloupe bis Antigua, wo wir mit stärkerem Wind rechneten. So hatten wir zu Schonung der Genua das Starkwindsegel aufgezogen. Bei 30 -35 kn Wind und ca.1,5 m See war das 2. Reff im Groß und die Fock eine gute Wahl. Mit bis zu 7 kn Fahrt kamen wir unserem Ziel schnell näher. In der Abdeckung von Antigua beruhigte sich Wind und die See sehr schnell, so dass der Anker um 10 Uhr im Hafenbecken von St. Johns fiel.

 20201108 690 Antigua Quatantne Ankerplatz
Mit unserer Einreisemappe machte ich mich auf zum Health-, Habour-, Custom- und Immigrationoffice.
Wie, sie haben keinen PCR-Test???
Hier können sie keinen machen !!!!

Die Lösung ist eine Quarantäne von 14 Tagen, wobei uns die 7 Tage auf See nach Ablegen in Grenada anerkannt werden.

Wir bekommen Unterstützung bei der Beschaffung einer Antigua SIM-Karte und ein paar frischen Lebensmitteln. Na gut, was bleibt uns anderes übrig.

 

 

 

 

 

 

Fazit: Für jede Insel ist zur Einreise ein PCR Test empfehlenswert. Egal, was auf der offiziellen Homepage steht, egal, was dir jemand am Telefon erzählt.


20201108 670 Antigua Quatantne Ankerplatz
li: St. Johns vom Ankerplatz aus betrachtet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

St Johns ist ein Tiefseehafen, in dem nur die Frachter oder Kreuzfahrer anlegen. Somit ist der Hafen in normalen Zeiten nicht unbedingt ein lohnendes Ziel. Einklarieren ist normalerweise auch in Jolly Habour ober English Habour möglich. Wir sind froh, dass wir überhaupt einklarieren können. Nach 7 Tagen auf See und 7 Tagen Quarantäne sind die Vorräte aufgebraucht. Mit Dosenfutter könnten wir zwar noch eine Weile überleben, doch frische Lebensmittel schmecken besser.

18. November
Heute dürfen wir einklarieren, was auch ohne Probleme funktioniert.
Es sind vier Stationen zu durchlaufen. Health Authority ist zu Zeiten Corona neu hinzugekommen. Danach die bekannten Stationen
Port Authority, Immigration und Custom.

20201118 700 Antigua St Johns
St Johns Harbour von seiner schönen Seite

 

Nach der langen Zeit auf Grenada völlig ungewohnt, geht es auf Erkundungstour. Fischmarkt, Gemüsemarkt und Supermarkt. Das Angebot ist etwas begrenzt und wir können unsere Vorräte hier nicht komplett ergänzen. Im Segelführer wurde der Supermarkt Eqicurean empfohlen. Wegen der eingeschränkten Bewegungsfreiheit der letzten 14 Tage haben wir uns zu einem Fußmarsch (45 Minuten) entschieden. Dieser Supermarkt lässt keine Wünsche offen. Unsere Vorräte sind aufgefüllt

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Samstag 21. November machen wir uns auf, in eine nur 3 sm entfernte aber sehr schöne Bucht, Deep Bay.
Auf 4 m Wassertiefe fällt vor einem Sandstrand der Anker.
17°07,59N 061°53,30W

20201122 770 Antigua Deep Bay
Blick auf den Strand der Deep Bay

 

 

20201123 800 Antigua Deep Bay
Strand Deep Bay mit Fort Barrington

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Mitte der Bucht liegt ein Wrack, das wir die nächsten Tage erkunden wollen. Vom Strand führt ein Pfad den Hügel hinauf, wo die Ruinen eines
Forts stehen.

20201121 740 Deep Bay
Strand der Deep Bay

Das Schnorcheln am Wrack ist nicht sehr erfolgreich, da das Wasser durch die starken Winde der letzten Tage noch aufgewühlt und somit noch nicht so klar ist.

20201122 780 Antigua Deep Bay
Ein kurzer Schauer malt einen schönen Regenbogen an den Himmel.
Und hält uns fit, denn schnell rasen wir durch das Schiff und machen
alle Luken zu.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die vier Wochen der Ruhigstellung meines Fingers sind nun vorbei. Die Ankerkette hat ihre Spuren hinterlassen. Der Finger sieht noch immer befremdlich aus, was uns etwas verunsichert und wir nun doch noch mal einen Arzt konsultieren wollen. In St Johns steht das Krankenhauses oder ein Ärztehaus mit vielen Spezialisten zur Wahl. Wir entscheiden uns für letzteres. Ein weiteres Röntgenbild und ein Blutbild wird gemacht. Auf dem Röntgenbild ist zu erkennen, der Bruch ist gut verheilt, ich kann mit der Mobilisierung beginnen. Erleichtert machen wir uns auf den Heimweg. Doch zuvor müssen wir noch die Kreditkarte zücken. Die Behandlung im Krankenhaus in Carriacou hat ca. 150 Euro gekostet und hier haben wir soeben ca. 750 Euro bezahlt. Dazu muss jedoch eingestehen, dass die Praxis des Dr. John nach guten europäischen Maßstäben ausgestattet war. Für mich als Laien waren Röntgengerät und Ultraschall auf einem guten Standard. An einem großen Bildschirm wurde mir das Röntgenbild erklärt.


Jetzt muss nur noch unser Dinghi die Luft anhalten. Wieder ist es an den Klebenähten undicht geworden. In Falmouth, im Süden der Insel, ist Fachgeschäft für Reparaturen dieser Art. Sie können unser Dinghi reparieren, geben aber keine Garantie wie lange das halten
wird. PVC ist einfach nicht das geeignete Material für diese Breiten. PVC verträgt die Wärme nicht. Wir wollen aber kein Dinghi mit festem Boden aus Hypalon, da wir das auf längeren Strecken nicht verstauen können. Wir geben unserem Dinghi und den Spezialisten
eine Chance und fahren nach Falmouth.

20201124 830 Antigua nach Falmouth Fort Barrington
Auf dem Weg nach Falmouth, Fort Barrington von Seeseite
20201124 860 Falmouth Grillen
Der neue Gasgrill, grillen an Bord

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Supermarkt hat unsere Gelüsten nach einem Stück Fleisch erkannt und Schweinsbratwürste und Kottelet für uns bereit gehalten. Die gab´s heute vom Grill. Lobster ist ja nicht schlecht aber so ein Stück Fleisch ist auch nicht zu verachten. Unser Cobb-Grill hat ja schon vor geraumer Zeit aufgegeben. Der Feuerkorb für die Holzkohle war nicht Rostfrei und hat sich aufgelöst. Wir konnten einen gebrauchten Gasgrill von MAGMA erwerben. Ist jetzt ein Gasgrill, aber funktioniert sehr gut. Sehr schön ist die Halterung, so dass man im Stehen grillen kann.

 Falmouth Bay ist eine große Bucht mit etlichen Untiefen übersät. Wir schlängeln uns in die Bucht, anfangs gibt es noch ein paar Tonnen für die Häfen, doch auf der Suche nach einem Ankerplatz müssen wir uns auf die Seekarte und unsere Augen verlassen. Der Anker fällt zwischen zwei Untiefen auf
17° 00,99N 061°46,42W

In Falmouth angekommen, haben wir gleich Kontakt mit der Firma Seagull Inflatables aufgenommen. Die haben unser Dinghi noch am gleichen Tag angeschaut und eine Reparatur für den nächsten Tag zugesagt. Also haben wir unser Dinghi schon am späten Nachmittag abgegeben und es am übernächsten Tag Vormittags wieder bekommen. Die Reparatur sieht ordentlich aus, wir hoffen das es auch eine Weile hält.

20201127 960 Falouth Bay English Harbour NP

Am Nachmittag schauen wir uns noch den historischen Teil von Englisch Harbour an. Da Lord Nelson hier den Grundstein zum Bau eines Hafens gelegt
hat, ist der Nationalpark nach ihm benannt.

20201127 980 Falouth Bay English Harbour NP

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Samstag 28. November
wir machen heute eine Wanderung zu Shirly Heights, wo man einen Ausblick über die Buchten English Harbour und Falmouth Bay haben soll.
Auf Shirly Hights befindet sich ein Restaurant, das zu nicht Corona Zeiten lokales Essen und lokale Livemusik anbietet.

20201127 1050 Falouth Bay English Harbour NP
Die Einfahrt zum English Harbour, gut gesichert mit Wehranlagen und
vielen, vielen Kanonen

 

20201128 1210 Falmouth Wanderung Sherly Hights engl Besatzung 1786
Reste alter Befestigungsanlagen

 

Unterwegs immer wieder Zeugen aus den alten Zeiten des 18ten Jahrhunderts, wo die Engländer hier präsent waren. Am Ziel angekommen war die Aussicht wie versprochen.

20201128 1260 Falmouth Wanderung Sherly Hights Blik English Harbour
Englishharbour und Falmouthbay

 

20201128 1270 Falmouth Wanderung Sherly Hights Blick English Harbour
Shirly Hights: Es gibt zwar kein Essen und keine Musik,aber sonst tummeln sich an dieser Stelle tausende Touris.

 

Für den Rückweg nehmen wir einen Pfad entlang der Klippen zurück zum Galleon Beach in der Freeman Bay.
Falmouthbay, Engishharbour und auch Shirly Hights sind ein Nationalpark, der Eintritt kostet. Da wir aber im Nationalpark unser Schiff liegen haben, ist das alles Inklusive.

20201128 1360 Falmouth Wanderung Sherly Hights
Der Weg entlang der Klippen

 

20201128 1380 Falmouth Wanderung Sherly Hights
Galleon Beach,an der Einfahrt zum English Harbour

 

Das gute an der Corona Situation ist, es sind keine Touristen unterwegs. Wir haben den ganzen Tag 2 Personen getroffen. Der Nachteil hingegen, es gibt nur wenige geführte Touren und viele Restaurants haben noch geschlossen, so dass man unterwegs nur selten was zu Essen und Trinken bekommt.


Mehrere Recherchen haben ergeben, dass wir Post aus Deutschland über DHL bekommen können. Also haben wir heute einige Artikel über Amazon in Deutschland bestellt, die hier nicht zu bekommen sind. Für eine Yacht in Transit, wie wir es sind fallen auch keine zusätzlichen Steuern an. Wir müssen lediglich einen Broker beauftragen, der uns die Sachen aus dem Zoll am Flughafen holt. Allerdings lohnt sich der Postweg nach Deutschland nicht, ein Päckchen mit ca.500 gr hätte 100 Euro Porto gekostet, was wir dann verworfen haben. So packt uns Sebastian ein Paket mit all den Artikeln die wir bestellt haben: Tablet PC mit deutscher Tastatur, noch einen Solarregler des gleichen Herstellers, und  noch viel Kleinkram. Es gibt hier fast alles, aber meist nicht wenn man es braucht. Es geht am 23. Dezember auf die Reise nach Antigua.


Noch Wasser tanken und dann sind wir Start klar für weitere Entdeckungen. Unser nächstes Ziel ist die Carlisle Bay mal gerade 4,5 sm
entfernt. Es ist schon 15:30 Uhr als wir dort ankommen und die Sonne steht zwar im Rücken aber doch schon etwas tief, so dass wir
eventuelle Hindernisse im Wasser nicht mehr sehen. Wir bleiben an einer geschützten Stelle über Nacht und fahren morgen, wenn die
Sichtbedingungen besser sind tiefer in die Bucht.
unten Carlisle Bay Ankerposition 17°00,61N 061°50,10W

 

20201202 1400 Carlisle Bay
Ankerplatz in derCarlisle Bay

 

Neuer Ankerplatz ist am Strand vor einem Hotel, die 5 Gäste stören uns dann weniger. Mit Schnorchelbrille bewaffnet gehen wir die Unterwasserwelt
erkunden. Ein großer Teil der Bucht ist Seegras bewachen, wodurch das Wasser nicht ganz so hell ist wie mit Sand oder gar Muschel-Korallenkalk.
Eine Schildkröten hat sich bei unserem Anblick wohl erschreckt und hat auch gleich die Flucht ergriffen. Sind ganz schön schnell die Kröten, Schildkröten.
Die andere hatte noch die Ruhe weg und ist gemächlich davon geschwommen. Aber auch hier war kein hinterherkommen.

20201202 1420 Carlisle Bay
Ruinen der englischen Besatzung
aus dem 18ten Jahrhundert
20201202 1440 Carlisle Bay mit Blick auf Cades Riff
der weiße Streifen im Wasser ist das
Cades Riff (Außenriff)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Weg nach Jolly Harbour fahren wir durch den Goat Channel, der zwischen Insel und dem Cades Riff liegt. Das Cades Riff ist ca. 2 sm lang und ist in ein Innenriff (Middlereef) und ein Außenriff (Cadesreef) geteilt. In der Mitte könnte man reinfahren, was wir uns wegen der vielen Korallenköpfe aber nicht trauen. Wir wollten eigentlich von Jolly Harbour aus eine Tour buchen.
03. Dezember
Früh morgens um 6:00 Uhr (in Deutschland 11:00 Uhr) mussten wir mit den Behörden telefonieren, dadurch waren wir früh wach und auch früh mit dem Frühstück fertig. Um 9 Uhr waren wir schon auf dem Weg nach Jolly Harbour. Bei schwachen achterlichen Wind, blauem Himmel und wenig bis keine Welle fuhren wir westwärts Richtung Cades Riff. Etliche Schildkröten sahen wir, die an die Oberfläche zum Luftholen kamen. Eigentlich waren die Voraussetzungen ideal im Riff zu schnorcheln. Auf 8 m tiefe, nicht ideal aber mit viel Kette akzeptabel, fiel der Anker und das Dinghi ins Wasser.
Das Cades Riff konnten wir nicht verfehlen, dort wo sich das Wasser bricht. Aufpassen muss man auf das Innenriff das ruhig und trügerisch davor liegt, oft nur mit ein paar cm Wasser über den Korallen. Wir fuhren zum Riff und mussten das Ausmaß der Zerstörung durch den Hurrican Irma 2017 sehen.
90 % der Korallen waren abgebrochen und lagen am Boden, ein trostloser Anblick.

20201203 1490 Cades Riff
mit den weißen Streifen bricht sich die leichte Dünung
am Cades Außenriff
20201203 1500 Cades Riff
die kläglichen Überreste des Riffes
20201203 1510 Cades Riff
die kläglichen Überreste des Riffes

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Ein paar gebliebene bunte Fische versuchten uns aufzuheitern, was ihnen aber angesichts des trostlosen Anblicks nicht so richtig gelang.

Froh keine Tour gebucht zu haben fuhren wir zurück zur Molly und weiter nach Jolly Harbour.
Vor der Marinaeinfahrt ist ein schönes Ankerfeld unter das wir uns ganz unauffällig mischen. Der Anker hält beim ersten Versuch.
In dem Sandboden ist das auch keine Kunst.
Position: 17°04,53N 061°53,73W

 

20201208 Jolly Harbour Ankerfeld
Jolly Harbour Ankerfeld vor der kleinen Insel

 

 

 

 

 

Wir brauchen wieder einmal ein paar Ersatzteile, lassen uns Formulare ausdrucken, geben unsere Gasflache zum Füllen, holen Informationen
zur Insel und den Kontakt zu einem Broker für den Zoll. Der Tag ist gefüllt.

 

 

 

 

 

 

20201206 1620 Jolly Harbour Darkwood Beach
Darkwood Beach

 


Mit Antje und Bert von der schweizer Yacht San Giulio haben wir eine Wanderung entlang von 4 Stränden gemacht. Angefangen in Jolly Harbour
entlang der Straße bis zum Darkwood Beach. Von hier immer der Küste entlang zum Ffryes Beach, Valley Church Beach zum Lignum Vitae Beach.

 

20201206 1600 Jolly Harbour Darkwood Beach mit Antje und Bert
Darkwood Beach mit Antje und Beat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20201206 1590 Jolly Harbour Ffryes Beach
Ffryes Beach

 

 


Das war eine sehr schöne und abwechslungsreiche Wanderung .

Am Dienstag 8. Dezember musste unseren Landausflug wegen schlechtem Wetter ausfallen. Geplant war eine gebuchte Tour mit dem Jeep durch die Insel. Stattdessen haben wir unserer Wäsche zum Waschen gegeben und Lebensmittel eingekauft. Wir haben zwar einen guten Kühlschrank, doch halten Fleischwaren maximal 3-4 Tage. Normal kaufen wir das Gemüse von den „Lokals“ am Stand, wie bei uns der Markt. Nur sind die Stände entlang der Straße unter sehr einfachen Bedingungen. Doch ist die Ware frisch und besser als im Supermarkt. Leider gibt es in Jolly Harbour nur den Supermarkt und der kühlt das Gemüse fast bis Frostgrenze runter. Dadurch ist es nur sehr kurz haltbar.

 

 

 

 

20201209 1740 Jolly Harbour Frchte
Afrikanischer Wurstbaum neben den
Manchinelbaum dessen Früchte giftig sind, kann
man diese Früchte auch nicht essen.

 

 

 

 

Den nächsten Tag fahren wir in die 5 sm entfernte Five Island Bay und Ankern vor dem Hermitage Beach.
Position 17°05,22N 061°53,68W
Wir verbringen die Tage mit Muscheln sammeln am Strand, Schnorcheln und Pläne schmieden.
Der Strand ist voller Muscheln und Korallenbruch.
Aber, wie Julia von der Soltara immer sagt:
„Pläne werden bei Niedrigwasser in Sand geschrieben“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20201212 1920 Five Island Bay
Five Island Bay, ein Blowhole, Wasser wird mit den Wellen durch eine
Felsspalte gepresst

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dennoch, ganz ohne Pläne geht es auch nicht. So wollen wir von hier weiter nach Norden zur Dickenson Bay fahren um von dort zur
Schwesterinsel Barbuda zu fahren. Diese liegt mit einer Peilung von 20° im Nordosten. Damit sollte der Wind aus Ost oder lieber noch etwas
südlicher kommen was aber nicht so oft vorkommt. Meist kommt der Wind aus Nordost. So müssen wir mit unserer Überfahrt flexibel sein und
wenn der Wind passt geht’s los.

20201215 2040 Dickenson Bay
Molly vor Anker in der Dickenson Bay

 

 

 

In der Dickenson Bay liegen wir ziemlich weit im Norden geschützt an einer Felswand und etwas abseits vom Hotelrummel an einem kleinen Strand. Die
San Giulio liegt wegen ihrem Tiefgang etwas südlicher. Unser Weg zur Floating Bar ist zwar etwas weiter, führt uns dadurch nicht so oft in
Versuchung. Das Wasser ist noch immer etwas trübe, so dass schnorcheln ausfällt. Es ist nicht schmutzig, doch die Sedimente des feinen Sandbodens lassen es etwas milchig erscheinen.

 

 

 

 

 

 

Die Wettervorhersage für Mittwoch 16. Dezember ESE mit 10 – 15 Knoten. Das ist der ideale Wind für unseren Schlag nach Barbuda.
Doch zuvor sind noch einige Vorbereitungen notwendig, denn auf Barbuda gibt es nicht viel.

 

20201215 2050 St John Wasser tanken Einkaufen fr Barbuda
Wir machen an der Pier und Promenade in St. Johns fest

 

 

So fahren wir am Dienstag noch nach St. Johns, verlängern unsere Cruising
Permit, gehen noch ein paar letzte Dinge einkaufen und machen unsere
Wassertanks voll.

20201215 2070 St John Wasser tanken Einkaufen fr Barbuda
St Johns, Weihnachten naht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir entscheiden uns für einen frühen Start für die 27 sm nach Barbuda. Sollten wir doch aufkreuzen müssen, würde es ein langer Tag werden.
Mittwochmorgen, der Wecker klingelt um 5:00 Uhr, Kaffee und ein kleines Frühstück muss sein. Die Sonne geht so um 6 Uhr auf, um 6:30 Uhr schnurrt
die Ankerwinch und zieht die Kette ein. Kurz darauf sind die Segel gesetzt und nehmen wir Kurs durch den Diamond Channel, der auf beiden Seiten durch Korallenbänke begrenzt wird. Nach drei Meilen der Aufmerksamkeit nehmen wir Kurs auf Barbuda und Windfried übernimmt das Ruder.

 

20201216 2103 nach Barbuda Mlly uner Segel
Zwei Weihnachtsmänner auf dem Weg nach Barbuda.

 



Wir segeln gemeinsam mit der San Giulio, so ergibt sich die Gelegenheit ein paar Bilder auf See zu machen.

Mit 15 kn aus Ost, fehlt die vorhergesagte südliche Komponente, lässt sich aber dennoch gut segeln. Wir werfen die Angel aus und genießen unser zweites
Frühstück bei traumhaften Segeln. Ein Thunfisch, klein genug für eine Mahlzeit, geht an den Haken.




20201216 2104 nach Barbuda Mlly uner Segel
auf dem Weg nach Barbuda
20201216 2105 nach Barbuda Mlly uner Segel
auf dem Weg nach Barbuda

 

Gegen Mittag erreichen wir unseren Ankerplatz an der Coca Beach.
Position 17°33,08N 061°46,12W
Unser Anker vergräbt sich in feinstem Sandboden bei einer Wassertiefe von 4m. Wir hätten noch ein paar Meter näher an den Strand
fahren können, doch werden zum Abend hin die Sandfliegen aktiv, weshalb wir lieber ein paar Meter mehr Abstand zum Strand
gehalten haben.

Für den Abend sind wir von bekannten Cruisern zum Dinghidrift eingeladen worden. Jeder bringt Essen und Trinken in seinem Dinghi
mit, man bindet sich zusammen, zu einer großen Insel und lässt sich in den Sonnenuntergang treiben.

20201216 2120 Barbuda Dinghi Float

 

Am nächsten Tag sind wir gelaufen am kilometerlangen Strand. Der Sand ist so fein und weich, dass man bei jedem Schritt bis zu den Knöcheln einsinkt.

20201217 2130 Barbuda Cocoa Beach 20201217 2260 Barbuda Cocoa Beach Schildkrte 2
Cocoa Beach, Sandstrand so weit das Auge reicht immerwieder tauchen Schildkröten zwischen den Schiffen auf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über die Mittagszeit waren wir wieder einmal an den Riffen Schnorcheln. Einzelne mal größere aber auch kleinere Riffe stehen von weißem
Sand umgeben in 3 – 5 m tiefen Wasser.

Hier sind die Fische vergleichsweise groß, so um 40 -50 cm. Als wir da so schnorcheln, zieht elegant ein Hai über den weißen Sandboden.
Der Schreck war erstmal groß, da wir hier noch nicht mit Haien gerechnet hatten. Zum Glück war er nicht an uns interessiert. So schnorcheln wir mit einem wachsamen Rundumblick weiter, bis einen weiteren Hai sehen, der ebenfalls dicht am Boden seine Bahnen durch die Riffe zieht.
Bis ich mich von einem weiteren Schreck erholt habe und meine Kamera gezückt hatte, war er auch schon wieder weg.
Wir wollen noch ein paar Ausflüge an Land mache und so fahren wir ca. 10 sm weiter nördlich in die Low Bay.
Position: 17°37,97N 061°51,14 W

Die Low Bay ist eigentlich keine Bay, denn sie liegt an einem Sandstrand der sich 12 sm entlang der Ostküste der Insel zieht. Um in den
Ort Codrington zu gelangen musste man früher das Dinghi über die Sanddüne tragen, um dann über die dahinter liegende Lagune zum Ort zu gelangen. Hurrikan Irma hat 2017 einen Durchbruch in die Düne geschlagen. So dass man jetzt die Lagune einen direkten Zugang zum Meer hat.
Am Samstag 19. Dezember wollen wir uns mit Antje und Bert (SY San Giulio) eine der drei Höhlen erwandern. Wir haben das größere und schnellere Dinghi von Bert genommen, doch vor dem Durchbruch wegen der brechenden Welle aufgegeben und uns ein Wassertaxi gerufen.
Salomon kommt uns mit seinem Fischerboot holen. 13 EC pro Person und Fahrt ist ein fairer Preis.
Die Telefonnummer von Salomon +1 268 728 8418

20201219 2310 Barbuda Low Bay Wanderung Caves Esel 20201219 2360 Barbuda Low Bay Wanderung Caves Lbser im Hafen
Massen von wilden Esel leben auf der Insel Am Hafen von Codrington, Fischer haben Lobster gefangen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach zwei Stunden wandern durch die Insel, haben wir leider ohne eine Höhle gefunden zu haben, den Rückweg angetreten. Auch ohne Höhle war es eine schöne Wanderung durch die Insel. Wir wir später festgestellt haben, war die Karte der Touristeninformation falsch und die Höhle an einer falschen Stelle eingezeichnet.

Beschreibung einfügen !

Der Wetterbericht sagt für die nächsten 5 Tage nichts Gutes vorher. Wind mit bis 40 kn und 2,3 m Welle. Wir überlegen die Optionen. In Antigua wäre nur Falmouth entsprechend geschützt. Hier hinter der Düne werden wir zwar auch reichlich Wind haben, da die Insel sehr flach ist, doch mit der
Welle hoffen wir auf weniger als 50 cm.

Wir bleiben, buchen bei Salomon einen Ausflug zu den Fregattenvögeln für den nächsten Tag.

20201220 2380 Barduda Srand Lw Bay

 

 

Strand der Low Bay

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Preise sind staatlich festgelegt, das ist sehr angenehm und ein handeln entfällt. Salomon kam pünktlich mit seinem Fischerboot durch den Dünendurchbruch und holt uns zum Ausflug ab. Die Welle stand heute zwar nicht ganz so hoch und wir fuhren durch den Dünendurchbruch ohne nass zu werden. Die Anfahrt zu den Brutstätten der Fregattenvögel war bestimmt 3 Meilen. Mit unserem Dinghi hätten wir vermutlich eine Tankstelle unterwegs gebraucht.

20201220 2460 Barbuda Tour zu den Fregattenvgeln
Fregattvögel nisten in Mangroven

 

Er ist zwar kein Vogelkundler, hat uns dennoch viel
über die Vögel und seine Insel erzählt.
Ein gelungener und in jedem Fall lohnenswerter Ausflug.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20201220 2570 Barbuda Tour zu den Fregattenvgeln 20201220 2550 Barbuda Tour zu den Fregattenvgeln
Fregattvögel beim Nisten in den Mangroven Zwei weitere Vögel beim Beobachten der Fregattvögel in
einem riesigen Mangrovenbereich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Montag 21. Dezember
Heute ist wieder einmal Backtag: Roggenmischbrot und Rosinen-Zimt-Schnecken

Dienstag 22. Dezember
Weihnachten rückt immer näher, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.
Die Molly auf Hochglanz poliert, Weihnachtsschmuck aufgehängt, und den Lobster bei Salomon bestellt, Haare schneiden, …. . In den
letzten Tagen hatten wir einen schönen Weihnachtsbrief erstellt, den wir eigentlich als JPG- Datei über WhatsApp verschicken wollten,
da mit dem äußerst schwachen Mobilnetz nichts anderes geht. Doch nach endlosem Kampf mit der Technik ist es dann doch nur ein
PDF geblieben. Das PDF über Bluetooth aufs Handy und … es ließ sich anfangs nicht an eine WhatsApp anhängen …, so haben wir
den Nachmittag mir unserer Technik gekämpft um einen Weg zu finden diesen Weihnachtsgrüße zu versenden.
Die Wettervorhersage für Donnerstag 24. Dezember war alles andere als gut. Wind bis 40 kn und auf See Wellen bis 2,3 m. Wir
beobachten weiter und hoffen auf eine kurzfristige Verbesserung.
Am Mittwoch kam die Info, dass mehrere andere Boote an der Cocoa Beach grillen wollen. Da uns Salomom mit seinem Lobster
versetzt hat, fiel der wahnwitzige Entschluss am Donnerstagmorgen zusammen mit der SY San Giulio an den 10 sm entfernte Cocoa
Beach zu fahren. Gute 5 sm konnten wir uns unter Segel hoch am Wind in die richtige Richtung kämpfen. Doch der Wind kam
irgendwann von vorne. Die San Giulio hat sich mit seinem Turbodiesel gegen Wind und Welle durch gekämpft. Wir haben das
Unterfangen zur Schonung unseres Materials recht schnell aufgegeben und sind in unsere Low Bay zurückgefahren. Nach einem
kurzen und nassen Ausflug haben wir den Heiligen Abend doch an Bord verbracht. So fiel der Traum vom Lobstergrillen am Strand
buchstäblich ins Wasser.
Freitagmorgen 25. Dezember
Die Sonne geht am blauen Himmel auf und, als wenn nichts gewesen wäre, weht eine laue Brise von 15 kn über die Bucht. Wir packen
unseren Rucksack und starten zu einer Wanderung zum „Two Foot Nationalpark“ und der „Indian Cave“. Freundliche Leute, die wir
unterwegs treffen, zeigen uns den richtigen Weg, so dass wir die Höhlen nicht mehr verfehlen können. Ein Weg durch die Indian Cave
führt auf das Plateau, unter der die Höhlen sind. Diese tolle Aussicht lädt zur Pause und Staunen ein.
Zurück im Hafen erfahren wir, dass morgen mindestens ein Fischer ieder raus will und so gegen 13:00 Uhr zurück sein soll.

 

20201226 3120 Barbuda Lobster vom Fischer

 

Das ermutigt uns, nochmals einen Anlauf für Lobster oder Fisch zu nehmen.
Auf dem Weg zum Fischen winken wir den Fischer zu uns heran und geben unsere Bestellung von 2 Lobster auf. Auf dem Rückweg stoppen sie an unserem Schiff und wir bekommen 2 schöne Lobster.

Gleich danach lichten wir den Anker und fahren zur Cocoa Beach, wo wir uns für Sonntag zum Grillen am Strand angemeldet haben.

 

 

 

 

 

 

 

Grillen bei Inoch an derStrandbar.

20201227 3140 Cocoa Beach Lobstergrillen bei Inoch

 

zuerst einen Aperitif bei Inoch an der Strandbar

die Crews der Segelyachten : Flora, Escape, San Giulio und Molly

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20201227 3150 Cocoa Beach Lobstergrillen bei Inoch 20201227 3200 Cocoa Beach Lobstergrillen bei Inoch
Vorbereitungen: Lobster grillt Inoch, Beilagen bringen wir selbst. Inoch beim Grillen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20201227 3220 Cocoa Beach Lobstergrillen bei Inoch 20201227 3250 Cocoa Beach Lobstergrillen bei Inoch
für jeden einen ganzen Lobster vom Grill. Die kommen roh auf den Grill,
mit etwas Kräuterbutter bestrichen. Sehr zart und lecker
für uns ein verspätetes Weihnachtsgrillen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für Sylvester wollen wir wieder in Jolly Harbour sein.
Für die 31 sm gehen wir wieder früh ankerauf. Wir sind noch keine 5 sm unterwegs, haben wir schon einen Barracuda an der Angel.
Den lassen wir aber wieder in die Freiheit, da wir keine Barracudas aus dem Riffbereich mehr essen wollen.
Denn:
Rifffische knabbern an den hübschen Korallen und so gelangt das Gift "Gambierdiscus toxicus" auch Ciguatera genannt in die
Rifffische. Fressen Barrakudas mehrere dieser Rifffische konzentriert sich das Gift in ihm. Das kommt wohl im der nördlichen Karibik
und im Pazifik vor.
Etwas weiter haben wir noch einen Bluefin-Tuna und eine Spanische Makrele gefangen, die zwar auch Räuber sind, aber nicht im
Bereich der Korallen jagen und leben.

 

20201228 3310 nach Antigua Spanisch Makrele
spanische Makrele, jedesmal ein neues Rätselraten, welchen Fisch wir
gefangen haben.
kleiner Köder kleine Fische, die sind zarter und reichen für eine Mahlzeit.

 

Nach zwei Wochen auf Barbuda, mit sehr eingeschränkter Versorgung, war
unser Kühlschrank leer gegessen. Wir nutzen die Gelegenheit zum Einkaufen
und loten die Optionen für Sylvester aus. Sandra´s Beachbar geht hier ganz
klar als Favorit hervor.

 

20201229 3390 Jilly Harbour Sandras Beachbar
Sandra´s Beachbar:  schönes Ambiente und gute Cocktails

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20201229 3400 Jilly Harbour Sandras Beachbar 20201229 3410 Jilly Harbour Sandras Beachbar
Sandra´s Beachbar, das nenne ich einen Sundowner  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 20201231 Wetterkarte

 

 Doch der Wetterbericht für Donnerstag (Sylvester) und Freitag verspricht eher einen unruhigen Abend an Bord. Wind in Böen um 40 kn mit reichlich Regenschauer dazu.

Einige Schiffe verlassen am Donnerstagmorgen noch das Ankerfeld vor Jolly Harbour sodass wir auch den Anker auf holen und einen freigewordenen, ruhigeren Platz nehmen.

Wiedereinmal bereiten wir die Molly auf starken Wind vor. Auf 3,6 m Wassertiefe haben wir 45 m Kette
gelegt. Die Kette mit zwei Leinen entlastet, so dass die Rucklast nicht auf die Winch sondern auf die Klampen geht. Wobei der Wind ersteinmal das Gewicht der Kette anheben muss, bevor an einen Ruck zu denken ist. Ab und zuschafft er es aber doch.

 

 Der Wetterbericht hält was er verspricht und Windböen über 40 kn pfeifen über das Ankerfeld, mit den wenigen verbliebenen Yachten. Sylvester gestaltet sich bei uns beiden eher ruhig. Wir genießen das letzte eingekochte Rindergulasch und schauen einen Film dazu. Der Samstag ist ähnlich unruhig nur das Gulasch haben wir aufgegessen.

 

20210104 3415 Jolly Harbour Streicharbeiten

 

So vergehen die ersten Tage des Neuen Jahres eher unruhig.


Ich nutze die Zeit und streiche ein paar Holzteile. An stark beanspruchten
Stellen ist einfach der Lack ab. Bei uns kann man das nicht so einfach nachpinseln. Aber mit einer Dose Klarlack bringen wir die Molly wieder auf
Hochglanz.

 

 

 

Ab dem 4 Januar ist für die nächsten Tage ruhiges und sonniges Wetter vorhergesagt. Unseren Landausflug im Dezember hatten wir wegen schlechtem Wetter abgesagt, so buchen wir den Ausflug für den 5. Januar erneut.

20210105 3420 Jolly Harbour Ausflug ber Land

Von unserem TourJeep werden wir in Jolly Harbour abgeholt.

 

 


In Jolly Harbour werden wir am Morgen abgeholt und fahren nach St. Johns,
von wo es dann wirklich los geht. Mit diesem Jeep fahren wir einmal quer
durch die Insel und erfahren einiges über Land und Vegetation. Unser erster
Stopp ist Devil´s Bridge an der Ostküste der Insel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20210105 3480 Jolly Harbour Ausflug ber Land Devils Bridge
Devils Bridge, eine natürliche Felsbrücke im Meer

 

Die Legende der Devil´s Bridge ist, dass ungewollt schwangere
weibliche Sklaven sich von der Brücke gestürzt hatten, damit die
Kinder nicht in der Sklaverei leben mussten.

20210105 3500 Jolly Harbour Ausflug ber Land Devils Bridge
Der Punkt wo ich sitze, war der einzige Punkt auf der Brücke der nicht nass wurde. So habe ich das Wellenmuster beobachtet und bin in einer Pause schnell in die Mitte gelaufen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Danach fuhren wir weiter zu Stingray City. Ein riesiges Flach mit vorgelagerten Riffen. Sandboden und ca. ein Meter flach. Eine riesige
türkisfarbene Fläche leuchtet im Wasser. Dunkle Flecken bewegen sich über den Sandboden. Rochen ziehen hier ihre Bahnen und
wissen, wenn die Touris kommen gibt es leckere Pulpos zu Essen. Nach einer kurzen Einweisung wie wir uns mit den Rochen zu
verhalten haben, denn es sind Tiere aus dem Riff, die in Freiheit leben, gehen wir vorsichtig ins Wasser.

20210105 3510 Jolly Harbour Ausflug ber Land Stingrays 20210105 3530 Jolly Harbour Ausflug ber Land Stingrays
auf einer Sandbank, in der Mercers Creek Bay umschlossen von Riffen unzählige Rochen schwimmen hautnah an einem vorbei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit Schnorchelbrille und Foto bewaffnet mussten wir uns ersteinmal auf diese aufregende Situation einstellen. Die Rochen Hautnah zu erleben, anzufassen und zu füttern war ein ganz besonderes Erlebnis.

Die Fütterung der Raubtiere hat begonnen. So um die 20 Rochen schwammen um unsere Beine und wollten sich ein Leckerchen in Form eines kleinen Tintenfisches holen.

20210105 3570 Jolly Harbour Ausflug ber Land Stingrays 20210105 3580 Jolly Harbour Ausflug ber Land Stingrays
Ich musste ihm eine kleine Kurskorrektur geben Alexandra braucht eine Weile um sich mit den Tieren anzufreunden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20210105 3600 Jolly Harbour Ausflug ber Land Stingrays 20210105 3610 Jolly Harbour Ausflug ber Land Stingrays
na geht doch, sind ja auch ganz liebe Tierchen Hier gibt es einen lecker Pulpo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20210105 3550 Jolly Harbour Ausflug ber Land Stingrays 20210105 3560 Jolly Harbour Ausflug ber Land Stingrays
Sehr schön anzusehen wie sie elegant durchs Wasser schweben.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da Rochen die Augen oben haben und den Mund unten, ist das mit dem Füttern nicht ganz so einfach. Mit einer enormen Saugkraft saugen sie ihr Futter ein. Man muss nur aufpassen, das man den Pulpo nicht zu fest hält, sonst saugen sie die ganze Hand mit ein. Ein Staubsauger ist ein Sch... dagegen.
Eine dieser Riesenflundern hat meinen Oberschenkel wohl mit einem Pulpo verwechselt und sich da mal kurz festgesaugt. Ein Bluterguss bleibt als Erinnerung. Nachdem der letzte Pulpo verfüttert und wir trotz 28° C warmen Wasser anfangen zu frieren, fahren wir zurück an Land.

 

 Weiter geht die Tour zu der Ruine einer ehemaligen Rumdestillerie, wo uns ein Lunchbuffet erwartet.

20210105 3720 Jolly Harbour Ausflug ber Land Bettys Hope Rum Destillerie1
20210105 3690 Jolly Harbour Ausflug ber Land Bettys Hope Rum Destillerie1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit Hilfe von Windmühlen wurde der wertvolle Saft aus dem Zuckerrohr gepresst und anschließend zu Rum verarbeitet. Zu Glück hatte unser Fahrer Rumpunch dabei, so konnten wir die Stätte entsprechend mit einem Glas in der Hand besichtigen.

20210105 3700 Jolly Harbour Ausflug ber Land Bettys Hope Rum Destillerie1 20210105 3680 Jolly Harbour Ausflug ber Land Bettys Hope Rum Destillerie1
ie Presse um Zuckerrohr zu pressen, von einem
Windrad angetrieben
Ein Modell, wie die Anlage der Rumdestillerie früher einmal ausgesehen hatte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von hier führte uns der Weg zum Anbau von Ananas und zur Verkostung der sogenannten schwarzen Ananas.

20210105 3750 Jolly Harbour Ausflug ber Land Ananas1

 

Hier am Straßenrand gibt es frisch aufgeschnittene Ananas aus der
Plantage

 

 

Der Name rührt vom schwarzen Boden auf dem sie angebaut wird.
Danach fahren wir entlang den Stränden der Westküste zurück nach Jolly
Harbour.
Ein gelungener Tag mit vielen Eindrücken und Erlebnissen.

 

 

 

 

 

Die SY San Giulio hat sich schon verabschiedet, sie wollten noch nach English Harbour und Green Island im Süden der Insel. Da wir ein Paket aus Deutschland erwarten wollen wir nicht zu weit weg fahren und haben uns für die Riffregion im Nordosten der Insel entschieden.
Für die Zollabwicklung am Flughafen haben wir einen Broker beauftragt. Der erledigt für uns die ganzen Formalitäten und bringt uns das Paket zum Hafen.

Mittwoch 6. Januar
Wir wollen im Hafen noch Wasser, Diesel und Benzin tanken. Langsam aber sicher haben wir den letzten Diesel aus Mindelo, Kap Verden aufgebraucht. Dann geht es los nach Long Island.
Am frühen Nachmittag erreichen wir Long Island vor Anker und genießen am Abend die Klänge einer Steelband.
Position 17°09,38N 061°45,8W auf 3 m Wasssertiefe und schönem Sandboden

Die im Segelführer beschriebene Station zur Beobachtung der Schilodkröten konnten wir nicht finden und auch sonst haben wir in den Riffen nichts Besonderes und auch keine Schildis entdecken können.

Donnerstag 07. Januar
Mal wieder Ausschlafen, denn heute haben wir nur 4 sm bis nach Great Bird Island. Um 9:00 Uhr lichten wir den Anker und erkennen sehr schnell, mit der Sonne im Gesicht wir das nichts. Das Wasser glitzert von der Sonne und so sind keine Steine und Riffe im Wasser zu erkennen. Wir drehen um und warten bis Mittag. Ein neuer Anlauf bestätigt das schon mehrfach gelesene, das man Riffe und Untiefen nur mit der Sonne immer im Rücken sehen kann.

Die Route dir ich ausgesucht habe ist zwar etwas länger, dafür haben wir aber nur 3 Riffe auf die wir aufpassen müssen.
Um 13:30 Uhr fällt der Anker vor Great Bird Island auf 3,5 m Wasser. 17°08,72N 061°43,79W, fester Korallensand mit Seegras

 20210107 3855 Great Bird Island
Anfahrt von Long Island durch viele kleine Riffe und
Korallenköpfe nach Great Bird Island. Einer steht an
Bug, mit der Sonne im Rücken lassen sich die
Farben im Wasser gut deuten

 

 Wir erkunden die Insel Great Bird Island. Sie ist mit einem Umfang von 3 km nicht sehr
groß.
Dennoch hat sie an der Nord-und Südseite einen Sandstrand, an dem wir gut mit unserem
Dingihi anlanden können

20210108 3880 Great Bird Island
ganz links im Bild dieMolly

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20210108 3890 Great Bird Island
Auf der Insel hat man einen sehr schönen Rundumblick auf die überall verstreuten Riffe.

 

Etliche kleine und auch größere Inseln laden zum Wandern und schnorcheln ein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 20210109 3995 Riff Great Bird Island
 Panoramaaufnahme von li nach re: innerhalb des Riffs, die Insel Great BirdIsland und der Atlantik

 Gut zu sehen ist wie aufgewühlt der Atlantik auf die Rifflinie trifft und das Wasser danach deutlich ruhiger ist. der Wind pfeift trotzdem um die Nase aber
die Riffe fangen die Wellen des Atlantik ab und das Wasser nach dem Riff ist sehr ruhig und angenehm.

 

20210108 3950 Great Bird Island
tropical Bird in seinem Nest

 

Auf dem Rückweg schreit uns ein „Tropical Bird“ an, der in einer kleinen Höhle in seinem Nest sitzt. Wir entschuldigen uns für die Störung, machen ein Foto und gehen weiter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Auf dem Rückweg halten wir noch an einem Riff und schauen was die Unterwasserwelt uns zeigt. Zum Glück können Fische nicht schreien.

20210108 3970 Great Bird Island
verschiedensten Korallengewächse an einer Stelle
Auch ein Beispiel eines Korallenkopfs, den man nicht anfahren möchte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Samstag 09. Januar
Für heute ist gemäßigter Wind angesagt, ein guter Tag um zu Hells Gate zu fahren. Doch die Schwierigkeit beginnt damit, welche der vielen kleinen
Inseln ist es. Eine Orientierung mittels der Beschreibung aus dem Führer und unserer Seekarte ist äußerst Schwierig. Mit einer Vermutung machen wir uns
mit dem Dinghi auf den Weg. Unsere Vermutung bestätigt sich nachdem wir das Loch oder besser die Felsbrücke sehen. Wegen der vielen Felsen ist
kein Anlanden möglich, so ankern wir nahe der Insel und schwimmen noch ein paar Meter. Das Lavagestein ist Messerscharf, doch der Sandboden vor
der Brücke lädt zum Fotoshooting ein.

20210109 4040 Hells Gate 20210109 4070 Hells Gate1
Hell Gate ist der Durchbruch mit der Brücke darüber schöner weicher Muschelsand vor der Brücke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20210109 4110 Hells Gate1 20210109 4130 Hells Gate
es wären nicht wir, wüden wir nicht auch auf der Brück stehen Es scheint als würde sie sich etwas durchbiegen. Der Schein trügt !!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20210109 4120 Hells Gate 20210110 4160 Great Bird Island1
viele kleine Inseln, Felsen und Riffe Super klares Wasser mit meist um die 2 - 3 m Tiefe. Ein Paradies zum
schnorcheln und wegen der geringen Tiefe schön warm.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Der Plan war eigentlich von Great Bird Island nach Green Island zu fahren. Doch bekamen wir die Nachricht, unser Dinghy ist da. Der Händler in Falmouth der unser Dinghy repariert hat, hat eine Lieferung neuer Dinghies bekommen. Also nicht nach Süden, sondern um die halbe Insel auf die Westseite.

20210109 4150 Great Bird Island

 

Durch die schönen Farben eingestimmt blase ich zum Sonnenuntergang ins Muschelhorn.


Montag 11. Januar
Wir fahren von Ost über Nord an die Südwestküste halb um die Insel nach Falmouth.
Bei diesem Halbkreis hat man irgendwann den Wind gegen an. Wäre ja nicht so schlimm, aber warum müssen es immer gleich 30 kn auf die Nase sein.
Voller Freude sind wir am nächsten Tag zum Händler, doch die Ernüchterung kam schnell. Alle Dinghies waren aus PVC gefertigt, nicht sonderlich
geeignet für diese Breiten. ( Bei 35-40°C in der Sonne wird der PVC weich und die Klebenähte lösen sich. ) Nach langer Überlegung haben wir von einem Kauf abgesehen. Zudem bräuchten wir ein Cover über den Dinghy-Schlauch, zum Schutz vor der Sonne, der nochmal so viel kostet wie das
Dinghy selbst. Wir schauen uns weiter um.

 

 

20210111 4180 Falmouth Superyachten bei Nacht

 

 

Der Hafen von Falmouth hat sich mit Superyachten gefüllt.
5 Etagen, Swimmingpool und Hubschrauberdeck. Eine kleine schwimmende
Stadt mit mehr Angestellten als Eigner.

Die Lichter sind nicht etwa Lichter der Stadt, sondern die Decks, Etagen- und sonstige Beleuchtung der Megayachten

 

 

 

 

 

 

 

Wir nutzten die Gelegenheit in Falmouth den Kühlschrank wieder aufzufüllen und fahren zu Green Island. Wieder mit Wind gegen an
kreuzen wir mehrfach auf und umrunden die andere Hälfte der Insel nach Green Island.

20210114 4195 Seekarte Green Island
Seekarte und Anfahrt von Green Island. Das Beige sind die Riffe, das Grüne ist Land, Tiefenangaben in Fuß.

 

Die geschützten Ankerbuchten auf der Lee-Seite sind klein und bereits reichlich gefüllt. Wir weichen in den Riffbereich aus. Etwas Schlangenlinie wegen der vorgelagerten Untiefen vor Green Island und Antigua Insel nehmen wir Kurs auf das Außenriff.
Auf die Tiefenangaben und die genaue Position der Riffe auf der Seekarte ist nicht unbedingt Verlass. Deshalb ist ein Ausguck unerlässlich. Der Ausblick gefällt uns. Einige türkise Flecken (Korallensand) verraten uns wo wir den Anker fallen lassen.
Position: 17°04,55N 061°40,31W


Es liegen hier auch einige Mooringbojen, doch vertrauen wir unserem eigenen Ankergeschirr mehr. Wer weiß wann die Moorings das letzte
mal konrtilliert wurden. Der Anker hält, wie immer noch ein kurzer Tauchgang zur Kontrolle. Er ist komplett eingegraben, damit stecke ich 40 m Kette auf 5 m Wassertiefe.
Ich habe mir angewöhnt gleich soviel Kette zu geben, wie für Starkwind notwendig, für den Fall, dass sich jemand hinter uns legt.


 

So schauen wir über das Riff auf den Atlantik. Über dem Riff brechen die Wellen des Atlantik und an unserem Ankerplatz ist ruhiges
Wasser. Einzig den Wind hält nichts auf. Der Ausblick gefällt uns.

20210116 4300 Green Bay Ankerplatz Riff
Blick vom Schiff aufs Riff

 

Wir gehen Schnorcheln an den nahegelegenen Riffen, doch das Schauspiel der vielen Kitesurfer ist interessanter als die Unterwasserwelt.
Unglücklicherweise kommt uns ein Kitesurfer zu nahe und seine Leinen verfangen sich in unserem Mast. Wir helfen Robi sich mit seinen vielen
Leinen aus unserem Rigg zu befreien und machen ihm klar dass wir kein weiteres Segel bräuchten. Dabei bemerken wir das bei der Kollision unsere
Masteinheit der Windanzeige abgerissen wurde. Robi ist das höchst peinlich und will natürlich für den Schaden aufkommen. Nur wo bekommen wir diese
Masteinheit als Ersatzteil. Nach einem halben Tag der Recherche und mehreren Emails und Telefonaten wurden wir in Falmouth fündig. Wir lassen
uns das Teil reservieren und fahren zuerst noch wie geplant in die Emerald Bay.

 

 

 

 


Von hier laufen wir zu der Devils Bridge.
Die Emerald Bay ist nicht sehr groß und wird zum Ende auch flach, doch man liegt hier sehr geschützt vor Wind und Welle. Wir fahren so ca. 2/3 in die Bucht und Ankern auf 4 m auf seegrasbewachsenen Muschelsand. Der Anker hält auf den ersten Anlauf. Am Ende der Bucht ist eine etwas verwahrloste Pier der Fischer von wo wir Zugang zur Straße haben.
Position: 17°05,25N 061°41,51W

20210118 4400 Wanderung zu Devils Bridge 20210118 4420 Wanderung zu Devils Bridge
an der Farbe des Wassers lässt sich die Tiefe erkennen, ganz rechts im Bild Green Island Die Devils Bridge

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Doch hat sich die ruhige Bucht auch bei den Superyachten herumgesprochen. Die können hier zwar nicht reinfahren, aber nutzen die Bucht als Spielwiese für Wasserski, ziehen Luftkissen hinter her, … . Das macht die Bucht dann wieder unruhig und wellig, denn die haben nicht die kleinen Dinghies wie wir, mehrere hundert PS Inborder röhren durch die Bucht.

20210116 4310 Green Island Mega Yachten 20210117 4360 Nonsuch Bay Megayacht mit Hubschraubertender
Stelldichein der Megayachten Megayacht, im Megayacht, im Hintergrund der dazugehörige Hubschrauberträger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da wir tagsüber beim Wandern waren hat uns das Treiben in der Bucht nicht sonderlich gestört und abend war auch wieder Ruhe und wir für uns.

Bevor wir nach Falmouth aufbrechen wollen wir noch einen Stopp im Rickett Harbour einlegen. Entgegen dem Namen ist ein sehr schöne von Riffen gesäumte Bucht. Bei unserer Ankunft war es hier leider überfüllt, doch heute … die Bucht ist leer. In der Bucht gibt eine Mooring, doch auch hier vertrauen lieber auf unseren Anker.

 20210114 4196 Anfahrt Rickett Harbour
 Seekarte Einlaufen Rickett Harbour

 

 Auch hier muss man beim Einlaufen auf die Riffe achten, die links und rechts
der Bucht lauern. Doch in der Mitte ist schöner Sand und man  kann sehr
nahe am Strand ankern.

Position: 17°04,18N 061°40,26W auf Muschelsandboden in 3,5 m Tiefe

Schon beim Einlaufen bemerken wir die vielen Schildkröten im Wasser. Auch
das südliche Riff ist sehr schön zum Schnorcheln. Ein schöner Lobster schaut
aus seinem Loch, doch ich traue mich nicht mit bloßen Händen nach ihm zu
packen. Meine Blessuren sind ja gerade mal verheilt. Auch der Pulpo
verbleibt in Freiheit. Beim Schnorcheln um das Schiff entdecken wir einige
der riesigen Schildkröten. Immer wieder staune ich über diese Kreaturen, wie
sie auf dem Boden das zarte Gras rupfen und elegant durchs Wasser gleiten.
Eine schaut mich an, … was will den der da oben… und frisst einfach weiter.

 

 

 

 

 

20210115 4200 Green Island Pulpo 20210116 4270 Green Island Schnorcheln Lobster
Pulpo in Bildmitte Lobster im unteren Drittel, gut getarnt, ca. 4 Pfd.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20210116 4240 Green Island Schnorcheln Schildi 20210119 4490 Rickett Harbour Schildi
unverkennbar Schildi in regelmäßigen Abständen müssen sie luftholen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20210116 4260 Green Island Schnorcheln Seestern
unverkennbar, Alexandra taucht nach einem Seestern

 

20210119 4440 Rickett Harbour
Blick auf den Strand Rickett Harbour

 

 

 

 

 

20210119 4480 Rickett Hrbour Panorama
Ricketts Harbour, im Panoramablick sieht die Bucht riesig aus, doch muss man sich das im Halbreis vorstellen.

 

Hier wären wir gerne noch ein paar Tage geblieben, doch wir müssen unser Ersatzteil in Falmouth holen und auf den Mast bauen.

20210122 4550 nach Jolly Harbour Gennaker
schöne achterliche Brise von Falmouth nach Jolly Harbour

 

Zurück in Jolly Harbour haben wir wieder einmal unsere Gasflasche füllen lassen und wollten eigentlich Wasser tanken. Wegen eines Wasserrohrbruchs bekommen wir hier die nächsten Tage kein Wasser. Wir brauchen auch noch eine USB-Tastatur für unseren Computer, die bekommen wir jedoch in
St. Johns. Also nehmen wir die Molly und fahren die 10 sm nach St. Johns. Dort bekommen wir Wasser und die Tastatur.
An meinem Laptop fallen immer mehr Tasten aus. Vermutlich wegen dem hohen Salzgehalt und der hohen Luftfeuchtigkeit, haben einzelne Tasten keinen Kontakt mehr. Schreiben ist damit nicht mehr möglich. Ich habe zwar schon eine neue Tastatur bestellt, die aber in Deutschland ankommt.
Wir leben noch immer in der Hoffnung, das sich die Situation bessert und wir mal nach Deutschland fliegen können.

In St. Johns haben wir unsere amerikanischen Freunde Gary und Jodi von Country Dancer wieder getroffen. Sie waren gerade beim Einklarieren. Das war nach vielen Wochen ein freudiges Wiedersehen.

 

 

 

Wir haben jetzt einen Großteil von Antigua und Barbuda gesehen und machen uns um unser nächstes Ziel Gedanken. So haben wir die Tage per Email mal in Martinique angeklopft, da viele der anderen Inseln noch zu sind. Zudem könnten wir von Martinique ohne weiteres nach Guadelupe fahren. Damit könnten wir zwei Inseln mit einem PCR-Test besuchen. Die Kriterien welche Insel wir anfahren verändern sich in Zeiten von Corona etwas. Eine Anmeldung nach Martinique muss 24 Stunden vor Ankunft gestellt werden und ein PCR-Test (Coronatest) muss eigentlich beigefügt sein. Da wir aber 2-3 Tage auf See sind, die Einreisegenehmigung vor Abfahrt haben wollen, können wir auch schwerlich die 72 Stunden einhalten, die das Testergebnis maximal alt sein darf.
So haben wir per Email (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) darum gebeten den Test vor Ort machen zu dürfen. Die Antwort kam überraschender Weise noch am gleichen Tag. Wir können kommen und den PCR-Test in Martinique, Le Marin machen. Gleichzeitig haben wir eine Broschüre mit den Einreiseregularien bekommen. Der Wetterbericht verspricht uns bis Samstag den 30. Januar noch schönes, eher ruhiges Wetter und ab Sonntag Wind um 30 kn. So legen wir unseren Abreisetag auf den 28. Januar gegen Mittag und fahren über zwei Nächte 190 sm bis Samstagvormittag in den Süden von Martinique.

Doch zuvor  noch ein paar Tage mit guten Freunden.

20210124 4590 Hermetage Beach Ausflug mit Jodi und Gary Blowhole
Wanderung mit Gary und Jodi, alle warten auf die Wasserfontäne aus
dem Blowhole

 

20210125 4710 Hermetage Beach Wanderung mit Jodi Bienenwaben in der alten Mhle
Bienenwaben in einem Loch einer alten Windmühle

 

20210124 4650 Hermetage Beach bei Gary
ein liebgewonnener Freund, Gary

 

Doch bis dahin können wir noch ein paar Tage mit unseren Freunden
Jodi und Gary verbringen. Wandern, gemeinsames Abendessen,
einfach ein paar schöne Tage mit Freunden. Schade das sie erst jetzt
gekommen sind und wir weiter wollen. Die Ausflüge und Gespräche
mit ihnen sind einfach schön.

Am Mittwoch fahren wir mit dem Bus von Jolly Harbour nach St. Johns um auszuklarieren. Da wir nicht mit der Molly gekommen sind, konnten wir hier nicht ausklarieren !?! Großes Entsetzten und Unverständnis in unseren Gesichtern. Da St. Johns in der falschen Richtung liegt, entscheiden wir uns schweren Herzens noch am gleichen Tag nach Falmouth zu fahren um unser Glück in English Harbour zu versuchen. Dadurch entfiel unser letzter gemeinsamer Abschiedsabend mit Gary und Jody, was mich sehr, sehr ärgerte. Auf Grund des begrenzten Wetterfensters haben jedoch keine andere Wahl. Am Donnerstagmorgen klarieren wir ohne Probleme aus, jedoch wurden wir auch hier gefragt wo unser Schiff liegt. Da wir bislang immer mit der Molly zum Ein- und Ausklarieren gefahren sind ist uns das noch nie bewusst gewesen, eine völlig neue Erfahrung. Nur schade um den Abschiedsabend.

 

 

 Am Donnerstag haben wir uns nach dem Ausklarieren für zwei Nächte auf See fertig gemacht. Noch ein letzter Blick in den Rückspiegel, wieder mal
auf dem Weg eine neue Insel zu entdecken.

20210128 4790 Auslaufen Falmouth Antigua nach Martinique 20210129 4890 nach Martinique Sonnenuntergang vor Domenica
Auslaufen Falmoth, Antigua mit dem Ziel Martinique Sonnenuntergang auf Höhe Guadelupe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie vorhergesagt war der Freitag schwachwindig, so dass wir große Strecken den Motor zur Unterstützung genommen haben, oder umgedreht??

20210129 4920 nach Martinique Mondaufgang
Mondaufgang am gleichen Abend vor  Guadelupe

 

20210129 4850 Wal da blst er vor Domenica
Ein Wal im Wasser liegend, hat vermutlich geschlafen.

 

 

Wir hatten wieder super schöne Sonnenuntergänge aber auch sehr schöne Mondaufgänge, die man so, wenn man in einer Bucht liegt nicht sehen kann. Das Highlight war vor Domenica. Alexandra sah etwas großes, langes, dunkles im Wasser treibend. Wir hielten Abstand dazu und beobachteten weiter, als plötzlich eine Wasserfontäne in die Luft blies.

Jetzt war alles klar, dort lag ein Wal. Wir wendeten, um ihn weiter beobachten zu können. Doch hat auch er uns bemerkt, er winkte noch einmal mit der Schwanzflosse und verschwand in der Tiefe.
Wie geplant laufen wir am Samstagvormittag in Le Marin auf Martinique ein. Die vorgegebene Quarantänebucht war voll mit Booten, mit Q-Flagge aber viele auch ohne. Egal, wir haben einen Platz gefunden. Ich glaube wir Deutschen sehen vieles etwas enger als so manch anderes Land, was aber nicht unbedingt nachteilig sein muss. Nach einem ausgiebigen Frühstück gilt es etwas Schlaf nachzuholen.
Wir sind jetzt in Frankreich also in der EU. Damit funktioniert die Aldi Talk SIM Karte, was die Qualität der Verbindung deutlich verbessert.
Wenn sie denn funktionieren würde. Meine SIM Karte von Aldi Talk hat sich auch verabschiedet. Aldi Talk sendet mir sehr gerne eine neue SIM Karte mit meiner alten Nummer, aber nach Hause in Deutschland. Da nutzt sie mir nicht sehr viel.

20210206 4980 Buch Le Marin 20210130 4930 Martinique Le Marin Quaeantaine Bucht
die Bucht von Le Marin, dort liegen mehr als 100 Schiffe an Mooring oder vor Anker Die Bucht von Le Marin mit dem Quarantänebereich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Bucht Le Marin ist voll von Schiffen, doch wir sollen für Zeit der Quarantäne, das heißt bis wir unser Testergebnis haben, im Cyclonshelter No 2 vor Anker gehen.

Wir haben für Montagmorgen um 9:00 Uhr einen Termin für den PCR Test. Das Wetter ist wie vorhergesagt am Sonntag nicht schön, so nutzen wir die Zeit für kleinere Reparatur- und Pflegearbeiten. Zu tun gibt es immer etwas. Wir putzen wieder einmal das Edelstahl, doch dieselmal mit Schiffspolitur. Jodi gab uns den Tipp, ein geringer Schleifanteil hilft beim Reinigen und der Polituranteil gibt einen Schutz. Damit haben wir einen Arbeitsgang gespart.

20210201 4960 Le Marin PCR Test
 

 

Der Test ist nicht gerade angenehm, wenn dir jemand mit einem Stäbchen gefühlt die Stirnhöhle reinigt. Das Ergebnis war schon am Dienstagmittag per Email im Spamordner
gelandet, was wir erst am Nachmittag erkannten. Mit dem Ergebnis sind wir dann auch gleich zum Einklarieren. Wir sind ja in Europa, so müssen wir nur im Marinabüro an einem Computer das Formular ausfüllen und fertig. Das Einklarieren war mit 5 Euro günstig und der Coronatest wurde nicht berechnet.
Da waren wir froh, dass wir nicht den Test auf Antigua für 200 USD pro Person gemacht hatten. Damit sind wir in Martinique und können uns frei bewegen.

Für die nächsten Tage ist jedoch Arbeit angesagt:
- der Segelmachen muss in unsere Genua eine Leine ins Unterliek einfädeln.
- die Kunststoffrolle wo die Ankerkette drüber läuft ist abgenutzt und nur noch ein paar
mm dick
- unser VolvoPenta stottert ab und zu beim Starten, so brauchen wir hier einen Fachmann
- der Dieselvorfilter muss ausgetauscht werden
- der Außenborder braucht dringend eine Wartung. Der Motor wir am häufigsten genutzt.
- wir brauchen noch einiges an Teile und Fette, die man im Laufe der Zeit aufgebraucht hat.

Das Angebot hier ist enorm, mehrere Zubehörläden und Fachwerkstätten sind hier ansässig.
Wir haben uns auch einiges an Arbeiten für Martinique aufgehoben, da man uns mehrfach gesagt hat, hier sei das Angebot riesig und günstig.
Das riesig Angebot kann ich bestätigen, aber günstiger nicht unbedingt.

 

 

 

 

Und was sehen meine Augen beim Einkauf (Leader Price) von Essen: Brie-Käse, Camembert, Schinken roh und gekocht, mal eine
andere Wurst.

20210201 4980 Le Marin Baguette Schinken Kse

 

 

Wir kaufen uns ein frisches französisches Baguette, Käse und Schinken, einen leckeren Merlot und schlemmen wie Gott in Frankreich.
Das kulinarische Angebot ist mit Sicherheit auch ein Grund warum man nach fast zwei Jahren Karibik mal nach Martinique fahern kann.

Die Karibischen Inseln haben sonst nur 2 Sorten Käse und Wurst von Hühnchen oder Pute
zu Auswahl. Was für ein Gaumenschmaus nach dieser langen Zeit der Abstinenz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20210205 4960 Le Marin Auspuffkrmmer reinigen 20210205 4970 Le Marin Auspuffkrmmer reinigen
Reinigen des Auspuffkrümmers Gereinigt, ausgefräst und frisch gespritzt, fertig für den Einbau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir verbringen die nächsten Tage mit Arbeiten am Schiff. Der Segelmacher hatte zwar versprochen das Segel am Freitag fertig zu haben, aber das wird dann doch Montag. Die Rolle zur Führung der Ankerkette gibt es nicht als Ersatzteil und wird angefertigt, wobei auch hier der versprochene Freitag der Montag ist. Auch die Wäsche schreit mal wieder nach einer Waschmaschine.
Der VolvoPenta Mechaniker gab mir den Tipp, den Auspuffkrümmer mal zu reinigen, die russen gerne zu. Tatsächlich war nur noch ein kleines Loch von ca. 1 cm frei.
Was der Schornsteinfeger kann, kann ich auch. Erst den Ruß mit der Drahtbürste und die hartnäckigen Stellen mit dem Drehmel.  Da liegt das gute Stück, sauber geputzt. Der Volvo Penta Mechaniker hat es für mich sogar noch lackiert. So ist wieder alles schön grün.

So vergehen die ersten Tage wie im Fluge.
Da meine SIM Karte ja defekt ist und mein Handy auch nicht mehr will, laufen wir los und besorgen eine neues Telefon inklusive SIM Karte von
Martinique. Mir graut schon davor auf dem neuen Telefon wieder alles so einzurichten wie man es auf dem alten gewohnt war. Wir kaufen uns ein
günstges Handy aus dem asiatischen Bereich, den Namen kann man kaum aussprechen. Doch zum Glück spricht es auch Deutsch mit mir und so
kommen wir ganz gut klar.
Der Netzanbieter DIGICEL hat gerade ein gutes Angebot und so bekommen wir 40 GB Daten und unbegrenztes telefonieren für 40 Euro im Monat.

1612730539284

 

Den letzten Punkt meiner Liste wird heute am Sonntag abgearbeitet.
Der Aussenborder!!!!
Komplett zerlegt in alle Einzelteile bekommt er einen neuen Impeller, neues Getriebeöl und Motorenöl und zu guter letzt auch noch eine neue Zündkerze. Jetzt schnurrt er wieder. Man muß bedenken, mit ihm fahren wir jeden Tag mehrfach an den Strand, in den Hafen, zum Einkaufen, zu den Ausflügen ..... Das ist wie das Auto zu Hause.

 

 

 

 

 

 

 

 

Und wenn hier gerade so gute Waschmaschinen sind, waschen wir noch die Polsterbezüge.

20210208 5050 Le Marine Polsterbezge waschen 20210208 5030 Le Marine Polsterbezge waschen
Die nackigen Polster flattern frisch gewaschen im Wind zum trocknen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20210207 5020 Le Marine Jogurt machen

 

Und ganz nebenbei macht Alexandra noch den Joghurt.
In dem Glas da steht er für die nächsten 8 Stunden und wir langsam aber sich zu Joghurt.
Und danach wird er Mittags mit Obst und Müsli langsam aber sicher
aufgegessen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach der vielen Arbeit haben wir uns mal wieder so richtig Urlaub verdient. Die Bucht in Le Marin, mit den drei Marinas, dem Boatyard und den
Schiffsausrüstern war gut um die Molly und unser Dinghy wieder flott zu machen, aber hübsch ist es hier nicht. Hunderte von Boote , in den
unterschiedlichsten Zuständen. Bei manchen wundert man sich das sie überhaupt noch schwimmen. So verlegen wir nur wenige sm aus der Bucht heraus nach Saint Anne. Das Wasser ist klar und man sieht auf 6 m Tiefe den Anker was zum Baden einlädt.

20210209 5060 Saint Anne Ankerplatz
Ankerbucht Saint Anne

 

Saint Anne ist ein kleines Örtchen in dem es zumindest frisches Baguette
gibt.
Auch hier fällt Carnival dieses Jahr aus, die Straßen wurden etwas schmücken, das ist aber schon alles.

20210210 5230 Sainte Anne Carnival
Wandbemalung am Haus

 

20210210 5260 Sainte Anne Carnival aber nur Deko
 

 

 

Straßen und Plätze sind mit Puppen und Masken geschmückt, aber mehr findet hier nicht statt.

 

Von hier wandern wir entlang der Küste zum Grand Anse des Salines. Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen unter einer kleinen Palme und genießen Strand, Wasser und das Essen.

 

20210210 5100 Sainte Anne Wanderung zum Saline Beach
Wanderung entlang der Küste und immerwieder schöne Strände

 

20210210 5110 Sainte Anne Wanderung zum Saline Beach
Wasserspielplatz
20210210 5130 Sainte Anne Wanderung zum Saline Beach 20210210 5210 Sainte Anne Saline Beach
indische Birke, mit roter Rinde und Ästen so dick wie kleine Bäume Anse des Salines

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch hier liegen uns noch zu viele Boot und so entschließen wir am nächsten Tag in die Bucht von Grand Anse zu fahren.

20210211 5310 Sainte Anne nach Grand Anse vorbei am Diamond Rock
mit der Genua zielen wir zwichwn Martinique und
Diamond Rock

 

20210211 5320 Sainte Anne nach Grand Anse Diamond Rock
der Diamond Rock
Der Felsen war 1804 von den Briten bestzt und zu einer Festung  ausgebaut worden. 100 Mann und 5 Kanonen behinderten den Schiffsverkehr zwischwn Martinique und St.Lucia.

 

Bis zum Diamond Rock zieht uns die Genua mit achterlichem Wind, wobei wir für die letzten 4 sm und halben Wind das Großsegel nicht mehr bemühen.

 

Den Anker klar laufen wir in die Bucht und sehen im südlichen wie im nördlichen Teil der Bucht nur Mooringbojen. Anders als in der Seekarte und dem Segelführer beschrieben ist hier kein Ankern mehr erlaubt. Ein Vertreter der Capitanerie empfängt uns sehr freundlich und weist uns eine Boje zu und hilft uns beim Festmachen. 10 Euro pro Tag für die Mooring ist ein fairer Preis. Nach einem ersten Schnorchelgang, Kontrolle der Mooring, bin ich froh hier nicht Ankern zu müssen. Der Boden ist übersäht mit Korallen, kleineren und größere Steine und die Weideflächen (Seegras) der Schildkröten. Das wären wahrscheinlich 20 Anläufe mit viel Nerven gewesen bis hier ein Anker hält. Weitere Schnorchelgänge weckten noch mehr Verständnis für die Moorings, denn würden wir Segler die Seegrasflächen mit unseren Ankern umpflügen, gäbe es wohl nicht diese Menge an Schildkröten in dieser Bucht. Es ist einfach schön im kristalklarem Wasser zu liegen und den Kreaturen beim Fressen zuzuschauen, wie sie neben einem auftauchen und Luft holen um dann wieder auf den Boden zu gleiten um zu Fressen.

20210212 5340 Grand Anse die Bucht 20210212 5390 Grand Anse Mooringplatz mit vielen Schildkrten
die Bucht Grand Anse die Molly an der Mooringboje,auf 10m Wassertiefe sieht man den Grund, re neben der Boje, eine Schildkröte holt gerade Luft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So teilen wir meist den Tag, Vormittags kleine Wanderungen und ab frühen Nachmittag, wenn die Sonne hoch steht und gutes Licht im Wasser wirft, schnorcheln. Denn nur mit viel Licht kommen die Farben der Unterwasserwelt zur Geltung. Danach einen Rumpunsch zur Entspannung. Das ist ein schöner Tag im Paradies.
So war unsere erste Wanderung beginnend am Restaurant „Ti Sable“ entlang der Küste zu einem Marinepfad, indem man in knietiefen Wasser, Fische, Korallen und Schildkröten erkunden können sollte. Doch ich weiß nicht wo andere Leute ihre Knie haben, bei uns war das Wasser mindesten Hüfthoch und mit den vielen Steinen war laufen nicht möglich. Folglich, schnorcheln. Kurz gesagt, weder die Wanderung noch das Schnorcheln hat sich gelohnt. Vermutlich haben wir auch schon zu viele wirklich schöne Spots gesehen und sind diesbezüglich etwas verwöhnt. Dafür war der nachmittägliche Schnorchelgang um so schöner.

20210212 5440 Gand Anse Schildkrte 20210212 5450 Gand Anse Schildkrte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schildkröten mit einer Panzerlänge von 1,2 - 1,5 Meter, einem Kopf von 25 cm Durchmesser.

13. Februar
Wieder teilen wir den Tag und wandern über den Point Burgos nach Anse d´Arlets. Interessant ist ja auch, dass die Buchten auf der Straßenkarte, auf der Wanderkarte und der Seekarte anders benannt werden. Auf jeden Fall fanden wir das Örtchen und auch die Bucht schön, so dass wir beschlossen dort noch einen Stopp einzulegen.

20210213 5500 Strand Anse d Arlets 20210213 5540 Anse d Arlets Strand
Strand von Anse d´Arlets Fischernetze und Fischerboote am Strand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir hatten auch schon Kontakt mit Eric, einem Vertreter von Trans Ocean aufgenommen und wollen uns in der Bucht Anse d´Arlets treffen. Am Nachmittag ist wieder die Beobachtung von Schildi geplant. Wenn ich hier noch mehr Bilder von Schildkröten einstelle, wird es bald ein Film, dennoch ist immerwieder schön, sie zu beobachten.

20210213 5560 Grand Anse Snnenuntergang
Wieder einmal ein schöner Sonnenuntergang, doch diese leuchtend rote Farbe verspricht einen Wetterwechsel für morgen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Sonntagmorgen, es regnet wie aus Eimern. Damit ist unser Trinkwasserproblem auch gelöst, wir fangen 150 Liter Regenwasser im hinteren Tank auf und pumpen es über den 3-Stufenfilter in den vorderen Tank. Die feinste Stufe des Filters hat 0.5 Micron = Trinkwasser.

Gegen Mittag hört der Regen auch wieder auf und wir können wie geplant nach Anse d´Arlets verlegen.

Ankern ist nur im südlichen Teil der Bucht erlaubt, am Anse Chaudiére. Auf Seegras ankern wir in 6 m Tiefe auf Position 14°28,82N 061°04,87W
Doch hier ist ausreichend Abstand geboten. Wind und Strömung lassen die Boote in die unterschiedlichsten Richtungen, auch gegen einander, treiben. So liegen wir einmal weit vor unserem Anker, das andere mal Heck an Heck mit einem anderen Schiff.

20210215 5630 Anse d Arlets 20210215 5650 Anse d Arlets

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Ort hat mit seinen gepflegten, bunten Häusern, der auffälligen Kirche in der Mitte einen ganz besonderen Charm. Es gibt eine Bäckerei, einen kleinen Kunst- und Gemüsemarkt und einen kleinen Fischmarkt, an dem es, wenn überhaupt, nur unregelmäßig Fisch gibt.

Wir verabreden uns am Montagmorgen mit Eric, dem Vertreter von Trans Ocean. Wir plaudern den Vormittag über die Insel und bekommen viele, wertvolle Informationen.

Den Nachmittag verbringen wir mit schnorcheln an einem vorgelagerten Felsen am Strand. Viele verschiedene Korallen haben sich dort angesiedelt, in denen noch mehr bunte Fische herumschwimmen. Das Highlight war eine Hawksbill Schildkröte, die auch an den Korallen knabberte. Nahe dem Strand, gehörte dieser Spot natürlich nicht uns alleine. Doch das interessiert weder die Fische noch die Schildkröte.

20210215 5600 Anse d Arlets Schnorchelfelsen am Strand 20210215 5590 Anse d Arlets Schnorchelfelsen am Strand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am nördliche Ende wird die Bucht von einer Felswand und dem Point Burgos zur Grand Anse begrenzt. Heute waren wir hier schnorcheln. Verlässt man die Seegraswiesen kommen viele große Felsen und unzählige verschiedene Korallen in allen möglichen Farben. Schwärme von kleinen Fischen ziehen im Schutz der Felsen umher. Ein lohnenswerter Schnorchelbereich.

20210215 5610 Anse d Arlets
Teilweise bis zu 800 Jahre alte Häuser, liebevoll renoviert, säumen die Uferstraße.

 

 

 

 

 

Der Plan ist am Donnerstag nach Fort de France zu fahren. Wegen Karneval sind die meisten Läden bis Mittwoch geschlossen. Karneval ist zwar abgesagt, doch wird erwartet, dass sich doch hier und da illegale Umzüge formieren und die Menschen in die Straßen lockt. Die Verlockung ist auch für uns groß, doch haben wir beschlossen, in diesen Zeiten nicht in den karibischen Karneval einzutauchen. Wir hoffen auf nächstes Jahr.

 

 

 

 

 

Am Donnerstag haben wir die 8 sm nach Fort de France verlegt. Auf der NO Seite des Fort Luis ist ein vorgegebenes Ankerfeld, das bei unserer Ankunft aber schon reichlich gefüllt ist. Die strandnahen Plätze auf einer Wassertiefe von 4-5 m sind schon alle belegt. So legen wir uns bei 8 m in die Nähe des Fahrwassers für die kleinen Fähren zu San Martin, Il de Trois usw. Die Fähren fahren in regelmäßigem Pendelverkehr und verursachen Schwell, den die Molly ordentlich schaukeln lässt.
Ein erster Gang durch die Stadt zeigt uns den europäischen Einfluss. Straßen mit Ampeln und Fußgängerampeln, eigene Fahrbahn für Busse, Fußgängerzone, doch konnten wir nichts Schönes an der Stadt entdecken. Wir finden unseren Laden für Segelzubehör und kaufen eine neue Reffleine fürs Großsegel. Das eigentliche Ziel in Fort de France war das Einkaufen im Decathlon (kurze Hosen, ein Neopren-Shirt, Wandersandalen, Badehose,…). Mit dem Bus kann man das Industriegebiet einfach und schnell erreichen. Abfahrt mit Linie A oder B vom Cruisschiffanleger in Richtung Flugplatz, wenn man den Laden Decathlon sieht,an der nächsten Haltestelle aussteigen. Die Ticketautomaten waren defekt so war die Fahrt nicht umsonst, aber kostenlos. Hier ist auch noch ein großer Baumarkt, der Klarlack für uns hat, und ein riesiger Galeria. Da bleiben keine Wünsche offen.

20210219 5660 FdF Einkauf Decathlon 20210220 5690 FdF mit Fort St Luis
wie Weihnachten auf der Molly, Einkauf bei Decathlon Badehose, kurze Hose, Neoprenjacke, Trekkingsandalen, Flossen, ..... Strand Fort de France mit dem Fort Luis, heute noch eine militärische Einrichtung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20210220 5710 FdF 20210220 5680 FdF Local Segelboot
Centrum Fort de France traditionelles Segelboot

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20210220 5818 FdF Markt
Gemüsemarkt, Obst und Gemüse vom Markt hält viel länger
20210220 5860 FdF gegrillter Fisch
Abends gegrillten Fisch

 

Zurück in Fort de France ist unserem Dinghy wieder etwas die Luft ausgegangen und das ist ein Punkt unserer Liste, den wir hier nicht erledigen können. Denn die angebotenen Dinghys sind immer ein Kompromiss zu dem, was wir gerne haben wollen. Doch irgendwann müssen wir einen Kompromiss eingehen.
Wir hatten uns ein Dinghy von 3D TENDER mit aufblasbarem Kiel, 2,5m Lang aus Hypalon und mit Cover rausgesucht, was aber nicht verfügbar ist. Bestellen kann man wenn man viel Zeit (Monate) mitbringt.
Damit bleiben folgende Optionen:
3D Tender, aufblasbarer Kiel 2,5m gibt es nur aus PVC und kein Cover dazu
3D Tender, aufblasbarer Kiel in Hypalon gibt es nur in 2,3 m
3D Tender, 2,5 m aus Hypalon gibt es nur mit festem Alukielboden
Highfield UL 2,5 m und Aluboden ist mit knapp 3000 USD zu teuer.
Am Montag fahren wir mit einem Mietwagen nach Le Marin, um uns die Option 2 anzusehen.

In Fort de France spazieren wir noch durch die Stadt, die größtenteils leer ist. Nur wenige Stände und Straßencafes sind geöffnet. Die berühmte Schölcher Bibliothek können wir auch nur von außen betrachten. Hier in der Stadt sind die Auswirkungen der Covid-Pandemie deutlich stärker als in den kleinen Orten, in denen wir zuvor waren.

20210220 5760 FdF Schlcher Bibliothek wegen Corona geschlossen
Die Schölcher Bibliothek
Schoelcher ein französischer Politiker, der als Befreier der Sklaven galt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Wir wollen in den viel gelobten botanischen Garten. Der Bus Nr. 25 fährt alle halbe Stunde von der Rue André Allker. Obwohl zum Frühstück noch alles wolkenverhangen ist, machen wir uns auf den Weg. Was nirgends steht ist, dass der Bus am Sonntag nur alle 1,5 Std fährt. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt die Linie 25. Wegen COVID ist der Fahrer total isoliert, Einsteigen nur hinten und die Busfahrten sind den ganzen Monat kostenfrei. Mit 5 Fahrgästen, uns inclusive, ist das Risiko überschaubar.
Im Bus lösen wir online noch zwei Eintrittskarten für den Garten (14 Euro p.P.), da sie günstiger sein sollen, was sich an der Kasse aber nicht bestätigt. Die Wolkendecke wird dünner, reißt zwischendurch sogar mal auf. Viele Blumen und Pflanzen aus der karibischen Inselwelt an einem Ort versammelt. Ein wirklich lohnenswerter Ausflug.

20210221 5870 FdF Botanischer Garten 20210221 5930 FdF Botanischer Garten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20210221 6070 FdF Botanischer Garten 20210221 6140 FdF Botanischer Garten
Viele Blumen und Pflanzen der karibischen Inselwelt am einem Ort. Auf einem Hochseilweg über die Wipfel des Regenwaldes schauen.

 

20210221 6180 FdF Botanischer Garten 20210221 6260 FdF Botanischer Garten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute waren wir in Le Marin. Mit dem Bus sind wir zum Flughafen gefahren, um den Mietwagen zu holen. Alle Schalter der Mietwagenfirmen waren leer. Wir haben bei unserer Firma angerufen, die uns dann am Flughafen abgeholt hat und in die Zentrale gebracht hat. Dort standen 20, 50 oder mehr Mietwagen. Obwohl jede Menge Wagen da standen, bekamen wir eine Kategorie besser als bestellt. Alle Autos werden von innen desinfiziert. Wir fahren weiter auf Straßen, wie wir es in Europa gewohnt sind und zwar auf der rechten Seite. Das ist nach der langen Zeit des Linksverkehrs schon fast wieder ungewohnt.
In Le Marine schauen wir uns das Dinghy an und kaufen es in der Hoffnung, das Dinghy-Problem damit abgehakt zu haben.

20210222 6270 FdF Neues Dinghy aus Hyperlon

 

 

 

 

Es ist etwas kleiner und der Schlauch ist im Durchmesser auch
etwas schmäler.
Der durchgehende Aluminiumboden ist sehr angenehm.
Das Alte kommt ersteinmal eine Weile in die Backskiste.
Vielleicht findet sich ja noch ein Abnehmer.


Auf dem Rückweg stoppen wir noch bei Leader Price, ein Discounter wie Aldi oder Lidl und machen einen Großeinkauf. Mit einem deutlich überladenem Einkaufswagen verlassen wir den Laden.

Dienstagmorgen, wieder etwas früher aufstehen, denn heute haben wir noch das Auto. Damit fahren quer durch die Insel und machen auf der Atlantikseite, auf der Halbinsel Caravelle, eine Wanderung.

20210223 6300 FdF Wanderung auf der Halbinsel NP Caravelle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir starten in der Nähe von Anse Etang und laufen anfangs durch Grün, später laufen wir auf Lava-Fels, an dem sich die Atlantikwelle bricht, dann durch ein Mangrovengebiet.

20210223 6390 FdF Wanderung auf der Halbinsel NP Caravelle 20210223 6450 FdF Wanderung auf der Halbinsel NP Caravelle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist schon Nachmittag und so fahren wir weiter zur St. James Rumdestillerie und zu einer Bananenplantage. Hier holt uns COVID wieder ein. Weder die Rumdestillerie noch die Bananenplantage machen Führungen. Wir können uns noch etwas umschauen und die alten Maschinen betrachten und fahren dann weiter durch die Insel.

20210223 6475 FdF Rum Destillerie St James
20210223 6510 FdF Rum Destillerie St James

 

 

 

 

 

Riesige Zuckerrohrfelder werden mit kleinen Mähdreschern abgeerntet. Anders als auf Grenadan wo das Zuckerrohr mit der Machete abgeschlagen und von Hand verladen wurde.

Dann stoppen wir noch an Bananenplantagen, wo die Bananenstaude schon in der Tüte wächst. Das sind die Bananen die ihr nach Deutschland bekommt. Schon an der Staude eingetütet. Nur der Karton fehlt noch. Ein paar Stauden sind wegen der hohen Last der Bananen abgeknickt und liegen ohne Tüte reif am Boden. Davon holen wir uns eine satte Ladung ... und die schmecken. Viel intensiver als wir das aus Deutschland kennen.

20210223 6560 FdF Bananenplantage 20210223 6580 FdF Bananenplantage
Bananenplantage, leider ohne Führung der Produktion Bananenplantage, Stauden in der Tüte.
Schützt vor dem Reifungsprozess und Schädlingen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Tag neigt sich dem Ende und so fahren wir zurück nach Fort de France. Unterwegs fahren wir an einer anderen Destillerie vorbei. Nein, wir fahren nicht vorbei!! Kurzer Stopp, denn hier gibt es eine Verkostung. So probieren wir die groben Unterschiede von weißen und dunklen Rum, und etwas älterem Rum. Da unser Willi (Brand aus Williamsbirne) leer ist, nehmen wir einen vergleichbaren Rum mit. Schmeckt natürlich anders, aber auch gut als Digestif.

20210223 6660 FdF Rumdetillerie HSE 20210223 6640 FdF Rumdetillerie HSE
Verkostung in der Rumdestillerie HSE (Habitation Saint Etienne) Eichenfässer warten auf die Füllung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Schwell, verursacht durch die Fähren, die hier im viertel Stunden Takt die Insel verbinden ist so unangenehm, dass wir lieber in eine andere Bucht ausweichen.
Wir fahren in die nur 4 sm entfernte Anse Noire. Natürlich haben wir wieder reichlich Wind auf der kurzen Überfahrt. Ich wünsche mir mal wieder so einen richtig schönen Segeltag mit 20 kn halbem Wind und Sonne. So laufen wir mit 35 kn Wind in die Bucht, die auch gut gefüllt ist. Die Bucht ist zum Glück etwas geschützt und wir finden ein Plätzchen am nördlichen Rand der Bucht auf 8 m Wassertiefe. Die Bucht ist allgemein sehr tief. Die Felsen nördlich und südlich fallen schnell auf 8 – 12 m ab, auch könnte man bis auf 10 m vor den Strand in die Bucht fahren.

20210225 6690 Anse Noire

Die Bucht Anse Noire mit schwarzem Sand


In der Bucht ist hier eine enorme Strömung, so dass die Schiffe in die unterschiedlichsten Richtungen schwoien. Wir haben 40 m Kette gesteckt und liegen nur ca. 10 m von der Felswand, deshalb haben wir noch einen Heckanker gelegt, der uns auf Position hält.
14°31,78N 061°05,31W

 

20210225 6730 Anse Noire
unser Ankerplatz, geschützt nahe den Felsen

Die Bucht hat einen schönen Steg fürs Dinghy und schwarzen Sand, daher der Name „Anse Noire“.

Da wir die einzigen mit einem Heckanker sind schwoien die anderen Schiff unkontrolliert durcheinander und in der Nacht passiert es. Das Schiff 30 m hinter uns, treibt nach vorne und stößt mit dem Bug in unsere Seite.

20210225 6730 Anse Noire crash

 

 

 

Wir sind sofort hell wach, bis wir an Deck sind treibt er auch schon wieder weg. Den Rest der Nacht ist Wache angesagt. Noch in der Nacht können wir keinen Schaden erkennen. Am nächsten Morgen schauen wir nochmals bei Tageslicht und sehen eine kleine Delle im Alu-Süllrand. Nichts Ernsthaftes, aber es bewegt unseren Nachbarn seinen Ankerplatz zu verlegen.

 

 Die Anse Noire ist völlig unberührt, ein Steg und ein kleiner Kajakverleih und sonst nichts. Über eine Treppe gelangt man die Felswand empor auf eine Straße, die nach Anse Dufour führt, oder man nimmt den Pfad um das Kap.
Wobei Anse Dufour außer 3 kleinen Bar-Restaurants nicht viel mehr zubieten hat. Der Strand allerdings ist mit hellem Sand, was dem Wasser diesen schönen türkisen Schein verleiht.

20210225 6720 Anse Noire
Schnorchelrevier an den Felswänden, viele Korallen und Fische
20210225 6710 Anse Noire
Schnorcheln im kristallklarem Wasser an der Felswand

 

 

 

 

 

20210228 6780 Anse Noire Blick auf Anse Dufour
Blick auf die Anse Dufour, die Bucht ist fest in Händen der Fischer
Ankern wir dort nicht gern gesehen.

 

 

Es waren wieder einige Pflege- und Reparaturarbeiten notwendig. So verbringen wir die Tage mit Abarbeiten der Arbeitsliste und Schnorcheln in der Anse Noire und der Nachbarbucht Anse Dufour.

01. März 2021
Wir wollen weiter. Gleich nach dem Frühstück fahren wir die 2,5 sm in die Anse a l´Ane unter Motor. Der Wind ist morgens meist noch gemäßigt. Denn in der Bucht von Fort de France bläst es immer. Morgens meist mäßige 20-25 kn, zum Mittag brist es auf 30 – 35 kn auf, um dann zum Abend wieder abzuflauen. Nach einer knappen Stunde Motorfahrt erreichen wir die Anse a l´Ane. Wieder ist das Ankerfeld dicht gepackt. Im geschützten Bereich gibt keinen freien Spot mehr. An zwei weniger geschützten Stellen steht eine Welle von 30 -40 cm und nach dem 5ten Ankerversuch hält dieser immer noch nicht. Ein Schnorchelgang gibt die Erklärung: Steine, Felsen und keine Sandflächen. Noch weiter aus der Bucht, noch unruhiger wollen wir nicht liegen, so fahren wir kurzer Hand die 3 sm quer durch die Bucht nach Fort de France, kennen wir ja schon. Von weitem sehen wir, da kommt ein Regenschauer auf uns zu. Der Regen ist nicht schlimm aber meist ist in diesen Schauern reichlich Wind. In der Mitte der Bucht kommt Wind auf, viel Wind auf, mit 46 kn kann ich die Molly kaum auf Kurs halten, geschweige denn, dass wir Fahrt voraus machen. Dann werden wir noch geduscht und nach 15 Minuten ist der Spuk auch schon vorbei und es flaut auf 25 kn ab.
Frisch geduscht erreichen wir das Ankerfeld von Fort de France, finden auf Anhieb ein schönes Plätzchen abseits des Fährenkanals und auf dem Sandboden hält der Anker auf 3,5 m auf den ersten Anlauf. Warum konnte das in Anse a l´Ane nicht so sein. Der Wetterbericht verspricht für morgen Sonne mit einer kleinen Schauerwahrscheinlichkeit. So planen wir eine Ausflug mit dem Bus nach Saint Pierre. Der Bus L1 fährt vom Parkplatz am Fährhafen ab 5 Uhr alle 30 Minuten und kostet 3 Euronen p.P..

Um 9 Uhr sitzen wir im Bus und fahren der Küste entlang nach Saint Pierre. Sehr angenehm nicht selbst fahren zu müssen und einfach aus dem Fenster zu schauen. Die Fahrt dauert knapp eine Stunde. 

20210302 6780 Fort de France Ausflug mit dem Bus nach St Pierre 20210302 6790 Fort de France Ausflug mit dem Bus nach St Pierre 2
Strand von Saint Pierre Ruinen, die vom Vulkanausbruch verschont blieben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Saint Pierre gibt es für den täglichen Bedarf alles: Gemüsemarkt, Fischmarkt, Supermarkt und eine Bäckerei.

20210302 6830 Fort de France Ausflug mit dem Bus nach St Pierre
Ruinen desalten Theaters. Es gab nur einen Überlebenden und das war ein Gefangener in Einzelhaft.

 

Wir schauen uns die Ruinen an, die bei dem Vulkanausbruch 1902 verschont geblieben sind. Danach gehen wir zur Rumdestillerie „Depaz“. Eine gute Stunde bergauf, in Richtung Vulkan, durch unendliche Zuckerrohrfelder und im Rücken den Blick auf die karibische See. Schon von der Ferne sehen wir den Rauch aus dem Kamin und riechen die Maische des Zuckerrohrs. Es gibt zwar keine Führung aber ein Weg für Besucher führt durch das Gelände und
sogar durch die Destillerie selbst. So kann man die Produktion hautnah sehen, die mit vielen Tafeln und Bildern anschaulich erklärt ist. Zum Schluss wurden uns noch die verschiedenen Rumsorten erklärt und durften auch einige davon probieren.

 

 

 

 

 

 

 

20210302 6940 St Pierre zur Dest Depaz Zuckerrohr 20210302 6960 Fort de France Ausflug mit dem Bus nach St Pierre Zuckerrohr
Der Weg zur Destillerie , von Zuckerrohr gesäumt von weitem sieht und riecht man die Destillerie.
Der Schornstein raucht, die Produktion läuft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20210302 7080 Fort de France Ausflug mit dem Bus nach St Pierre Dest Depaz
Das Herzstück der Destillerie, dort entsteht aus Zuckerrohrsaft Rum

 

Wir müssen in Fort de Frannce noch ein paar Dinge kaufen und wollen dann mit der Molly
nach Saint Pierre verlegen. Dort gibt es noch einiges zu entdecken.

 

4. März 2021, wir segeln nach Saint Pierre. 20 kn achterlicher Wind und blauer Himmel, man muss manchmal etwas schimpfen und auf einmal geht’s.
Das Wetter scheint sich allgemein zu beruhigen. Der Wind lässt mehr und mehr nach und die Temperaturen, Wasser wie Luft klettern auch langsam in die Wohlfühlzone. (Wasser 30° - Luft knapp über 30°) Gemäß den Einheimischen ist die Wetterberuhigung ca.4 Wochen später als die anderen Jahre.

 

20210305 7200 Saint Pierre Vulkan Pele 20210304 7160 Saint Pierre telefonieren
Ankerplatz in Saint Pierre, der Vulkan bei traumhaften Wetter telefonieren mit Mama

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir erreichen saint Pierre am frühen Nachmittag. Die im Segelführer eingezeichneten gelben Bojen zur Abgrenzung des Ankerfeldes gibt es so nicht mehr. Dennoch nördlich der Pier möchten die Fischer keine Boote. Das restliche Ankerfeld ist wie schon so oft, reichlich gefüllt. Wir fahren mehrfach auf und ab. Etwa 20 m vom Ufer ist eine Tiefe von 5-8 m, die zweite Reihe ist es dann schon 10-13 m tief und danach 25 m und mehr. Nach langem Suchen können wir einen Platz von einem Segler übernehmen, der gerade weg fährt.

20210304 7180 Saint Pierre 20210306 7220 Saint Pierre Beseigung Vulkan Pele
Saint Pierre Aufstieg zum Vulkan in Wolken

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20210306 7215 Saint Pierre Beseigung Vulkan Pele
Wanderkarte Vulkan Pelée

 

Oben, an der Schutzhütte (1245 m) angekommen, laufen wirden Rundweg entlang des Kraters (la breche de la Caldeira). Das ist wohl der schönste Teil der ganzen Wanderung. Der Vulkan ist zwar nicht Wolkenfrei, doch reißt es immer wieder auf und gibt den atemberaubenden Blick in den Krater als auch zum Atlantik und zur karibischen See frei. Auf gut markierten Wegen geht es felsig auf und ab. Gutes Schuhwerk ist hier dringend empfohlen. Zum Schluss führt der Weg noch durch den Krater, an dem 1902 der Vulkan ausbrach und Saint Pierre verschüttete. Gemütlich und mit vielen Fotostopps waren wir nach 7 Stunden wieder beim Auto.

 

 

 

 

 

 

 

 

20210306 7290 Saint Pierre Beseigung Vulkan Pele 20210306 7380 Saint Pierre Beseigung Vulkan Pele
Botanik am Wegesrand Blick auf den Atlantik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20210306 7440 Saint Pierre Beseigung Vulkan Pele Blick auf Saint Pierre LI 2 20210306 7470 Saint Pierre Beseigung Vulkan Pele wir gehen durch den Krater von 1902
Bick nach St Pierre Weg aus dem Krater, der beim Ausbruch 1902 entstand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Tag wollen wir entlang des Kanals de Beauregard gehen, der auch der Sklavenkanal genannt wird, da dieser auch nicht mit dem Bus zu erreichen ist und wir das Auto 2 Tage haben.
Dieser alte Bewässerungskanal wurde 1760 von Sklaven erbaut, um die Rum-Brennereien von Saint-Pierre und Le Carbet mit Wasser zu versorgen. Er befindet sich an einem langen Hang und überblickt ein tiefes Tal, an dessen Grund sich der Fluss Carbet windet.
Wir fahren mit dem Auto zum Startpunkt. Den größten Teil des Weges läuft man auf der 30-40 cm breiten Kanalmauer die sich 3,5 km entlang des Berghanges zieht. Nicht nur die Vegetation und der Ausblich sind atemberaubend, sondern auch der Weg, denn an einigen Stellen fällt es neben der Mauer 20 – 30 m in die Tiefe. Am Ende (Umkehrpunkt) sind wir noch ein paar Meter weiter zu einem Fluss gelaufen um dort Mittagspause zu machen. Das Restaurant Relais de la Maison Rousseauf auf ¾ der Strecke war wegen Corona geschlossen. Da man sich anfangs doch sehr auf den Weg (die Kanalmauer) konzentriert, ist es gut den Weg etwas entspannter zurück zu laufen und auch eine etwas andere Perspektive zu genießen.

20210307 7560 St Pierre Wanderung Canal Bouregard
unser Mietwagen
20210307 7850 St Pierre Wanderung Canal Bouregard 20210307 7600 St Pierre Wanderung Canal Bouregard
Der Weg auf der Mauer am Wegesrand

 

20210307 7610 St Pierre Wanderung Canal Bouregard 20210307 7825 St Pierre Wanderung Canal Bouregard 20210307 7925 St Pierre Wanderung Canal Bouregard
Eindrücke der Kanalwanderung Auf der Mauer, auf der Lauer Geschafft, am anderen Ende

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20210307 7720 St Pierre Wanderung Canal Bouregard
Blumen am Wegesrand

 

20210307 7750 St Pierre Wanderung Canal Bouregard
Wohl dem der was zum Essen dabei hat, Restaurants am Weg sind geschlossen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20210307 7770 St Pierre Wanderung Canal Bouregard 20210307 7740 St Pierre Wanderung Canal Bouregard
Pause,vor dem Rückweg Durch diese hohle Gasse musst du gehen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So, jetzt ist aber wieder schluß mit lustig, arbeit steht an.
Die nächsten Tage verbringen wir wieder einmal mit Pflegearbeiten:
Wir nähen uns ein Cover für unser neues Dinghy. Eigentlich ist das neue Dinghy aus Hypalon resistent gegen Wärme und UV, doch immer wieder kommt es vor das unser kleines Dinghy von den Großen, trotz Heckanker, unter den Steg geschubst wird und verkratzt. Ein Cover soll davor schützen. Das Unterwasserschiff hat leichten Bewuchs angesetzt und auch an der Wasserlinie muss mal geschrubbt werden. Von den vielen Muscheln die sich unterm Schiff angesetzt haben, könnte man leicht eine Mahlzeit von machen. Aber so erfreuen sich die Fische an dem was ich von der Molly abkratzte. Es kommen immer mehr, zu Schluss sind es hunderte, um das Schiff wimmelt es nur von Fischen, teilweise auch in Pfannengröße. Mit einem 20 cm breiten Kunststoffspachtel wird Bahn für Bahn abgekratzt. Hier bin ich wieder froh, dass wir nur 11 m Länge haben.
Durch das Antifouling lösen sich Muscheln und anderer Belag leicht ab.
Die Kielbombe muss ich mir die Tage auch mal vor nehmen. Ich dachte schon wir stehen auf einem Korallenriff, nein es ist unsere Kielbombe. Da muss ich aber mit einem gröberen Werkzeug dran.

Saint Pierre hat einen kleinen Busbahnhof und eine gute Anbindung in alle Richtungen. Und…. es gibt sogar einen Busfahrplan der auch noch gut eingehalten wird, ganz europäisch.
Zwischendurch haben wir noch eine Wanderung im Gorges de la Falaise gemacht. Mit dem Bus Linie 10 Richtung Le Lorrian haben wir etliche Höhenmeter bis Le Morne-Rouge erklommen.

20210312 8005 St Pierre Wanderung Gorges de la Falaise Wanderkarte
 Auszug aus MapsMe

 

 Von hier ging es dann noch einmal eine Stunde zu Fuß bergauf bis wir auf den Wanderweg gestoßen sind. MapsMe, sonst eine sehr zuverlässige Karten App, hat den Weg dieses mal nicht auf Anhieb gefunden. So mussten wir uns erst durch ein Daschin-Feld schlagen bis wir auf dem richtigen Weg waren. Entlang des Weges kommen wir an etlichen Christophinen Plantagen vorbei, die voll von Früchten hängen und keiner erntet.

20210312 8000 St Pierre Wanderung Gorges de la Falaise Christophinenplantage
Christophinenplantage

 

 Vermutlich fehlt der Absatzmarkt wegen Corona. Die Frucht schmeckt ähnlich wie Kohlrabi, deshalb nehmen wir uns reichlich
mit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Ende des Weges wartet schon ein Guide, der uns durch den Canyon zum Wasserfall führen will. Da der Zugang über sein Areal geht bleibt uns nichts anderes übrig. Wir bezahlen den Eintritt von 10 Euro pro P. und schon möchte er uns in die Schlucht hetzten. Tja, da ist er bei uns aber falsch. In Ruhe und mit vielen Fotostopps folgen wir ihm, was ihm sichtlich missfällt. Der Fluss schlängelt sich in einem engen hohen Canyon, dem wir im Wasser folgen. Mit Seilen gesichert und über eine Leiter erreichen wir den Wasserfall. Nach vielen Fotos und einer ausgiebigen Dusche treten wir den Rückweg  an. So eine Frischwasserdusche ist doch mal ganz angenehm, nach dem vielen Salzwasser.

 

20210312 8090 St Pierre Wanderung Gorges de la Falaise 20210312 8070 St Pierre Wanderung Gorges de la Falaise 2 20210312 8030 St Pierre Wanderung Gorges de la Falaise
     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

18. März
Wir wollen auf der Wanderinsel Martinique noch die Cascades de Couleuvre erwandern, insbesondere da sie die höchsten Wasserfälle auf Martinique sind. Idealerweise würden wir vom Strand Anse de Couleuvre starten. Der liegt jedoch schon bedenklich weit im Norden der Insel, wo die Kap Effekte zur Wirkung kommen. Dort ist das Wasser meist sehr unruhig, mit viel und hoher Welle und meist 10 – 15 kn mehr Wind. Der Wind und das Wasser wird hier vom Atlantik zwischen zwei Inseln durch gedrückt.
Doch wir lassen uns von dieser Theorie erst einmal nicht abschrecken und schauen uns das mit der Molly vor Ort an. Die 8 sm nehmen wir nach dem Frühstück in Angriff. Bis kurz vor Anse de Couleuvre war es ein gemütliches Segeln. Doch so eine halbe Meile vor dem Ziel sah man im Wasser das sich gleich was ändert. Die See wurde unruhiger, die Wellen höher und der Wind stärker. Hier gibt es auch keine schützende Bucht, doch fahren wir bis auf wenige Meter an den Strand um die Lage zu erkunden. An den Strand steht ein 50 cm Schwell der sich dann am Strand bricht. Wir entscheiden, es ist uns deutlich zu unruhig und ein Anlanden wäre wohl auch schwierig geworden.

20210318 8180 Anse de Couleuvre 20210318 8190 Anse de Couleuvre
Ansteuerung Anse de Couleuvre Der Strand läd nicht zum Baden oder Anlanden mit dem Dinghy ein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20210318 8220 Anse de Couleuvre 20210320 8225 S Pierre
Ein Versuch war es wert, aber wir fahren zurück nach St Pierre. Sonnenuntergang mit ein paar Wolken

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



20210322 8230 Wanderung Cascades de Couleuvre
Busbahnhof St Pierre

 


Um doch noch die maritniquehöchsten Wasserfälle zu sehen, nehmen wir den Bus nach Anse Belleville und starten unsere Wanderung von hier. Anfangs eher langweilig und mühsam der Straße entlang bis Anse Couleuvre und von hier geht es einem schönen Pfad entlang dem Fluss. Nach einer ausgiebigen Dusche haben wir uns das mitgebrachte Essen verdient. Doch nachdem wir ein, zwei dieser Krabbeltiere gesehen haben, war es Schluss mit der unbeschwerten Pause auf den Felsen.
Der Rückweg gestaltete sich deutlich angenehmer als erwartet. Zwei freundlich Frauen hatten wohl Mitleid mit uns Wanderern auf der mühsamen und langen Straße und nahmen uns mit bis St Pierre. Dadurch brauchten wir auch nicht auf den Bus in Belleville warten.









20210322 8240 Wanderung Cascades de Couleuvre 20210322 8270 Wanderung Cascades de Couleuvre
Da liegt die Molly am Strand von St Pierre und wartet auf uns Die Wurzeln eines Baumes

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



20210322 8290 Wanderung Cascades de Couleuvre 20210322 8340 Wanderung Cascades de Couleuvre 20210322 8350 Wanderung Cascades de Couleuvre
Die Cascades deCouleuvre Ausgiebige Dusche mit Frischwasser  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20210322 8320 Wanderung Cascades de Couleuvre kl Spinne 20210322 8400 Wanderung Cascades de Couleuvre
Kleine haarige Krabeltierchen und jeden Tag geht die Sonne auf, damit sie uns Abends erfeuen kann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Seit einigen Tagen stellen wir uns die Frage wohin nun. Nach weitern zwei Monaten haben wir das Meiste von Martinique gesehen. Was wir nicht gesehen haben iat geschlossen.


20210321 Fahroptionen



Das Reisen in den karibischen Inseln gestaltet sich zunehmend schwieriger. Immer mehr Inseln schließen ihre Grenzen oder verschärfen das Einreiseprocedere.
Für St. Vincent und den Grenadinen müssen wir einen Einreiseantrag stellen, ein Corona (PCR) Testergebnis und die Reisehistorie vorab hinsenden. Nach Ankunft eine 14 tägige Quarantäne an Bord machen und am 7ten Tag einen weiteren PCR Test machen.

Den letzten Plan und ich weiß nicht der wievielte es war, hat sich auch wieder zerschlagen.

Like Julia von der SY SOLTARA immer sagte: Plans are written in sand at low tide ( Pläne sind bei Ebbe in Sand geschrieben)

Eigentlich wollten wir von Martinique nach Guadelupe, zu den Britisch Virgin Islands.



Nach „eigentlich“ kommt immer ein aber.
Guadelupe wie auch Martinique sind inzwischen geschlossen, die BVI´s sind auch geschlossen. Mit der derzeitigen Corona-Entwicklung in Frankreich und Europa, ist eine Änderung zeitnah nicht zu erwarten. Zu den US Virgin Islands und Puerto Rico wollen wir mangels Krankenversicherung nicht. Eigentlich war zu Beginn unserer Reise auch nicht geplant eine der US-Inseln anzulaufen. Eigentlich!
Bei diesem Procedere ist der Zeit- und Kostenaufwand so groß, dass ein Tingeln von Insel zu Insel nicht mehr möglich ist. Zudem sind die verbleibenden Optionen mit Domenica und St. Vincent sehr begrenzt. Wir haben uns nur die Flucht nach Süden entschieden, weniger nach St. Vincent als in die Grenadinen. Die mussten wir mit dem ersten Lockdown im März 2020 fluchtartig verlassen. Mit dem neuen Plan wollen wir uns über die Grenadinen zu den ABC- Inseln nach Kolumbien schlagen. Mal schauen wie lange der Plan überlebt.