2. Etappe  18. Juni 2019 bis 14.August 2019                        

09:00 Uhr, auf geht´s zu neuen Ufern.
20190618 10 Scilly Island Abfahrt1
Es ist ein etwas seltsames Gefühl, da bislang unsere längste Strecke eine Nacht auf See war. Jetzt erwarten uns mindestens drei Nächte auf See und keine Alternative auf einen Hafen. Schon nach kürzester Zeit gibt es auch keinen Handyempfang mehr, nur das Funkgerät quakt noch ab und zu.
Die ersten Stunden waren wie angekündigt mit schwachem "Amwind Kurs", der dann im Laufe des Tages zwar nicht mehr wurde aber auf halben Wind drehte.
Delfine haben bald unsere Molly als Spielzeug entdeckt. Für uns war es eine tolle Abwechslung und wir haben dieses Schauspiel genossen.
20190619 120 ber Biscaya nach La Coruna1
20190619 300 ber Biscaya nach La Coruna1

 

 

 

 

 

 

 

In der zweiten Nacht hat der Wind wieder zugelegt. Wir konnten etwas Gas geben und die verbummelte Zeit des Tages wieder aufholen. Gemeinsames Frühstück auf See, Windfried steuert ja. Die Herausforderung einer solchen Fahrt zu zweit, liegt darin, dass jeder genug Pausen und Schlaf bekommt. So habe wir uns dafür Entschieden, ich fahre durch die Nacht und versuche tagsüber zu schlafen. Ist mir aber nicht so richtig gelungen. In der Nacht zu fahren ist für mich, mit etwas mehr Erfahrung, einfacher. Alexandra hat dann nach dem Frühstück übernommen. Das System hat ganz gut funktioniert. Mit diesem Wachsystem hatten wir die gemeinsamen Mahlzeiten und die Schlafphasen wurden nicht ständig unterbrochen, was wir als sehr angenehm empfanden.
20190619 400 ber Biscaya nach La Coruna1












20190619 90 ber Biscaya nach La Coruna1
Mit etwas mehr Wind und höherer Geschwindigkeit fanden die Delfine ihr Spielzeug wieder. Mit sichtlich Spaß begleiteten sie uns fast den ganzen Tag.

Man sollte auch meinen, dass wir uns in einem großen Seegebiet befinden und genügend Platz für alle ist, doch hat unsere Molly einen Magnet der die "Großen" immer wieder anzieht.
Wie sagt man so schön: "Die tun nichts, die wollen auch nur spielen".
Zu Spitzenzeiten waren 7 Schiffe in unserem 4 nm Radius auf der Seekarte und wir mitten drin. Ob die uns überhaupt beachtet haben? Leider hatte ich bei diesem Getümmel nicht an ein Screenshot vom AIS gedacht.



Am dritten Tag zeigte sich die Biscaya von ihrer ganz schönen Seite. Allerdings mussten wir dadurch mit dem Wind aus dem Tank unterstützen.
20190619 390 ber Biscaya nach La Coruna1
Auch vom vierten Tag haben wir kein Foto gemacht, da dieser mal zeigen wollte, dass die Biscaya auch anders kann. Am regelmäßigen Fotografieren müssen wir noch arbeiten.
Bei 30 kn Wind und 2 m Welle ist man aber auch mit anderen Dingen beschäftigt. Wobei Windfried auch hier größtenteils seine Arbeit gut gemacht hat. Mit der schräg achterlichen Welle kam er dann nicht mehr zurecht, da Windfried ja nur reagieren kann und nicht schon mit der Welle das Ruder legt.






Schnell haben wir auch gelernt die Zeiten auf See zu nutzen, um Dinge wie Lüften, Putzen, Schuhe putzen,... zu erledigen. Damit bleibt uns mehr Zeit für Stadt und Strand.
20190619 410 ber Biscaya nach La Coruna1
Ein weiterer und ein etwas größerer Schritt ist getan. Die berüchtigte Biscaya war uns gnädig. Nach 4 Tagen und 419 sm erreichen wir La Coruña in Spanien.
In La Coruña angekommen, gingen wir in die Marina Real, die mitten in der Stadt liegt. Dorthin haben wir uns auch ein Ersatzteil für unsere Abwassertankfüllstandsanzeige schicken lassen. Der übliche Weg über die Visitorinformation dann zum Supermarkt, morgen ist Sonntag. (Nicht vergessen Mama anrufen) Hier erstein mal eine völlig andere Kultur. Vom, britischen ruhigen, geordneten Leben in die doch trubelige, temperamentvolle Lebensweise Spaniens. Gefällt uns aber sehr gut. Vorallem das neue Angebot an Lebensmitteln. Schinken, eine riesige Auswahl an Fisch, knuspriges Brot, lecker Rotwein. Was will man mehr?
Danach war geplant Schiff entsalzen, duschen und Paella essen. Genau: wäre da nicht "war geplant". Während ich das Schiff von außen entsalzt habe, hat Alexandra innen sauber gemacht. Nicht alle Arbeiten kann man auf See erledigen. Dann kam der Schock: in der Bugkabine, im Boden ist es nass. Wassereinbruch wäre etwas übertrieben, aber es stand schon so einen cm Wasser im Boden. Der erste Test auch wenn es nicht lecker ist, ist es Salzwasser? kommt es von aussen?  Erste Entwarnung, es ist Süßwasser. Dann gehen wir mal auf Lecksuche und haben das komplette Vorschiff ausgeräumt.
20190622 610 La Coruna Wasser im Vorschiff1
Da ist der vordere Wassertank. Auch der Weinkeller musste ausgeräumt werden.
20190622 640 La Coruna Wasser im Vorschiff1
Alles trocken, nichts zu sehen. Den gerade frisch gefüllten Tank leer gepumpt und ausgebaut. Nichts zu sehen. Ratlosigkeit macht sich breit.
Ok, alles wieder zusammenbauen und abwarten, ob es wieder kommt. Den Tank wieder befüllt und nebenbei auch schon wieder langsam alles eingeräumt. Da läuft Wasser über den Boden. Zum Glück hat Alexandra gemahnt, lass uns mit dem Zusammenbauen warten bis der Tank voll ist. Ich bin da meist etwas schneller, manchmal auch zu schnell. Den Übeltäter lokalisiert. Der Zulaufschlauch für den Wassertank hat geleckt. War bislang nicht so aufgefallen, da wir den Tank nie genutzt hatten.

 

In La Coruña gefällt es uns auf Anhieb gut, der spanische Flair, die nun endlich sommerlichen Temperaturen und vor allem das kulinarische Angebot. Die ca. 750 km südlichere Lage zu England machen sich deutlich bemerkbar. So ist ab heute T-Shirt Wetter. Einen Gang durch die Stadt bestätigt, wir sind in einer anderen Welt. Es ist 14:00 Uhr und alles ist geschlossen. Na klar es ist Siesta. Dann machen wir am Strand auch Siesta und erfahren, dass heute Abend hier am Strand ein großes Festival ist, "San Juan". 20190623 772 La Coruna1

Na, was ist den heute hier los? Die jungen Mädels der Lifeguard geben dem älteren Herren (mir)gerne Auskunft.
Am Abend wollten wir nur mal schauen, jedoch war die ganze Stadt im Ausnahmezustand. An jeder Ecke Musik, die Leute tanzten und in der Nacht wurden am Strand hunderte Feuer entzündet.
20190623 779 La Coruna1

 

 

 

 

 

 

 

 

20190625 806 Ille Malante1

 

 

 Der Montag nach dem Festival ist ein nationaler Feiertag, somit war auch nichts mit Einkaufen. Damit haben wir am Dienstag erst nach dem Einkauf abgelegt. Es war schon später Vormittag, deshalb ein kurzer Zwischenstopp auf der Insel Malante. 
Der Wind stand günstig und der Gennaker hat uns mit Windeseile zu unserem Ankerplatz gezogen, der für den auffrischenden Nordwind sehr geschützt lag.
43°21,31N008°50,31W auf 8 m Tiefe
Es blieb noch Zeit es nochmal mit der Essensbeschaffung zu versuchen. Wie man sieht, es nimmt Formen an. Ein kleines Opfer von dem gekauften Thunfischsteak hat sich gelohnt. Morgen gibt es 3 Goldbrassen vom Grill.

 

 

 

 Doch heute erst den Thunfisch.
20190625 820 Ille Malante Thunfisch vom Grill1

Am nächsten Morgen, es regnet in Strömen. Wir verschieben die Abfahrt, wir haben heute ja nur 26 nm. Nachdem es am späten Vormittag aufgehört hat, lichten wir den Anker und fahren nach Muxia.
Fast täglich werden wir von Delfinen begleitet.  Wir sind doch sehr verwundert wie viele es hier gibt. Die kommen sogar in die Badebuchten, bis auf 300m vor den Strand. Wir sind gleich aufgesprungen und haben das mit großer Verwunderung beobachtet. Da waren wir aber die einzigen, ist wohl nichts Außergewöhliches.

Muxia, gesprochen Much-ii-a, Wir lagen in einer super schönen Bucht, der Hafen und der Ort gleich nebenan und der Strand voraus.  Was will man mehr? 43°06,21N009°12,57W auf 5 m Tiefe
20190625 1010 Muxia1

Muxia ist ein kleiner noch ursprünglicher Ort Galiciens. Asterix und Obelix haben wir nicht getroffen aber einige Pilger des Jakobsweges.

20190626 1140 Santiago de Compostela1







 Das hat uns auf die Idee gebracht nicht nach Santiago de Compostela zu pilgern, sondern ganz uncool den Bus zu nehmen.
Früh am Morgen, sehr früh am Morgen, es war noch dunkel, sind wir mit dem Dinghi in den Hafen gefahren. Um 6:45 Uhr war Abfahrt. In Santiago angekommen haben wir erstmal in der Nähe der Kathedrale gefrühstückt.

 

 

 

 

 

 Bei einem beeindruckenden Rundgang durch die Altstadt haben wir uns unter die wahren Pilger gemischt. Die Stadt wird beherrscht von Pilgern mit großen Rucksäcken und Wanderstäben. Da sind wir mit unseren kleinen Tagesrucksäcken fast gar nicht aufgefallen.
20190626 1130 Santiago de Compostela1

Wir haben dort einen schönen Tag verbracht, sind mit dem Bus zurück gefahren und nach den Strapazen der Pilgerfahrt eine richtig gute, hausgemachte Paella gegessen. Die spanische "Mama" ist extra los eine Paellapfanne holen, weil das eigentlich nicht auf der Speisekarte steht. Was man mit 2 Semester VHS-Spanisch so alles bekommt.
20190626 1340 Muxia1
Inzwischen sind die Temperaturen so angenehm, dass man an Deck frühstücken kann und abends die Zeit vergisst. Die galicische Küste ist auf jeden Fall eine Reise wert.

So sind wir nach 4 Tagen weiter Richtung Süden, entlang der zerklüfteten Küste. Viele tiefe und felsige Einschnitte in das Land mit unzählige kleine Dörfer und Sandstrände.



Wir wollen die Dünen von Corrubedo ansehen und haben auch hier wieder einen schönen Ankerplatz in einer nach Süden offenen Ankerbucht vor dem Ort Corrubedo ausgesucht.

42°34,20N009°04,40W auf 5 m Tiefe


Festmacherleinen und Fender sind inzwischen tief in den Backskisten verschwunden und werden nur noch selten gebraucht. Unser Dinghi ist als Verbindungsmittel zum Land umso wichtiger geworden. Da haben wir erkannt, wir brauchen dringend Räder für unser Dinghi. Das Hochtragen an den Strand mit Motor ist doch sehr beschwerlich. Die Strecken sind auf Grund der Tide oft sehr weit. Wenn es dann so einfach wäre ein paar Räder zu kaufen. In dem einen Hafen hat er nur ein Rad, die anderen sind nicht abnehmbar, man kann auch bestellen ... Daher haben wir auf "Bootsbedarf Nord" zurückgegriffen. Eine Email mit dem Problem beschrieben und die guten Leute schicken uns ein paar Räder nach Porto (Portugal). Einen schönen Dank für die Unterstützung.

Heute waren wir in den Dünen von Corrubedo, den Wanderdünen. Wir hatten Glück, dass sie gerade da waren. Unsere Wanderwege haben sich wohl gerade gekreuzt.
Wenn die Sonne in den Sand scheint, dann leuchten sie goldgelb, verbunden mit dem türkisblauen Wasser ist das ein gigantischer Anblick.

20190630 1440 Corrubedo1

20190630 1530 Corrubedo Wanderdnen1

20190630 1610 Corrubedo Lagune1

 

 

 

 

 

 

 

Eines unserer nächsten Ziele sind die Inseln Cies der Ria de Vigo vorgelagert. Die Inseln befinden sich in einem Nationalpark und man benötigt dafür erstens eine cruising permit und zweitens eine anchoring permit. Hierzu kann man ein PDF-Formular herunterladen, soll dieses ausfüllen und unterschrieben zurück senden. Bis zum Punkt herunterladen ist ja alles gut, aber ausdrucken und unterschrieben zurücksenden geht nicht, da kein Drucker und Scanner vorhanden. So haben wir alle Informationen per Email hingeschickt und angerufen. Sehr freundlich, die Leute. Die haben unseren Antrag noch am gleichen Tag bearbeitet und so konnten wir auch die Ankertage noch am gleichen Tag buchen. Auch hier hatten wir Glück, dass unsere Wunschtage noch frei waren. Sinn dieses Betreibens ist die Limitierung der Boote in dem Nationalpark. Es empfiehlt sich also eine frühzeitige Buchung. Wissen muss man es halt.


Der Link zur Buchung:
https://www.iatlanticas.es/html/index5032.html?option=com_wrapper&view=wrapper&Itemid=200077&lang=en

Der Plan für heute war mit den vorhergesagten von 20-25 kn Wind aus Nord (achterlichen Wind) nach Cangas in den Ria de Vigo zu fahren. Wir brauchen wieder mal einen Hafen. Wasser geht langsam zur Neige, waschen müssen wir auch schon wieder. Die Wäsche in der Maschine und das Schiff mit viel Wasser von Hand.
Bekommen haben wir jedoch 30-35 kn aus East. Nur mit einem kleinen, einem sehr kleinem Vorsegel sind wir dann mit halben Wind und 6-7 kn dahin gerauscht. Natürlich wieder begleitet von Delfinen.
20190702 1750 nach Congas1
Es ist unglaublich, wie viele Delfine es in vor der Küste Galiciens gibt.
Da wir sehr dicht unter Land gefahren sind, hielt sich die Welle mit einem Meter noch in Grenzen. So liegen wir erstein mal vor dem Hafen von Cangas vor Anker und laufen morgen Früh ein.
42°15,67N008°52,9W auf 8 m Tiefe
Das spart uns einen Liegetag, von dem wir nicht viel gehabt hätten. Die Temperaturen sind inzwischen so, dass man sich über die frische Atlantikbrise freut.
Auf dem Weg zum Einkaufen haben wir einen Friseur gefunden, Alexandra hat ihn auch gleich in Anspruch genommen. Erst etwas skeptisch aber dann, wie hätten sie es gerne? Was, wie, mit etwas spanisch, englisch haben wir die gewünschte Frisur beschrieben. Und... super, alle sind froh!!

Heute ist Arbeitstag: Waschen, Tanken (Diesel, Benzin, Wasser), Schiff entsalzen, Einkaufen, ...
Waschmaschine ist gut aber leider ist der Trockner defekt. Nutzt ja nichts, gewaschen werden muss trotzdem. Die Sonne scheint und zu Hause kam die Wäsche auch auf die Leine.
Wir haben ja 20 m davon. 20190703 1820 Cangas Wsche1
Die Tankstelle ist kaum 100 m entfernt und wir brauchen nur einen Kanister (20 Ltr) Diesel und 5 Ltr Benzin. Der Außenborder will ja auch von etwas
leben. Mit reichlich Wasser das Salz abgespült.
Rost wird vermutlich unser ewiger Feind bleiben. Alle Metalle setzen mit der Zeit eine leicht rostige Oberfläche an. Dies muss regelmäßig gepflegt werden. Hierzu gibt es eine Lauge, die den Rost umwandelt, danach einfach mit einem Lappen abreiben oder den Edelstahlreiniger. Aber spätestens alle zwei Wochen muss man hier Hand anlegen, sonst rosten die Teile so weg.
Einkaufen in einem großen Supermarkt oder bei Lidl Spanien.

 





Am nächsten Tag haben wir unweit von Cangas, mit Zaubertrank bewaffnet, alte Römersiedlungen erobert.
20190704 1930 Bucht Barra Wanderung Monte Facho1

Und zur Belohnung frittierten Pulpo und galizisches Bier bekommen.
20190704 2010 Bucht Barra Wanderung Monte Facho Pulpo1

Heute ist der 5. Juli und unser Ziel sind die Islas Cies nur knapp 4 sm entfernt.

 

20190705 2060 zu der Isla Cies1

 

 

 

 

 

 

So fahren wir noch vor dem Frühstück hinüber, der Anker fällt vor der Playa de Rodas  und wir genießen am türkisblauen Strand das Frühstück
42°13,23N008°53,99W auf 6 m Tiefe
20190705 2100 Isja Cies Rodas Beach1
Nach einem halben Tag am Strand haben wir schon wieder Hummeln im Hintern und müssen auf Erkundung gehen.

20190705 2260 Isla Cies1

Das Ankern ist hier auf 3 Buchten auf 2 Inseln beschränkt. Isla Norte (Monteagudo), Isla del Medio (Faro) und Isla Sur (San Martiño). Als ersten Anlauf haben wir die Playa de Rodas ausgesucht, die die Inseln
Norte und Medio verbindet. Wir wurden von einem wunderschönen langen Sandstrand und türkisblauem Wasser empfangen. Es war ein Abstand zum Strand von 200m vorgegeben, so fiel unser Anker bei 8 m Wassertiefe. Wir haben die Tage mit Wanderungen und Strandleben geteilt. So haben wir den ersten Tag den Alto do Principe und am zweiten Tag den Leuchtturm Faro de Cies bestiegen, von wo man eine herrliche Aussicht über die Inselwelt hatte.
Am Sonntag, es war sehr diesig, haben noch vor dem Frühstück zur Insel San Matiño verlegt.

20190707 2600 Isla Cies1

Der Strand hier war noch schöner, mit Unmengen Muscheln bedeckt, die in der Sonne weiß im Wasser geleuchtet haben.
Ankern  42°12,2N 008°54,2W auf 4 m Tiefe

Der Badebereich von ca. 100 m ist mit Bojen abgegrenzt, plötzlich schwimmen und springen hier 4 - 5 Delfine durch. Die haben sich wohl an dem Fischreichtum gelabt, der für uns zu fangen nicht erlaubt ist.

20190705 2300 Isla Cies Rodas Beach1

 20190707 2710 Isla Cies1

 

 

 

 

 

 

 

 



Zum Glück ist die Permit auf 3 Tage begrenzt, so fahren wir am Montag nach Biona. Ursprünglich war der Weg Richtung Süden geplant, aber der Wind möchte uns erst ab Dienstag nach Süden schieben.
Auch hier haben wir in der großen Bucht geankert.
42°07,16N 008°50,35W auf 6 m Tiefe

Nach einem gemütlichen Frühstück lichten wir den Anker und haben kalkuliert die 67 sm bis Porto (Portugal) zum nächsten Morgen so zwischen 6 und 8 Uhr zu schaffen. Aber Theorie und Praxis liegen ja oft weit auseinander. So sind wir bei tief blauen Himmel und noch blauerem Atlantik im Schnitt mit 5 kn nach Porto gefahren. Natürlich auch wieder in Begleitung von ... na klar Delfinen. So sind wir um 1 Uhr nachts den Douro hochgeschippert und haben um 1:45 Uhr mit einem Portwein auf Porto angestoßen und sind dann ins Bett gegangen.
20190709 2930 nach Porto1

Der Hafen hier ist super gut organisiert. Mit einem vom Hafen bereitgestellten Shuttle sind wir erstmal zum Einkaufen gefahren. Bei der Gelegenheit haben wir natürlich alles Schwere auf Vorrat gekauft. Der Brötchenservice bringt Brötchen zum Frühstück, was will man mehr?
20190710 3000 Porto Einkaufen1





20190710 2970 Porto Sardinen grillen1







Wir schlendern so durch die Gassen, die kleinen Grills auf dem Gehweg und die Omis grillen ihre Sardinen drauf. Na, das sieht lecker aus und das können wir auch. uno kilo Sardinen, por favor! Den Grill eingeheizt und,    .... lecker.







Nun stand natürlich Porto auf dem Plan. Eine Führung durch eine Portweinherstellung und anschließender Verkostung haben wir für 10:30 Uhr gebucht. Der Hersteller Churchill´s war am Anfang unserer Tour und so früh bekamen wir eine Exclusivführung, nur wir beide.
20190711 3060 Porto Churchills1

Es war sehr angenehm in diesem kleinen Kreise, wir haben sehr viel über Portwein gelernt und hatten auch viel Spaß mit unserem Führer.
Dieses gute Verhältnis hat sich in der anschließenden Verkostung gezeigt.
20190711 3103 Porto Churchills1

Leicht beschwingt haben wir anschließend ein Plätzchen im Schatten gesucht und Mittag gegessen.

Danach weiter zur Luis 1 Brücke, eines der Wahrzeichen von Porto, von Gustav Eiffel entworfen.
20190711 3150 Porto1














Auf dem Weg dorthin vorbei an den alten Booten, die in früheren Zeiten die Portweinfässer aus dem Weinanbaugebiet auf dem Fluß Douro hier her nach Porto gebracht haben. Die Brücke auf der unteren Etage überquert und oben zurück. Dann hatten wir auch genug für den Tag.


Man verzettelt sich auch leicht und überstrapaziert den Tag. Wenn wir gerade hier sind, lass uns noch eben da schauen. Erschöpft zurück auf dem Schiff haben wir uns zum Essen
landfein gemacht. Das Restaurant eine Show. Eine schmale fast nicht befahrene Straße, die Tische stehen auf dem Gehweg, der Grill des Restaurants (ein Holzkohlegrill) steht auf der anderen Straßenseite auf dem Gehweg. Wir bestellten Pulpo/Gamba Spieß und Fisch vom Grill. Die Bedienung kam mit dem rohen Fisch vorbei, zum Grill auf die andere Seite und wir konnten sehen, wie unser Fisch gerillt wurde. Entspricht wahrscheinlich nicht den deutschen Hygienevorschriften aber sehr, sehr lecker. Als Vorspeise eine Fischpastete und Muscheln, Oliven dürfen natürlich auch nicht fehlen. Für einen Nachtisch war kein Platz mehr.
20190711 3364 Porto Essen Afurada1

Am zweiten Tag wollten wir Porto auf der anderen Flussseite erkunden. Begonnen haben wir in einer Bücherei. Wer die Buchhandlung aus Harry Potter kennt, weiß wo wir waren.
20190712 3700 Porto Livraria Lello1
20190712 3760 Porto Livraria Lello1

Diese Buchhandlung ist unbeschreiblich.


















Danach fanden wir auf einem begrünten Parkhausdach ein gemütliches Plätzchen für die Mittagspause.
20190712 3800 Porto Parc de Cordoaria1


Über den ein und den anderen Punkt zur Besichtigung sind wir zur TouriInfo.
Morgen wollen wir mit dem Zug entlang dem Fluss Douro fahren und den Ursprung des leckeren Getränks erkunden.

Mir dem Bus vom Hafen zum Bahnhof, dort die Fahrkarten gekauft. Alles ohne Probleme und ohne portugiesisch.
Riesige Areale an Weinberge die sich entlang des Flusses schlängeln. Alle bekannte und auch unbekannte Namen wie z.B. Sandemann lassen sich hier finden. Denn nur hier angebauter Wein darf sich irgendwann Portwein nennen.
20190713 4040 Porto Zugfahrt Douro Valley Pocinho1

In der Pause bis zur Rückfahrt haben wir uns einen gesunden Vorrat an Orangen und Limonen angelegt.

Porto hat uns geschafft. Die Besichtigung einer Stadt schafft uns immer.









Sonntag 14. Juli, wir wollen weiter
Flauer Wind und bleierne See und Seenebel, 4 kn Fahrt bei 5kn Wind, natürlich unter Motor. Aber man fragt sich wo kommt der Knoten her?
Gegen späten Vormittag soll er auf 20 kn auffrischen und uns nach Figueira da Foz schieben.
Wir hoffen das Beste. Und tatsächlich, etwas verspätet, mit 15 kt, der Gennacker gibt alles und bringt uns dem Ziel näher.  Wieder einmal bei Nacht laufen wir in den Hafen ein. Wir werden von der Security schon erwartet. Es ist 23 Uhr, doch das Anmeldeprozedere bleibt uns nicht erspart und der will auch noch Geld für die Nacht. Wären wir nach 24 Uhr eingelaufen müssten wir für die Nacht nichts bezahlen. Nicht lang ärgern, noch einen Port zur Beruhigung der Nerven und dann ab ins Bett.

Der nächste Tag ist wieder ein Arbeitstag. Ich dachte das haben wir hinter uns. Weit gefehlt. Wilfried Erdman hat recht: Eine Langfahrt ist das Schiff an den schönsten Orten der Welt reparieren und pflegen. Und  die Homepage will auch gepflegt werden.
Unser nächstes Ziel ist Lissabon. Immer der Küste entlang bis zum Cap Carvoeira und dann bis zum Cap Raso, hier den Blinker Links und schon sind wir in Lissabon.
Dazu müssen wir aber an Nazaré vorbei. Das Gebiet ist bei Wellensurfern bekannt, da ein Unterwassercanyon der innerhalb von 4 nm von 60m auf 1000m und mehr abfällt, Wellen von über 20m hervorrufen kann.
20190716 4100 Unterwassercanyon Nazar1Wir hatten an diesem Tag schon eine Dünung von 1,5-2m, die sich aber ganz gut fahren ließ. Doch der Canyon bereitete mir etwas Unbehagen. Also rief ich ca. 15 nm nördlich Nazaré die Rettungsleitstelle (MRCC) Nazaré an und bat um Informationen zum passieren des Canyons. Mit Angabe unserer Position haben die uns einen Kurs für eine sichere Querung des Canyons gegeben. Die Einfahrt in den Canyon hat man nicht bemerkt, bei der Ausfahrt haben sich Wellen für 2 nm etwas erhöht, was aber kein Problem war.

Erkenntnis:
Lieber einmal mehr angefragt und sicher gefahren. Die Leute des MRCC waren sehr freundlich.
Bei 25 kn Wind und 1,5m See hätten wir früher keinen Fuß in die Nordsee gesetzt.
Heute, lass mal das kleine Vorsegel drauf machen und das Groß etwas reffen.
Das Vertrauen in den Anker ist auch gestiegen, so haben wir vor Piniche am Strand geankert. Die Länge macht´s. Bei 4 m Wassertiefe und 35 m Ankerkette ist der Winkel ziemlich flach und das Gewicht ist nicht zu vernachlässigen. Bis ca. 25 kn Wind hängt die Kette noch immer durch, so hält uns mehr das Gewicht aus Anker und Kette als der Anker an sich.

In Piniche haben wir einen Wetterstopp eingelegt. Mussten den Blinker also früher setzen als geplant. Bei Wind über 30 kn und der entsprechenden See dazu wollen wir lieber einen Tag aussetzen.

Von Peniche nach Lissabon.
Dicker Seenebel hängt an der Küste von Portugal. Keine Sonne und die Temperaturen sind auf 19°C gesunken. Verdammt!!
Auch haben wir heute wieder einmal alle möglichen Segelkombinationen  am Start gehabt. Vom Ankerplatz das Großsegel und die Genua. Das lief eine Weile ganz gut, bis auf Grund von Windmangel die Segel nicht mehr standen, einfielen und zu schlagen anfingen. Mit Wind noch von Achtern kam der Gennaker an den Start. Mittlerweile Routine. Super, das läuft ja gut. 15 kn Wind, 6 Kn Fahrt und Windfried steuert. Wir kommen dem Cap Raso näher, der Wind nimmt langsam zu. Ich denke noch, lass uns den Gennaker bergen, da pfeift auch schon die Böe mit 25 Knoten rein. Das Schiff legt sich bedrohlich auf die Seite, die Schoten los, ein Flattern und Schlagen, das Vorsegel raus und den Gennaker geborgen. Das ging aber fix. Doch das Schauspiel ist noch nicht zu Ende. Innerhalb von 15 Minuten ist der Wind von 15 kn auf 43 kn angestiegen. Das Vorsegel auf Handtuchgröße gerefft und immer noch 6 kn Fahrt. Wellen bauen sich auf, was ist denn hier los. Schluss mit Faulenzen hier ist Arbeit angesagt und ich dachte wir sind im Urlaub. Nach 2 Stunden ist das Cap gerundet und der Spuk vorbei. Dann kann ich mich ja wieder hinlegen. Windfriiiid du bis dran.
Wir laufen den Fluß Tejo hoch und Lissabon an, durch die Brücke Ponte 25 de Abril, am Cristo Rei vorbei, in den Hafen.
20190719 4340 nach Lissabon1

20190719 4350 nach Lissabon1

20190719 4400 nach Lissabon1

Mal lieber etwas ducken, wer weiß ob es reicht????










Da Lissabon wesentlich größer und weitläufiger ist, haben wir uns Hopp on-hopp off-Tickets gekauft. Am Abend haben wir uns dann mal einen Burger mit Pommes gegönnt. Wir hatten Angst, dass uns Schwimmhäute oder Kiemen wachsen, zudem war das mal eine willkommene Abwechslung. So sind wir zwei Tage durch Lissabon gehoppelt.
20190720 4650 Lissabon1

20190721 4770 Lissabon Torre de Belm1



20190721 4840 Lissabon1
Fliesenbilder ist eine Leidenschaft der Portugiesen.

Die gibt es überall, auf dem Boden, an Hauswänden,...

20190720 4600 Lissabon Elevator de Santa Justa1







Nach den zwei Tagen waren wir auch wieder geschafft.

Nochmals die Wassertanks gefüllt. Ab jetzt sorgt ein dreistufiges Filtersystem für gutes Wasser im Tank.
20190721 4990 Lissabon Wasser gefiltert1

Die 56 sm nach Sines, wo unser Ersatzteil für den Abwassertank liegen soll, haben wir in zwei geteilt.













Erster Teil mit knapp 30 sm bis Sesimbra. Mit eher lauem Wind wollten wir zum frühen Nachmittag in Sesimbra einlaufen. Vorbei am Capo Espichel, was felsig, zerklüftet, mit vielen Höhlen ist, öffnet sich kurz vor Sesimbra eine Badebucht vom feinsten. Schöner Sandstrand, die Felsen steil aufragend, sandiger Ankergrund, was will man mehr. Blinker links! Hier bleiben wir.
38°25,8N 009°07,7W
20190722 5090 nach Sesimbra Capo Espichel1
20190722 5120 Ribeira do Cavalo1

20190722 5100 nach Sesimbra Capo Espichel1

 

 

 

 

 

 

Nachdem wir die Sonne und den Atlantik mit 20°C genossen haben, kam Wind auf.
Mehr Wind kam auf, noch mehr Wind und schließlich hatten wir 34 kt Wind, der Anker hält. Ich hatte gerade meinen allabendlichen Rundgang beendet, die Ankerkette zum Bersten gespannt (nein, nur etwas gespannt) hat einer den Wind abgestellt. Innerhalb von 5 Minuten von 34 kn auf 5 kn. Na dann ist ja alles gut, gute Nacht.
Am nächsten Morgen noch vor schöner Kulisse gefrühstückt, haben wir uns auf den Weg nach Sines gemacht. Der zweite Teil. Anfangs war der Wind
wieder verhalten. Das haben wir schon oft festgestellt, morgens lau, zum Mittag brist es auf und am Abend .... Gegen Mittag hatten wir dann wieder 20 kn bei blauem Himmel.
Bei achterlichem Wind und 8 kn Fahrt haben wir den Delfinen mal gezeigt, wo der Hammer hängt.
20190723 nach Sines mit 8 kn1

Das Spiel war nicht mehr so einfach und sie zogen auch nicht mehr sooo einfach an uns vorbei.
Am Nachmittag in Sines vor dem Strand den Anker fallen gelassen, die Ripps auf dem Grill und mit einem gekühlten Bier auf den schönen Tag anstoßen.   37°57,14N 008°52,11W
Noch Fragen ???

In Sines war ein Musikfestival mit 3 Bühnen, Essensständen und jede Menge Straßenhändler.
20190724 5252 Sines1
Volksfest.
Die Musik in allen Musikrichtungen, spielt von Mittags bis in die Nacht. Wir schlendern so durch das Getümmel, essen fritierten Pulpo, verschiedene Teigtaschen gefüllt mit Fisch, Schrimps und Fleisch.
Später finden wir noch einen Stand mit Sangria, portugiesischer Sangria.
20190724 5253 Sines Seenebel1



Aus Weißwein und allerlei Früchten, etwas Zimt und Minzblätter.
Sehr, sehr lecker. Zu lecker.






Von Sines an die Algarve sind es gute 60 sm. Also früh los und das nach dem Sangria.
Wie meistens hat es morgens wieder sehr wenig Wind und Seenebel, so dass der Motor helfen muss.
20190725 5260 zur Algave Seenebel1

Doch bald stellen sich 10 kn Wind aus West ein. Der Gennaker und das Großsegel ergeben 120m² Segelfläche, das zieht.
Blauer Himmel, die Sonne lacht (ob an oder aus, egal sie lacht) nur Windfried kommt mit dem ungleichen Segelverhältnis nicht so klar. Ab und zu müssen wir seine eigenmächtigen Kursänderungen wieder korrigieren. Wir umrunden das Capo de Sao Vicente und lassen den Anker in der Enseada de Sagres fallen, genießen noch den Sonnenuntergang und das Farbenspiel mit den Felsen.  37°00,10N 008°56,48W
20190725 5300 zur Algave Sonnenuntergang1

Das war ein langer Segeltag, was uns aber nicht davon abhält, noch einen Schlummertrunk im Cockpit zu nehmen. Von hier kommt also das portugiesische Bier Sagres, auf das wir trotzdem mit einem Portwein anstoßen.

Am nächsten Morgen, entschließen wir uns, an die so genannte Felsalgarve weiter zu fahren. Bis Lagos sind es nur 15 sm, so lichten wir nach dem Frühstück den Anker und fahren mit wieder einmal reichlich Wind zu den Felsen vor Lagos.

20190726 5400 nach Lagos1

Es ist traumhaft hier. Jetzt nach Lagos in den Hafen oder davor zu ankern wäre eine Schande.
Kurzerhand die Seekarte geprüft, Blinker links und den Anker zwischen die Felsen geschmissen.
37°05,43N  008°39,99W

20190726 5440 nach Lagos1

Eine Traumhafte Kulisse. Wir genießen die Felsen, die Sandstrände dazwischen und das sc20190726 5461 Lagos Ankerplatz1höne Wetter.













Mit dem Dinghi durch die Felsen und Grotten. Es ist schon etwas Besonderes, was die Natur hier erschaffen hat.
20190728 5700 Lagos Grottentour mit Dinghi1

20190728 5800 Lagos Grottentour mit Dinghi1

20190728 5880 Lagos Grottentour mit Dinghi1











Am nächsten Tag fahren wir nach Ponte Joao de Arens. Das sind ähnliche Felsformationen und liegen nur 5 sm weiter.
Wir entdecken einen Pfad entlang der Klippen. Das Ganze mal von oben zu betrachten ist auch sehr schön.
Für die Nacht verlegen wir hinter das Kap, weil hier deutlich weniger Welle ist.

37°07,01N 008°33,72W


Wir genießen den Abend, beobachten wie eine Yacht nach der anderen die Bucht verlässt und wir sind wieder alleine.
Auf dem Grill die Fleischspieße, dazu Kartoffeln und Salat.

Dienstag 30.07. heute fahren wir zu der Grotte von Benagli. Obwohl es nur 5 sm sind, hat sich die Küste bis dahin schon verändert. Es sind nicht mehr so viele einzelne Felsen doch sind die Höhlen deutlich größer geworden. An der zunehmenden Zahl der Ausflugsboote konnten wir erkennen, dass wir fast da sind. Die Höhle war nun nicht mehr zu verfehlen. Wir waren von dem Anblick der Küste und er Landschaft fasziniert, aber vom Kommerz regelrecht geschockt. Es war unvorstellbar, wie viele Boote
zu der Höhle fahren. Speedboote, große Katamarane ohne Mast, kleinere Boote, Kayaks, Stand up paddler,...und wir mit unserem Dinghi mitten drin. Alle drängten in die Höhle. Der Zauber ging durch die Masse verloren.
20190730 6090 Grotte von Benagli1
20190730 6180 Grotte von Benagli1
Die Powerboote bespaßten ihre Gäste ohne Rücksicht auf all die anderen. Nachdem wir einen Blick in die Höhle geworfen hatten, lichteten wir den Anker, hier bleiben wir nicht. Lass uns weiter bis Albufeira in die Bucht fahren. Das waren nur 10 sm aber das Ergebnis war nicht wesentlich besser. Was wir aus Galizien und der westlichen portugiesischen Küste nicht gewohnt waren, ist die touristische Vermarktung der Algarve. Denn auch am Strand von Albufeira fuhren die Powerboote, gezogene Bananen und vieles mehr. Die Wellen der Boote schüttelte uns kräftig durch. Zum Abend hin wurde es zum Glück etwas ruhiger.

Am Mittwoch fahren wir nach Villamoura in den Hafen. Ein ganz normaler Arbeitstag auf unserem Törn, wir sind ja nicht auf einem Ponyhof.
Wäsche waschen, Schiff entsalzen, Logge reinigen, Edelstahl entrosten, Software updates, Wasser tanken ...
Und falls jemand seinen Mac Murphy vermisst, der ist bei uns. Egal wo etwas hängen bleiben kann, sich eine Leine vertörnen kann,
auch seltsam wie manche Knoten entstehen ... Doch zur Belohnung gabs es ein lecker Abendessen.
20190731 6330 Vilamoura updates Wsche usw1

20190731 6310 Vilamoura Schiff entsalzen1

20190731 6332 Vilamourab Essen zur Belohnung1












Erkenntnis bis jetzt:
Eine größere Herausforderung als gedacht ist die Suche nach WLan. Die Häfen haben zwar WLan, das ist aber meist so schwach oder langsam, dass damit nichts anzufangen ist.
So greifen wir meist auf den Handy-Hotspot zurück.
Hätte auch nie gedacht dass Edelstahl rosten kann. Alles setzt nach einer Weile oberflächlich Rost an. Die Relingsstützen, der Seezaun, der Geräteträger, ... Lässt sich zwar leicht abputzen, aber Mac Murphy macht´s ja nicht, der macht nur Koten in die Leinen.
Einer der größten Herausforderung wird die Beschaffung von Propangas werden. Vermutlich werden wir wohl die ein oder andere fremde Flasche kaufen müssen. In Villamoura haben wir wieder alles fit gemacht. Nächstes Ziel sind die Lagunen vor Faro.
Das Wetter hat tagsüber um 40°C, blauer Himmel. Seit wir keine Wassertiefe von mehr als 50 m haben wird er Atlantik auch langsam wärmer. Zum Glück kühlt es Nachts noch soweit ab, dass man gut schlafen kann.
Mit gemütlichem halben Wind und 15 kn sind wir zur Lagune von Faro gefahren. Alexandra ist wieder einmal Ruder gegangen und ich habe euch diese Zeilen geschrieben und die Bilder aufbereitet.
20190730 6030 zu Benagli1

In der Einfahrt zur Lagune standen ungemütliche kleine Wellen. Man konnte die Strömung sehen, die dann auch uns ergriff und uns regelrecht in die Lagune sog. Mit 8 kn Fahrt und 5 kn Strom hatten wir alle Mühe einen Kurs zu halten. Wenn man die Fläche der Lagune und eine Gezeitenhub von 3,5 m betrachtet, ist es kein Wunder wieviel Wasser sich durch die kleine Öffnung drückt.
Zuerst waren wir noch auf der Ilha Deserta. Nach "Landsend" in England mussten wir den südlichsten Punkt Portugals besuchen.
20190801 6460 Faro Lagune sdlichster Punkt Portugal1














Wegen der enormen Strömung haben wir dann zur Ilha Culatra verlegt. An der Ilha Culatra haben wir einen wunderschönen Ankerplatz unter vielen anderen gefunden.
36°59,93N 007°50,68W
So ein großes Ankerfeld habe ich bislang noch nicht gesehen.
20190803 6660 Faro Lagune Ilha Culatra1
Jetzt lagen wir schon mehrere Tage in der Lagune von Faro, haben mehrere dieser Inseln besucht, waren viel baden, habe das portugiesische Fest zu Ehren der Schutzpatronin der Fischer mitgefeiert. Aber jetzt wir es Zeit weiter zu fahren und Neues zu erleben.
20190801 6560 Faro Lagune Ilha Culatra1














Das Auslaufen war dann nochmal ein Abenteuer, was wir aber erwartet haben. Der auslaufende Strom gegen die leichte Dünung des Atlantiks. Da baut sich mal schnell eine unschöne Welle auf. Ich möchte mir das nicht bei höherer Dünung vorstellen.
20190804 6730 Faro nach Ayamonta Strom gegen Welle1
Augen zu und durch.
20190804 6750 Faro nach Ayamonta Auslaufen Faro1













Tja, erst hast du die Hosen voll und jetzt kannste lachen.
20190804 6770 Faro nach Ayamonta Auslaufen Faro1
Die Recherche im Internet, falls mal aus Versehen gutes WLan zur Verfügung steht, hat ergeben, dass man in Vila Real (noch Portugal) Gasflaschen füllen kann. Es war sogar eine Karte aus Google-Maps dabei, so war die Station leicht zu finden. Doch als der gute Mann uns mit den zwei Gasflaschen sah, hat er die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und vehement abgewunken. Damit war auch ohne ein Wort portugiesisch klar, hier bekommen wir keine Gasfüllung.
Na gut, eine Option haben wir noch. Der Hafen Nähe Cadiz hat auf meine Anfrage geantwortet, dass sie nur Butan füllen können. Ist für uns auch gut, Hauptsache es brennt (am Herd). Die zweite Flasche ist noch nicht ganz leer, dann haben wir noch eine Dritte. Also brauchen wir noch kein Lagerfeuer unter Deck zum Kochen machen.
Mit Verlassen von Vila Real auf dem Grenzfluss Guardiana sind wir wieder in Spanien.
Für die zweite Etappe hatten wir wieder ausreichend Spare-Tage eingeplant, für den Fall von schlechtem Wetter oder gar kein Wind. Bislang haben wir nur wenige davon gebraucht. So können wir den langen Schlag nach Cadiz von über 70 sm in zwei Etappen teilen und legen einen Zwischenstopp in Mazagon ein.
20190804 6790 Faro nach Ayamonta1
Eine Nachtfahrt ist nicht unbedingt empfehlenswert. So viele Fischerfähnchen wie hier habe ich noch nirgends gesehen. Es sind zwar nur Styrophor Schwimmkörper, was dem Schiff an sich nichts aus macht, aber da hängt ja noch was unten dran.

Beim Stellen des Weckers für den nächsten Tag hatten wir nicht bedacht, dass wir inzwischen ja wieder in Spanien sind und somit wierder eine Stunde weiter sind. Wir hatten uns schon gewundert dass es noch so ungewöhnlich dunkel ist. Doch wenn wir schon mal auf sind, können wir auch los. Den Anker gelichtet mussten wir im Sonnenaufgang erst einen Weg durch eine Armada von Fischern suchen.
20190806 6850 Mazagon nach Rota1














Unser erster Stopp in der Bucht von Cadiz ist eine Bucht mit Badestrand vor dem Ort Rota.
36°37,32N006°20,46W
Über die Touristeninfo erfahren wir über eine Musikveranstaltung in einer Bar. Wir schlendern so durch den Ort, nehmen zu Mittag ein paar Tapas und ein Bier, auch immer mit dem Hintergedanken irgendwo Gas zu bekommen.

Gas habe20190807 6790 Rota Mittag Tapas1n wir nicht gefunden, aber die Musik war sehr schön. Eine Gruppe von 7 Musikanten, 2 Gitarristen und 5 Sänger (alles Männer) haben spanische Musik zum Besten gegeben. Wie in Spanien so üblich beginnt hier alles sehr spät (22:00 Uhr).

20190807 6810 Rota Musik1












Das Wasser ist so um die 25°C warm, einfach nur reinliegen und baden. Das ist auch die Gelegenheit den Sitz unserer Schiffsschraube zu kontrollieren. (Die haben wir ja schon mal verloren) Die Schiffsschraube war gut fest, aber die Opferanode hatte sich in Wohlgefallen aufgelöst.

20190807 6720 Rota Rest der alten Opferanode1
Das stimmt uns derzeit etwas bedenklich, da diese bei uns normal so 2 Jahre hält.

20190807 6715 Rota Erneuern der Opferanode1



Auf jeden fall brauchte ich 4 Tauchgänge, um die Schraube zu lösen, die neue Anode aufzusetzen und wieder festzuschrauben.
Kaum 5 sm weiter sind wir wieder in einer kleinen Bucht beim Ort Sherry vor Anker.
36°34,82N006°14,78W
Mit einem weiteren misslungenen Versuch Gas zu beschaffen, haben wir dieses Vorhaben vorerst zurückgestellt. Die Flasche, die wir noch haben, reicht noch bis zu den Kanaren. Entweder wir bekommen die Flaschen in Marokko gefüllt oder wir werden auf den Kanaren eine spanische Flasche mit Regler kaufen.






In Sherry haben wir Sherry probiert, Mittag mit Sangria und Tapas und eine Stierkampfarena besichtigt.

20190809 6940 Puerto de St Maria Sherryprobe1

20190809 6830 Puerto de St Maria1

Sehr imposant!

20190809 6910 Puerto de St Maria Stierkampfarena1











Auf dem Rückweg noch bei Aldi-Nord ganz im Süden Europas eingekauft und auf dem Wasserweg mit dem Dinghi zurückgefahren.
20190809 7000 Puerto de St Maria Einkaufen1

War ja auch wieder reichlich.
Die Gedanken sind auch schon mit in Marokko, was brauchen wir alles. Vor allem zu Trinken, Wasser, Bier und Wein in einem ausgewogenen Verhältnis.










Heute Sonntag sind wir von Sherry nach Cadiz gefahren. Die Fahrt mit 2,7sm kaum erwähnenswert. Trotz Sonntag war die Touristeninformation geöffnet und wir haben einen guten Überblick von dem bekommen, was wir heute machen wollen.
20190811 7090 Cadiz1
Auf jeden Fall ist die Stadt schon leicht orientalisch geprägt so dass wir schon einen kleinen Eindruck erhalten haben, was uns erwartet. Da wir unterwegs wieder ein paar interessante Köstlichkeiten probiert hatten und unsere Beine müde waren, fiel das Abendessen aus.
20190811 7110 Cadiz1

20190811 7140 Cadiz1


 

 

 

 

 

 

 

 

 


Am nächsten Morgen haben wir nochmals den Hafen genutzt: Wäsche waschen, Wasser tanken.
Die Wettervorhersage entsprach nicht unseren Erwartungen. Für Dienstag nach Barbarte fehlte der Wind, ein Flauteband mit vielen Änderungen in der Windrichtung zog sich den Tag über nach Süden. Die Meerenge von Gibraltar ist wie eine Düse, in der für Mittwoch nach Tanger so um die 30 kn zu erwarten war. Für Mittwoch soll sich das wieder bessern.


20190812 7330 Sherry Broarbeit mit Sangria1
Also fahren wir wieder in die Bucht von Sherry und genießen nochmal einen sonnigen Badetag und Zeit für kleine Reparaturen und Pflegeund Büroarbeiten. Die kann man sich bei einem Sangria auch angenehm gestalten.

Für diese Fälle hatten wir in unserer Routenplanung mehrere Tage als Reserve geplant.

Erkenntnis:
Wilfried Erdmann behält recht, Langfahrt ist sein Schiff an den schönsten Orten der Welt zu reparieren und pflegen.
Man muss ein Bastelfreak sein, denn es gibt immer etwas zu tun.
Ösen die nicht aus Edelstahl waren sind einfach so weggerostet. Die 3 Jahre im Ijsselmeer unbeschadet ihren Dienst taten, waren nach 3 Monaten einfach so weg.
Auch das Werkzeug möchte ab und an mal einen Tropfen Öl sehen. Ist halt nicht nur Urlaub.

20190813 7360 Sherry Reparatur und Pflege1
20190812 7340 Sherry Dinghi mit Rder1








Unser Dinghi hat Räder bekommen. Es ist im Wasser nicht schnell und an Land kann es auch nicht alleine ?!? Aber es vereinfacht das an Land Gehen doch enorm.



Dann auf nach Afrika. Mit einem Zwischenstopp in Barbate verkürzt sich die Überfahrt nach Tanger auf 25 sm.
Nachbarn am Steg haben uns vor den enormen Strömungen gewarnt und wir sollten uns gut vorbereiten. So gut es mit den Daten aus dem Reeds Almanach gingen wir von der Annahme von 4 kn Fahrt aus.
Soweit lief ja alles gut, bis wir um die Ecke schauten und in die Meerenge von Gribraltar fuhren.
Ein guter Ostwind zwängt sich durch die Enge Gibraltars, was einen enormen Düsenefekt mit sich bringt und so Windstärken von über 30 kn.
Schon bald baute sich eine brechende Welle auf. Schönes Segeln ist was anderes.
20190814 7430 Sherry nach Barbate1
20190814 7450 Sherry nach Barbate1














Wir waren bislang aber auch durch günstigen Wind und günstigen Kurs verwöhnt. Nach Langem haben wir hier mal wieder erfahren, es kann auch anders sein. Mit kleinen Segeln sind wir dann mit 6-7 kn Richtung Afrika gefahren. Für unsere mühsamen Strömungsberechnungen viel zu schnell.

20190815 7520 Barbate nach Tanger Gibraltar1
Also fahren wie nach Gefühl und stimmten mit dem Tanker Raleigh Fischer unseren Kurs ab. Wir erreichen die Küste von Afrika so um 13 Uhr und steuern Tanger an.

 

 

 

 

 

Wer weiter mit uns segeln will muss zur 3. Etappe wechseln.

 Karte 2 Etappe mit Biscaya korrigiert

 

 

 

 

 

See you later
Hasta luego
Te vejo mais tarde

Bis später