12. Etappe von den Azoren nach Gibraltar und in das Mittelmeer

(Bist du mal im Mittelmeer, hast du keine Mittel mehr)

 

23. Juli 2022
Wir starten unsere letzte größere Etappe. 1033 sm bis nach La Linea (Gibraltar) liegen vor uns. Unter Motor fahren wir 13 sm aus dem Windschatten der Insel Sao Miguel. Mit schwachem Wind und voller Besegelung starten wir die Etappe. Die nächsten Tage erwartet uns weiterhin eher schwacher Wind mit 6 bis 12 Knoten. Bei 6 Knoten muss der Motor etwas helfen und ab 8 Koten zieht uns der Gennaker. So verlaufen die ersten 3 Tage angenehm ruhig, bei einer leichten Briese, blauem Himmel und nahezu keinen Wellen. In der Nacht scheinen die Sterne bis an den Horizont. Manchmal dachte ich dort fährt ein Schiff, doch es war ein Stern, der so tief am Horizont leuchtet. Im Wasser glitzerte das Plankton in tausende von Punkten, die durch die Bugwelle aufgewühlt am Schiff vorbei ziehen.
Tagsüber ziehen wir einen Köder an der Angelleine hinter uns her. Zum Glück sind wir auf den Fang eines Fisches nicht angewiesen, sonst müssten wir jämmerlich verhungern.

20220729 50 nach Gibraltar
ruhige Überfahrt

 

20220724 20 nach Gibraltar
still ruht der See!! Es auch mal schö nicht gegen den Wind kämpfen zu müssen.

 

 

20220724 30 nach Gibraltar
Sonnenuntergang auf dem Atlantik

 

20220724 10 nach Gibraltar
mit nur 9 kt Wind zieht uns der Gennaker mit 4 kt fahrt

 

 

20220729 60 nach Gibraltar Wetterkarte
wegen diesem kleinen Hochdrucksystems wiedereinmal ein kleiner Umweg

 

 


Do 28. Juli noch 562 sm
Vor uns verdunkelt sich der Himmel, wir fahren in eine geschlossene Wolkendecke. Nicht dramatisch, aber die Sonne hat keine Chance mehr. Der Wind legt zu auf 15 bis 20 Knoten, was uns entgegen kommt. Jetzt machen wir mit 5 bis 6 Koten Fahrt, endlich mal Strecke. Gemäß der Wettervorhersage soll das auch so bleiben bis wir die Windabdeckung vom Festland erreichen. Nach all den Tagen mit wenig Wind und ohne Kränkung und Welle, müssen wir uns erst wieder daran gewöhnen. Die Molly in leichter Kränkung, arbeitet sich durch die noch kleinen Wellen, was das Leben an Bord etwas erschwert. Der Wind legt noch etwas zu, in der Spitze bis zu 36 Knoten. Mit kleinen Segeln rauschen wir durch die See, Gibraltar entgegen. Schon vor der Abfahrt von den Azoren habe ich beobachtet, dass sich derzeit eine Winddüse entlang der spanisch/portugiesischen Antlantikküste nach Süden zieht. Diese ist etwa 150 sm breit und schwächt sich bis an die SW Spitze Portugals etwas ab. Dennoch müssen wir da einmal durch. Der Wind ist selten das Problem, den kann man mit der Segelfläche kompensieren, die Wellenberge machen es unangenehm. Bis Sonntagmorgen sollten wir durch diese Düse durch sein und in der Landabdeckung des Festlandes fahren.
Die Häufigkeit auf Tanker und/oder Frachtschiffe zu treffen nimmt mit jeder Meile zu. Anfangs waren wir froh mal jemanden zu sehen, dann wurden es schon mehr und jetzt 190 sm vor der Meerenge von Gibraltar muss man schon aufpassen und sich gelegentlich auch mit dem Kurs abstimmen.

Samstag 30 Juli . Wie vorher gesagt, der Wind lässt nach, den Wellen fehlt der Antrieb und auch sie werden sanfter, angenehmes Segeln.
Je näher wir an Gibraltar kommen umso mehr dreht der Wind auf Ost und wird wieder stärker. Es wären nur noch 50 sm, doch der Wind wird durch die Enge von Gibraltar gepresst und so entsteht eine Düse mit 40 Knoten. So nahe am Ziel und doch werden wir es nicht erreichen. Schon vor unserer Abfahrt haben wir mit dieser Situation gerechnet und Tanger in Marokko als alternativen Anlaufpunkt festgelegt. Insbesondere wegen der noch immer wieder vorkommenden Zwischenfälle mit den Orca Walen vor der südspanischen Küste. Doch um Tanger zu erreichen müssen wir mehrfach aufkreuzen, was sehr viel Zeit kostet. So laufen wir nachts um 00:30 Uhr in Tanger Marina ein. Wir wollten uns über Funk anmelden, doch wollte um diese Uhrzeit keiner mit uns sprechen. Als wir dem Meldesteg näher kommen, blinkt schon das Licht einer Taschenlampe. Wir werden auch zu dieser unchristlichen Zeit erwartet. Erste Maßnahme, selbst zu dieser fortgeschrittenen Stunde, ist die Kontrolle der Coronaimpfungen. Wir trinken noch unser Anlegebier und fallen dann ins Bett.

Das Einklarierungsprozedere schleppt sich etwas, da man anfangs die Nachweise der Boosterimpfung nicht anerkennen will. Zum Glück haben wir die ersten beiden Impfungen in unserem internationalen Impfausweis eingetragen, was dann auf Akzeptanz stößt. Bis zum Mittag sind wir einklariert.

 

 In Tanjer hat sich nach 2 Jahre 11 Monaten und 18 Tagen und 13836 sm unser Kielwasser gekreuzt. Das erste Mal sind wir von Barbate (Spanien) nach Tanjer (Marokko) gefahren und jetzt von den Azoren auf dem Weg nach Gibraltar wegen Wetter in Tanjer hängen geblieben. Wobei unsere Tour noch nicht ganz zu Ende ist, wir aber doch schon etwas Richtung Heimat schielen.

 

 Kreuzen Kielwasser1
 Kurz vor Tanjer hat sich unser Kielwasser mit dem von vor fast 3 Jahren gereuzt

 

Verkehr nach Tanjer1
Verkehr Richtung Gibralter auf dem AIS

 

 Da wir schon mal hier sind, machen wir auch einen Gang durch die Altstadt. Wir laufen etwas planlos durch die engen Gassen und treffen auf einen netten älteren Herrn. Er zeigt uns die Altstadt (Kasbah) und erzählt uns die sehr interessante Geschichte dieser Stad dazu. Nach einer Weile werden wir misstrauisch, ob das nicht eine am Ende kostenpflichtige Führung wird. Und so kommt es dann auch. Zum Schluss möchte ich ihm natürlich für seine Dienste etwas geben, doch er hat konkrete und leider erheblich überzogene Vorstellungen. Wir geben ihm was uns seine Führung wert war, was jedoch weit unter seinen Vorstellungen lag und trennen uns nicht gerade als Freunde. Wir ärgern uns etwas über den unschönen Abschluss, doch war es eine interessante Tour. Dies bestätigt uns erneut, dass man eine Stadt nur mit einer Führung richtig erkunden kann.

20220803 120 Tanger Altstadt
lokales Restaurant: Tajine, geschmortes Fleisch mit Beilagen

 

20220803 230 Tanger Altstadt
Stadtführung

 

 

20220803 250 Tanger Altstadt
Stadtführung, erster Brunnen im Zentrum der Kasbah

 

20220803 270 Tanger Altstadt
Stadtführung

 

 Sonntag 7. August 4:00 Uhr
Der Wind hat auf West gedreht. Das ist für uns die Gelegenheit unser eigentliches Ziel Gibraltar zu erreichen. Nach Marokko Zeit ist um 10:31 Hochwasser in Gibraltar
4:00 Uhr, mitten in der Nacht der Motor springt an, wir verlegen an den Meldesteg zum Ausklarieren. Leider kann man nur kurz vor der Abfahrt ausklarieren und muss danach auch ablegen. Wegen dem Gezeitenstrom der durch die Meeresenge bis zu 3 Knoten werden kann, ist es umso wichtiger den Strom mit sich zu haben. Abfahrt also spätestens 5:30 Uhr. Doch daraus wird nichts. Anscheinend ist der Server vom Custom noch nicht verfügbar, um uns auszuklarieren. Ich glaube es ist nur ein Vorwand, denn mehrfach höre ich dass wir erst mit Sonnenaufgang Marokko verlassen dürfen. Um 6 Uhr geht auf einmal auch der Server wieder, so dass wir mit einer Stunden Verspätung, etwas verärgert um 6:30 Uhr die Leinen los werfen. Nach einer Stunde nimmt unsere Geschwindigkeit zu, wir sind im Gezeitenstrom. Mit teilweise 6,5kt fahren wir auf das Verkehrstrennungsgebiet zu, wo sich bei erreichen auch eine Lücke zwischen den vielen Frachtern auf macht. Wir queren auf die spanische Seite. Die Bucht von Gibraltar entpuppt sich als weitere Herausforderung. Es wimmelt nur so von Schiffen, Ankerlieger, Frachter, Tanker, Schnellfähre, alles kreuz und quer. Um 15 Uhr fällt der Anker in der Buchtvor der Marine in La Linea auf 3,5m Wassertiefe und Sandboden. 

Gibraltar ist ein britisches Überseegebiet, das auf einer Landzunge an der Südküste Spaniens liegt. Dominiert wird das Gebiet vom Felsen von Gibraltar, einem 426 m hohen Kalksteinmonolithen. Der Außenposten wurde ursprünglich im Mittelalter von den Mauren besiedelt und stand später unter spanischer Herrschaft. 1713 wurde das Gebiet an Großbritannien abgetreten. Zu den erhaltenen Festungsanlagen zählen die Überreste einer maurischen Burg aus dem 14. Jh. und die im 18. Jh. angelegten Great Siege Tunnels, die im 2. Weltkrieg erweitert wurden.

Wir liegen mit mehreren Booten vor dem Strand von spanisch La Linea, wo mit gelben Bojen den Badebereich abgegrenzt ist. Mit dem Dinghi sind wir teils an den Strand und haben es dort an großen Steinen angeschlossen oder an die Steintreppen an der Mole. Eine der Treppen hat einen etwas rostigen Metallrahmen auf der letzten Stufe. Hier kann man das Dinghi gut anschließen, zur Sicherheit werfen wir den Heckanker um es vom Metall und Mole fern zu halten. Über die Mole gelangt man direkt in den Ort.

 

20220807 360 nach Gibraltar Spanische Seite
 Die spanische Seite kommt in Sicht

 

20220807 380 nach Gibraltar
 Der Fels von Gibraltar ist klar zu erkennen

 

 

 

20220807 400 Gibraltar Ankerplatz
 und da ist er, klar und groß direkt vor unserem Ankerplatz

 

 

 

 

La Linea hat einen schönen Ortskern mit vielen kleinen Restaurants, Bars und Geschäfte. Hier haben wir uns auch eine SIM-Karte für Spanien gekauft. 50Gb, 1 Monat für 15 Euro. Auch sind 2 größere Supermärkte fußläufig zu erreichen.

 

 

 

 

 

 

 


Danach haben wir uns auf Gibraltar orientiert. Die Grenze ist ca. 15 Minuten zu Fuß erreichbar und weitere 15 Minuten zur Main Road mit all den Geschäften, Restaurants und Bars. Die angeblichen steuerfreien Schnäppchen beschränken sich auf Alkohol, Zigaretten und Benzin. Vieles ist zwar etwas günstiger aber nicht unbedingt ein Schnäppchen.

20220808 410 Gibraltar Grenzbergang
 zu Fuß von Spanien noch Gibralter

 

 

20220808 415 Gibraltar Grenzbergang
 Gibraltar kurz nach der Grenze und nach überqueren der Runway

 

 

 

Wir teilen uns die Besichtigung von Gibraltar in zwei Tage auf. Zuerst erkundigen wir uns über die Möglichkeiten zur Besichtigung der Felsen dem s.g. Upper Rock. Um nach Gibraltar zu kommen, müssen wir durch den spanischen Zoll wie auch den Zoll von Gibraltar, danach queren wir die Runway des Flugplatzes und erreichen dann Gibraltar. Wir schlendern durch die Main Street bis zum berühmten Leuchtturm. Beim Rückweg bleiben wir noch in einem der vielen englischen Pubs hängen und entdecken, hier gibt es Fish und Chips. Da wir kurz zuvor schon gegessen haben, heben wir uns das für den nächsten Besuch auf.

20220809 500 Gibraltar
 Am Leuchtturm von Gibraltar

 

20220809 540 Gibraltar
 die wohl größte Mosche Europas

 

Auf dem Rückweg laufen wir, bereits wieder auf der spanischen Seite, durch einen Markt, der allerlei Köstlichkeiten anbietet. Wir können nicht widerstehen und kaufen bei einem sehr freundlichen Metzger verschiedene Wurstsorten (Chorizo) und gefüllte kleine Paprika (Pimento padron). Mit gebratenen Auberginen und Käse ergibt das eine leckere Tapasplatte. Passend dazu darf ein spanischer Rotwein nicht fehlen.

 

20220809 560 La Linea Tapasplatte
 Tapasplatte mit spanischen Köstlichkeiten

 


Am Donnerstag 11. August wollen wir den Felsen besteigen. Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten:

mit der Seilbahn, die fährt in der Mitte des Felsens und die Atraktionen liegen dann links und rechts der Seilbahn
mit dem Taxi, die fahren nur die Highlights ab und man sieht sonst nichts
oder wie wir es gemacht haben mit dem Bus.
Wir sind mit dem Bus Nr1 vom Marketplace zur Moorish Castle gefahren. (Ostseite des Felsens) Damit haben wir schon ordentlich an Höhe gewonnen. Von Moorish Castle hat man einen schönen Ausblick. Von hier sind die Tunnel (WWII und Great Siege) nur wenige Minuten entfernt. An einer Stelle kann man aus einem der vielen Löcher nach Ost schauen. Weiter zur Mittelstation der Gondelbahn, wo sich viele der Berberaffen aufhalten und zur Windsor Suspension Bridge. Die Affen werden vom Personal mit Obst und Gemüse gefüttert und sind sehr friedlich. Entlang der Strecke sind mehrere Picknick Bänke im Schatten, wo auch wir eine Pause einlegen. Ein Highlite ist die St. Michael´s Cave. Mit einer Lightshow werden die riesigen Stalagtiten und Stalagmiten angestrahlt. Danach gehen wir über den Skywalk zur O´Hara´s Battery, den Gipfel des Gibraltar-Monoliten, wo der Weg „mediteranien Steps“ uns ans Westende nach unten bringt. Von hier nehmen wir wieder den Bus Nr 2, der uns zurück zur Mainstreet, in ein englisches Pub zu Fish and Chips und einem kalten Bier bringt. Das haben wir uns jetzt verdient. 

 

20220811 610 Gibraltar in den Tunneln
 Blick aus einem dieser Tunnelfenster, die Runway und mitten in der Runway kreuzt die Verbindungsstraße von Spanien nach Gibraltar

 

20220811 630 Gibraltar St Michaels Cave
 St. Michaels Cave

 

20220811 650 Gibraltar St Michaels Cave
 St. Michaels Cave, hier hat so manch einer seine Erlruchtung bekommen

 

 

 

20220811 710 Gibraltar Windsor Bridge
 Windsor Suspension Bridge

 

 

20220811 760 Gibraltar Windsor Bridge
 mit der Bucht im Hintergrund

 

20220811 810 Gibraltar Berber Affen
 völlig entspannt, was der wohl geraucht hat??

 

 

 20220811 770 Gibraltar die Bucht
 die Bucht von Gibraltar

 

20220811 850 Gibraltar der Fels
 den Felsen, werden wir gleich erklimmen

 

20220811 880 Gibraltar der Fels
 der ganze Felszug

 

 

 

 

 

 

 Gibraltar gehört ganz offiziell zu England, doch kann man bei nur wenigen Leuten in den Bars und Restaurants den typisch britischen Dialekt heraus hören. Meist sind diese fest in spanischer Hand.
In der Bucht von Gibraltar ist bis auf La Linea vornehmlich Industrie angesiedelt. Trockendocks für die ganz Großen, Containerterminals, die großen Tanker werden hier be- und entladen. In der Bucht liegen bestimmt 20 bis 30 der Großen vor Anker. Dementsprechend konnten wir die Luftverschmutzung sehr schnell durch den gelblichen Niederschlag auf der Molly sehen.

 

20220814 1030 Gibraltar Ankerplatz
Am Ankerplatz La Linea mit Gibraltar im Hintergrund

 



Am Donnerstag dreht der Wind von West auf Ost bis NE, deshalb brechen wir hier die Zelte ab, bzw. holen den Anker ein und fahren über Estepona nach Marbella.
Dienstag 16. August, mit gemütlichen 15 bis 20 Koten Wind fahren wir nach Estepona. Trotz der 20 Knoten Wind haben wir nur einen knappen halben Meter an Welle. Ein sehr angenehmes Segeln entlang der Costa del Sol.

 

 

20220816 1050 nach Estepona die Meeresenge
die Meeresenge von Gibraltar und Marokko

 

 

 

20220816 1060 nach Estepona Gibraltar
Gibraltar in der aufgehenden Sonne
20220816 1080 nach Estepona Gibraltar
Gibraltar

 

 

Gewöhnungsbedürftig sind die vielen Bettenburgen an jedem Strand.

 

20220816 1125 nach Estepona die Kster Andalusiens
 Küste Andalusiens, größtenteils mit Hotels verbaut

 

 

Kurz nach Mittag erreichen wir Estepona. Auch hier reihen sich die Hotelanlagen entlang der Strände. Mit der Molly pirschen wir uns in die Nähe der Strände auf der Such nach einem Ankerplatz und entdecken, dass die Schwimmbereiche sehr großräumig mit gelben Bojen abgegrenzt sind. Dann finden wir doch noch ein Plätzchen wo der Schwimmbereich realistisch abgegrenzt ist und wir nicht mitten im Mittelmeer ankern müssen. Nicht sehr cruiserfreundlich!!


Der Anker fällt auf 4 m Tiefe und gräbt sich in den Sandboden. Position 36°24,844W 005°09,917W

Da noch ordentlich Wind bläst gebe ich 35 Meter an Kette. Bei meiner obligatorischen Kontrolle mit Schnorchelbrille sehe ich, dass der Anker sich komplett eingegraben hat und dass trotz der 25 Knoten Wind noch immer 20m Kette auf dem Boden liegen. Da der Wind noch aus West kommt ist der Ankerplatz etwas rollig. Wir hoffen auf den Wetterbericht, der ab heute Nacht deutlich weniger Wind verspricht. Wir vermissen die schönen, geschützten Buchten mit dem türkiesen Wasser schon jetzt.
Mit Sonnenuntergang lässt der Wind nach und flaut komplett ab. Mit Sonnenaufgang merkt man das erst eine leichte Brise aufkommt, die sich dann zum Vormittag verstärkt. Dieses Phänomen können wir täglich beobachten. Es ist erstaunlich kühl hier in Südspanien. Die Wassertemperatur schwankt zwischen 17 und 20°C und der Wind ist auch immer erfrischend kühl. An windgeschützten Stellen spürt man die enorme Kraft der Sonne, doch wird diese Wärme weder in der Luft noch im Wasser gespeichert. Nach dieser langen Hitzeperiode haben wir etwas anderes erwartet.

 

20220817 1140 Estepona
 der alte Ortskern von Estepona. Viel Grün mit Orangenbäumen

 

20220817 1150 Estepona
 kleine,enge Gassen. Immer etwas Schatten

 

 

 

20220817 1180 Estepona
Gassen durch Estepona

 

20220817 1190 Estepona Sonnenaufgang
Sonnenaufgang, wir fahren nach Marbella

 

 
Wir fahren weiter nach Marbella, wo ich wieder einmal meine sonnenbelastete Haut checken lassen will. Auf der Fahrt dort hin kommen wir an einigen Fischfarmen vorbei. Wir nehmen den Kurs entlang der Küste, was sich aber als tückisch herausstellt, denn zwischen den Fischfarmen und der Küste haben Fischer ihre Netze gespannt. Das zwingt uns zur Slalomfahrt. Es ist also empfehlenswert lieber seeseitig an den Fischfarmen vorbei zu fahren.

 

20220818 1200 nach Marbella
Fischer holen die Netze ein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir ankern am Strand vor der Hafeneinfahrt, bei 6,5m Tiefe. Auch hier ist guter Halt im Sandboden. Weg von den Hotels in Strandnähe, schlendern wir etwas durch die schmalen Gassen des alten Stadtkerns und finden eine nette kleine Tappas Bar. Schön, dass diese Ursprünglichkeit trotz des Massentourismus erhalten geblieben ist.

 

20220818 1230 Marbella
Ähnlich wie Estepona, kleine Gassen

 

20220818 1250 Marbella
Park im Ortskern, Orangenbäume

 

Die Hafeneinfahrt ist sehr lebendig. Kleine Motorboote, Jetski, Powerboote mit Bananen und Paraglider, alles fährt ein und aus, was den Ankerplatz in jeder Beziehung sehr unruhig macht.
Am nächsten Morgen fahren wir auch schon weiter nach Fuengirola. Es sind nur 17 sm, doch der Wind ist nicht ideal, so dass wir eine Kreuzschlag machen müssen. Wir fahren zwar ca. 10 sm weiter, sind aber mit guten 5 Knoten unterwegs, so dass wir nur unwesentlich später als berechnet ankommen.
19. August Freitag 14:00 Uhr fällt der Anker vor dem Strand im Vorhafen auf 3,5 m in den Sand.

Hier liegt man sehr geschützt, nach Süden im Schutz des Hafens und seinem Wall und nach Norden hält ein kleines Riff den Schwell auf. Trotz dem das man direkt neben der Hafeneinfahrt, mit den Powerbooten und Jet Skis liegt, liegen wir vergleichsweise ruhig. Einzig die spanische Dorfkultur ist hier verloren gegangen. Das alte Dorf mit seinen engen Gassen, den Tapas Bars und seinem Dorfplatz mit Orangenbäumen sucht man, im Gegensatz zu Estepone und Marbella, leider vergebens. Man kann eben nicht alles haben, auch wenn man gerne möchte.

 

20220820 1260 Fuengirola Ankerplatz
Ankerplatz bei Fuengirola

 

20220820 1270 Fuengirola Fisch braten
Fisch am Spieß grillen am offenen Feuer

 

 

Am Dienstag 23. August fahren wir mit dem Bus nach Ronda. Die Altstadt und der neuere Teil Rondas ist durch eine tiefe Schlucht getrennt. Die beiden Teile wurden durch eine spektakuläre Brücke verbunden.

Ronda ist eine Stadt auf einem Berggipfel in der andalusischen Provinz Málaga in Spanien. Sie besitzt eine atemberaubende Lage oberhalb einer tiefen Schlucht. Diese Schlucht (El Tajo) teilt die Neustadt, die ungefähr aus dem 15. Jahrhundert stammt, von der Altstadt aus der Zeit der maurischen Herrschaft. Die in der Neustadt gelegene Plaza de Toros, eine legendäre Stierkampfarena aus dem 18. Jahrhundert, gehört zu den hervorstechendsten Wahrzeichen der Stadt.

Die Busfahrt von Fuengirola dauert fast 2 Stunden. Die Fahrt in einem klimatisierten Reisebus durch die andalusische Landschaft und die Serpentinen hoch nach Ronda ist kurzweilig. Mit 10 Euro pro Person, Einfach, könnte man schon einen Mietwagen nehmen, doch so kann ich schauen und die Landschaft genießen. Gegen 11 Uhr erreichen wir Ronda, mit einer Stadtkarte aus der Touriinfo gehen wir zuerst etwas durch die Altstadt, da die Sonne noch zu weit im Osten steht und somit hätten wir Gegenlicht für Fotos der Brücke.


20220823 1301 Ronda Busfahrt
 Bus nach Ronda

 

20220823 1330 Ronda Stadtmauer
 an der Statdmauer von Ronda




20220823 1370 Ronda Stadtrand
 Die Altstadt an den Abgrund gebaut





Ein Wanderweg mit vielen Aussichtspunkten führt hinunter ins Tal. Dieser ist erbarmungslos ohne Schatten, dafür steht die Sonne jetzt gut für schöne Fotos. Im Flussbett suchen wir uns ein schattiges Plätzchen für unser Essen.
Es nutzt ja nichts, der Bus fährt nun mal oben zurück. Der Aufstieg in der Sonne ist anstrengend doch der Ausblick war sehr schön. Oben angekommen gibt es zu Belohnung im Schatten unter Bäumen ein Kaltgetränk. Entlang der alten Stadtmauer gehen wir zurück über die Brücke in die „Neustadt“ wo unser Bus uns um 16:30 zurück nach Fuengirola bringt. In Fuengirola liegt der Busbahnhof mit 10 Minuten zu Fuß von der Marina / Ankerplatz, sehr günstig, im Vergleich zu Marbella.

 

 

 

 

 

20220823 1420 Ronda Brcke
 Die Brücke, der Magnet der Stadt

 

20220823 1480 Ronda Brcke
 Die Brücke

 

 

20220823 1500 Ronda Feigen ernte
 wir ernten Feigen, die wachsen wild, zu schade die hängen zu lassen

 

20220823 1510 Ronda Brcke
 und nochmal die Brücke, rechts die Altstadt und links die Neuere

 

 

20220823 1590 Ronda
 ein tiefer Canyon teilt die Stadt

 

20220823 1580 Ronda
 

 

 

Wir haben jetzt keine Lust mehr auf Abendessen kochen. Auf dem Weg zur Marina liegt ein Restaurant mit reichhaltigem Buffet (Sea View Puerto). Manche Speisen, wie Schrimps oder Steak werden auf Wunsch frisch zubereitet. Etwas erholt und vor allem satt fahren wir zurück zur Molly.


Das Wasser hat sich inzwischen auf angenehme 25°C erwärmt, sodass wir uns nun auch ins Wasser trauen. Als wir 2019 an der spanischen Atlantikküste gen Süden gefahren sind, haben wir uns etwas geärgert, dass die Restaurants erst ab 19 oder 20 Uhr öffneten. Doch heute haben wir uns wegen den Temperaturen auch an dieses Zeitraster angepasst. Bis 19 Uhr, die Sonne steht noch hoch, ist es einfach zu warm um zu essen. Selbst an Bord essen wir erst, wenn die Sonne etwas tiefer steht, die Temperatur angenehm werden und eine laue Briese durch das Cockpit geht.


Damit hier keine Langeweile aufkommt machen wir mal wieder einen Ausflug. Wir wollen etwas sehen von Land und Leute. Wir fahren mal wieder Bus, 30 Minuten bis Mijas Pueblo. Ein nahegelegenes Bergdorf mit weißgestrichenen Häusern und roten Ziegeldächer. Die Geschichte ist, dass früher die Arbeiter mit ihren Eseln von der Arbeit nach Hause geritten sind. Die ersten Touristen haben die Arbeiter dann für Trinkgeld auf ihren Eseln in den Ort geführt. Mit dem Trinkgeld haben sie mehr verdient als mit der täglichen Arbeit. Heute kann man sich für einen horrenden Preis mit dem Esel durch den Ort führen lassen. In der TouristenInfo bekommt man ein Karte mit den Sehenswürdigkeiten des Ortes, die wir dann zu Fuß abgelaufen sind. Selbst in diesem kleinen Ort darf eine Stierkampfarena nicht fehlen. Von der Ermita del Calvario hat man einen schönen Ausblick auf den Ort bis hin zum Meer.

 

20220825 1630 Mijas mit dem Bus
 Touristinformation Mijas (Athme dies Stille ohne sie zu zerstören)

 

20220825 1640 Mijas
 Dieser Ritt ist noch kostenfrei

 

 

20220825 1660 Mijas
 Mit einer Eselsgeduld kann sich jeder draufsetzen

 

20220825 1690 Mijas
 Der Blick hinab ins Tal

 

20220825 1710 Mijas
 enge Gassen, aber nicht zu eng, dass nicht noch ein paar Tische passen

 

20220825 1780 Mijas
 Von der Erimiten Kirche auf die Altstadt

 

 

20220825 1810 Mijas Tapas
 Zum Mittag ein paar Tapas und ein Bier

 

20220825 1840 Mijas Eseltaxi
 Heute sind selbst die Esel Taxis registriert

 

 In den letzten Tagen wehte der Wind, wenn auch nur schwach, immer aus Nord bis NNE. Für unser nächstes Ziel Malaga oder Caleta de Velez brauchen wir den Wind aus südlicher Richtung. So beobachten täglich ab wann sich hier etwas ändert. Bis jetzt ist ab Mittwoch nächste Woche mit südlichem Wind zu rechnen.

31. August
Der Wind hat gedreht und kommt jetzt aus SW. Darauf haben wir gewartet um weiter nach Norden zu fahren. Wind kann man das heute nicht nennen, wir haben nur eine leichte Brise von 10-14 Knoten. Um unsere gute Ökobilanz aufrecht zu erhalten nutzen wir trotzdem die Segel nach Malaga. Wir wollen uns hier schon mal etwas umschauen, wenn Sebastian hier einfliegt. In der Mündung des Flusses Gaudalmedina, neben dem Industriehafen finden wir einen nicht unbedingt schönen aber sehr geschützten Ankerplatz auf 4 m mit Sandboden. Der erste Eindruck von Malaga ist sehr gut. Eine etwas trubelige Stadt mit viel Historie und imposanten Gebäuden. Die Basilika ist ein gigantisches Bauwerk, wie auch die Festungsanlage aus dem maurischen Zeitalter.

20220902 1870 Malaga
 Kathedrale von Malaga

 

20220902 1890 Malaga
 Malaga



20220902 1940 Malaga
 Die Markthalle von Malaga

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 








In der Altstadt gibt es an jeder Ecke Tapas, Wein und Bier. Die meisten Speisen gibt es als ganze Portion, halbe Portion oder als Tapa. Das Schöne an den Tapas ist, man kann viele verschiedene Speisen probieren. Wir laufen durch die Mainstreet an der links und rechts Reihen von Stühle gestellt werden. Wir erfahren das hier am Abend die Fashionweek stattfindet.


20220902 1965 Malaga Fashionshow
 

 

20220902 1980 Malaga Fashionshow
 erste Reihe, wir warten auf die Models







 20220902 2010 Malaga Fashionshow
 und da laufen sie, ....

 

20220902 2030 Malaga Fashionshow
 .... je nach Designer, sehr unterschiedliche Kleider




20220902 2040 Malaga Fashionshow
 mit großer Leinwand und in natura




20220902 2060 Malaga Fashionshow
 spanisch elegant



Das wollen wir uns doch nicht entgehen lassen und ergattern uns Plätze in erster Reihe. Und dann laufen sie, die Mädchen mit den hübschen Kleidchen. Normal kennt man diese Veranstaltung nur für exklusives Klientel, doch hier ist es für die Öffentlichkeit.

 

20220903 2110 Malaga
 Ausblick über Malaga

 

 


Am dritten Tag kam gegen Abend die Polizei und hat uns unmissverständlich klar gemacht, dass wir hier nicht ankern dürfen und mit dem Dinghi anlanden schon gar nicht. Eine Diskussion war hier nicht angebracht, hoffte aber noch wenigstens die Nacht bleiben zu dürfen um am nächsten Morgen aufzubrechen. Doch auch hier gab es kein Mitleid, wir mussten innerhalb der nächsten drei Stunden den Ankerplatz verlassen. Dieser Platz wurde in der APP Navily ausgewiesen. Also sind die Angaben ein guter Hinweis aber nicht unbedingt verlässlich. Zum Glück ist es noch lange hell und so sind wir 4 sm weiter bis nach Puerto de Candado gefahren. Doch hier haben wir zwischen 50 und 80 cm Schwell was zum Ankern sehr unangenehm ist. Über Funk bitten wir bei der Marina um Einlass, doch auch hier haben wir kein Glück und werden mit der Begründung, der Hafen sei voll, abgewiesen. Der nächste Hafen ist 15 sm weiter, was eine Ankunft in der Nacht bedeuten würde, wo wir dann keinen mehr erreichen. Also gehen wir hier vor Anker, setzen noch den Heckanker um die Molly im Schwell zu halten. Es ist zwar noch immer unruhig aber deutlich besser als diese seitliche Schaukelei. Die Nacht ist nicht soooo entspannt und der Schlaf nicht sooo erholsam.
Den nächsten Tag erreichen wir dann 15 sm weiter Caleta de Velez, wo wir einen Platz bekommen. Hier im Mittelmeer wird rückwärts angelegt, mit einer Mooringleine am Bug, was für uns Ankerweltmeister ( von 1227 Tagen waren wir 230 Tage im Hafen) eine Herausforderung darstellt. Nicht auf den ersten Anlauf, aber mit dem Zweiten drücken wir uns in die Lücke zwischen zwei Motorboote. Wir nutzen die Gelegenheit, die Molly mit reichlich Frischwasser zu spülen und entsalzen. Einkaufen ohne den Umweg über das Dinghi ist auch sehr angenehm.


20220905 2180 Caleta de Velez
 

 



Nach zwei Tagen, die Wetterlage ist mit 5 – 10 kt sehr schwachwindig, verabschieden wir uns wieder und gehen direkt vor der Tür am Strand wieder vor Anker.
Obwohl am Strand sehr viel kleine Steine liegen ist der Ankergrund Sand.
6 m Wassertiefe
Position 36°44,760N 004°04,525W

Caleta de Velez ist ein schöner kleiner Ort, der es geschafft hat die großen Hotels links und rechts des Ortes weit entfernt zu halten. So sind am palmengesäumten Strand nur wenige Einheimische, keine Jetski, die Berge im Hintergrund. Für die andalusische Küste ein eher seltener aber sehr schöner Anblick.

 

 

20220909 2220 Caleta de Velez
Aussicht vom Ankerplatz, deutlich schöner als im Hafen eigesperrt zu sein.

 

 8. September Energiekriese auf der Molly, die Gasreserven werden angebrochen.
Wir hatten uns dazu entschieden die marokkanische Gasflaschen auf den Azoren nicht mehr füllen zu lassen, wohl wissentlich, dass in Europa keine Gasflaschen gefüllt sondern nur getauscht werden. Zum einen war sie noch nicht ganz leer und zum anderen wollten wir die monstergroße Flasche loswerden. Wir haben 3 deutsche 11 kg Gasflaschen mit 5 kg Füllung: eine zum Kochen, eine zum Grillen und eine als Reserve. Bald darauf war die marokkanische Flasche dann auch leer und wir konnten sie hier in Spanien los werden. Doch jetzt ist unsere Kochflasche auch schon leer, wobei in der Grillflasche auch nicht mehr viel drin ist. Eine spanische Gasflasche, die in unser Gas-Kompartment passt hat nur 3 kg Füllung, ist nur schwer zu bekommen und somit auch schwer zu tauschen. An einer Repsol Tankstelle war auch eine Zapfsäule für Autogas (LPG). Zu unserer Überraschung hat der Tankwart uns über den Umweg mehrerer Adapter die Flaschen gefüllt. Da keiner wusste wieviel Liter Gas 5 kg ergeben, haben wir nur 5 Liter pro Flasche gefüllt. Spätere Recherchen haben ergeben: Ein Liter LPG entspricht 0,509 kg, für 5 Kg LPG entsprechen 9,82 Liter, Abzüglich einer Ausdehnungsreserve von 20% wären das ca.8 Liter gewesen. Für das nächste Mal sind wir schlauer, auf jeden Fall es gibt weiterhin heißen Kaffee am Morgen und eine warme Mahlzeit am Tag.

 

11. September heute ist eine Flugshow direkt am Stand. Viele Boote machen sich am Morgen um vor dem Strand zu Ankern, wir liegen hier ja schon seit einigen Tagen. Auch der Strand füllt sich, die Sonnenschirmchen stehen dicht an dicht. Um 13 Uhr geht’s auch schon los, die ersten Flieger zeigen ihre Flugmanöver. Propellerflugzeuge, Hubschrauber, Löschflugzeuge und eine Eurofighter ist am Start. Am Abend gibt es noch ein Feuerwerk, aber nicht ein normales, sondern zwei Flugzeuge versprühen Feuerwerkskörper während dem Flug.

 

20220911 2270 Caleta de Velez Flugshow
 Hubschrauber ziehen dicke Rauchfahnen hinter sich her

 

20220911 2310 Caleta de Velez Flugshow
 etwas mehr in der Ferne Propellerflieger in verschiedenen Formationen

 

 

20220911 2269 Caleta de Velez Flugshow
Wir schauen die Flugshow von Vorschiff mit einem kleinen Imbiss

 

 

 

20220911 2330 Caleta de Velez Flugshow
 Ein Eurofighter zeigt lautstark was er kann

 

20220911 2340 Caleta de Velez Flugshow
 Ein Löschflugzeug im Tiefflug

 

 

20220911 2350 Caleta de Velez Flugshow Feuerwerk
 zwei Flugzeuge versprühen Feuerwerkskörper

 

20220911 2370 Caleta de Velez Mondaufgang
 Der aufgehende Vollmond, doch die Molly schaukelt zu viel

 

 

 

 

 

20220909 2240 Caleta de Velez Fischer in den Hafen
 Fischer beim Einlaufen in den Hafen mit hunderten Möwen, die das Boot umkreisen. Er bringt uns den Pulpo für den Grill

 

20220912 2380 Caleta de Velez Pulpo fr den Grill
 Der Pulpo für den Grill

 


Für die nächsten Tage ist etwas mehr Wind vorhergesagt, deshalb suchen wir uns einen etwas besser geschützten Ankerplatz. Der ehemalige Hurrican Daniel hat es, wenn auch in abgeschwächter Form, bis an die spanische Atlantikküste geschafft und wirft seine Ausläufer bis zu uns ins Mittelmeer. Etwa 20 nm weiter im Osten ist eine kleine Bucht die uns geeignet erscheint. Zudem ankern wir jetzt schon eine Woche vor Caleta de Velez und wollen etwas neues sehen. Wir fahren erst bis Nerja, wo eine Höhle im Wasser und ein 4 stöckiges Aquädukt in den Bergen zu sehen wäre, doch Wind und Welle raten uns doch bis zur Bucht La Herradura weiter zu fahren. In Küstennähe kann der Wind schon mal deutlich von der Vorhersage abweichen. Heute ist die Abweichung 180°,das heißt aus unserem angekündigten Westwind wurde Ostwind und wir müssen mehrfach aufkreuzen um unser Ziel zu erreichen. In der Bucht kommt ein warmer Wind auch zeitweise von den Bergen und bringt einen intensiven Geruch von Pinie mit.
Wir ankern nahe den gelben Bojen, die den Badebereich abgrenzen. Diese Bojen ziehen sich entlang der ganzen andalusischen Küste. Der Abstand der Bojen zum Strand ist sehr großzügig, was uns dazu zwingt weiter außerhalb bei 8 m Wassertiefe zu ankern. Im Sandboden hält der Anker gut, wir geben 50 m Kette um für den angekündigten Wind vorbereitet zu sein. Der Heckanker hält die Molly mit dem Bug im leichten Schwell, so dass wir relativ ruhig liegen. Positio 36°44,047N 003°44,853W

Es regnet, wir wussten schon gar nicht mehr was das ist. (Regen besteht aus Wasser, das als Dampf in Wolken gespeichert war und nach dem kondensieren in Tropfen auf die Molly herunter fällt). Kein Wunder, wir hatten ja auch schon lange keine Wolken mehr. Doch ist durch die lange Trockenheit soviel Staub in der Luft, der jetzt mit den Regentropfen auf die frisch geputzte weiße Molly nieder fällt. Weiß war einmal.

Wir ankern nahe den gelben Bojen, die den Badebereich abgrenzen. Diese Bojen ziehen sich entlang der ganzen andalusischen Küste. Der Abstand der Bojen zum Strand ist sehr großzügig, was uns dazu zwingt weiter außerhalb bei 8 m Wassertiefe zu ankern. Im Sandboden hält der Anker gut, wir geben 50 m Kette um für den angekündigten Wind vorbereitet zu sein. Der Heckanker hält die Molly mit dem Bug im leichten Schwell, so dass wir relativ ruhig liegen.

20220913 2371 Herradura
 Strand und Ankerplatz bei Herradura

 



Dann fahren wir halt mit dem Bus nach Nerja (2,13 € p.P). Wir wollen dort das Aquedukt besichtigen. Die Buslinie hat leider schon auf Winterfahrplanumgestellt, so dass die Haltestelle am Aquedukt nicht mehr angefahren wird. Wir müssen somit ca. eine halbe Stunde laufen. Es ist bewundernswert, was die Menschen damals geschaffen haben, nur um Wasser in eine Fabrik zu leiten. In Nerja müssen wir die Wartezeit bis der Bus zurück fährt, mit einem Getränk überbrücken. Die Höhle, die nur vom Wasser aus zugänglich ist, können wir leider nicht anschauen.

 

20220916 2400 Nerja Aquedukt
 

 

20220916 2430 Nerja Aquedukt
 Das Aquedukt für einen Wasserkanal

 

 

 

 

 

 

20220916 2460 Nerja Aquedukt
 auch heute fließt hier noch Wasser ...

 

20220916 2490 Nerja Aquedukt
 ... heute zur Bewässerung von Plantagen

 

 

20220916 2491 Nerja Aquedukt
 zurück auf dem Weg zum Bus
20220916 2500 Nerja Aquedukt
 Wir warten bis der Bus kommt

 


Donnerstag 15. Sept Wir liegen noch in Herradura, der Wetterbericht verspricht nichts Gutes. Für Samstag und Sonntag sollen 35 -40 Kt Wind die Küste heimsuchen. Wir überlegen uns alternativen, wo, von hier bis Fuengirola, ist es am ruhigsten. Die Abfrage über ein Web-Portal ergab, dass kein Platz in einer Marina verfügbar ist.
Freitag 16. September Ab Samstag 11:00 Uhr soll der Starkwind über die Küste einfallen. In Caleta de Velez, da in einer kleinen Einbuchtung gelegen, scheint es am besten zu sein. Wir wollen spätestens um 9:00 Uhr da sein um Vorkehrungen für den Wind zu treffen. Wobei der Wind nicht unbedingt das Problem ist, sondern die vorhergesagte 2 m See. Wobei ich das aus Erfahrung nicht glauben kann. Dennoch ist man bei diesen Vorhersagen etwas beunruhigt.
Samstag 17. September Wir fahren um 1 Uhr morgens in Herradura los und, früher als erwartet, fällt um 7 Uhr vor dem Strand in Cleta de Velez der Anker. Es ist noch dunkel und wir legen uns noch mal auf Ohr. Um 9:30 Uhr, es ist noch alles friedlich, der Wetterbericht unverändert, rufen wir in der Marina an. Trotzdem das über das Portal kein Platz verfügbar war, bekommen wir einen Platz und sind sehr froh darüber. 13:00 Uhr noch immer ist alles friedlich, nur eine leichte Brise, das Wasser ist glatt, wir nutzen die Gelegenheit und gehen Einkaufen. 15:00 Uhr noch immer alles friedlich, der Wetterbericht hat die Windstärke reduziert auf max. 25 kt und 1,5m See. Wir schauen raus alles friedlich.
Sonntag 18. September
Wir nehmen den Bus nach Malaga. Sonntags sind viele Museen mit freien Eintritt. Der Bus fährt entlang der Küste, noch immer alles friedlich. Wir verbringen den Tag in Malaga, schlendern etwas durch die Gassen und besichtigen die Alcazaba de Malaga, eine maurische Festung und Palast, die in der Jahrtausendwende erbaut wurde.
Sonntags ist der Eintritt in die Alcazaba ab 14:00 Uhr frei (normal 5,50 €) und das Picasso Museum 2 Std vor Schliessung (normal 9,00 €).
Am frühen Abend sind wir zurück, Bus 3,13€ pro Person, und das Wetter, …. Immer noch friedlich. Die Vorhersage wurde weiter angepasst. Aktuell haben wir eine leichte Brise ca.10 kt und 20-30 cm Schwell. Es ist ja schön dass die Vorhersage nicht eingetroffen ist, aber wir betrachten die Vorhersagen nun mit deutlicher Skepsis. 

 

20220918 2540 Malaga Alcazaba
 Die Alcazaba de Malaga

 

20220918 2560 Malaga Alcazaba
 Die Alcazaba de Malaga

 

 

20220918 2570 Malaga Alcazaba
 Alcazaba de Malaga

 

20220918 2600 Malaga Picasso Museum
 das Picasso Museum

 

 

20220918 2610 Malaga Mittag
 Mittagspause in Malaga

 

 

 

20. September
Wir fahren wieder nach Fuengirola, da hier Sebastian bei uns an Bord kommt. Sebastian fliegt bis Malaga. Der Flughafen liegt 10 km außerhalb von Malaga und von unserem geschützten Ankerplatz wurden wir vertrieben. Von hier sind es zwar 26 km mit der S-Bahn, doch der Ankerplatz ist besser. Es weht eine laue Brise 7-10 kt. Wir fahren teils mit Motorunterstützung, teils zieht uns der Gennaker.
Um 16 Uhr fällt der Anker im Vorhafen von Fuengirola. In der Zwischenzeit wurden zwei neue grüne Fahrwassertonnen gesetzt, was unseren Ankerbereich aber nicht einschränkt.
Wir ankern auf 3,5m mit Sand 36°32,63N 004°36,92W
Hier werden wir wohl bleiben bis Sebastian wieder nach Hause fliegt und wir uns auf den Weg in unser Winterlager nach Almerimar machen.
Die nächsten Tage ist vornehmlich Wind aus SüdWest vorhergesagt. Teilweise sollen auch wieder Böen um die 30 kt durchziehen. Doch diesmal sind wir vorsichtig mit irgendwelchen vorsorglichen Maßnahmen. Zudem liegen wir, wegen der langen, massiven und hohen Hafenmole gut geschützt an unserem Ankerplatz. Wir nutzen die Tage um hier und da kleine Reparaturen an der Molly durchzuführen und Arzttermine in Deutschland zu machen. Damit konkretisiert sich langsam aber sicher unser Heimflugtermin.
Seit einiger Zeit fährt unsere Logge nur mit und liefert keine Geschwindigkeitswerte. Als erstes habe ich das kleine Schaufelrad wieder gängig gemacht, was aber ohne Erfolg blieb. Kontakte gereinigt, Stecker neu gefasst, nein sie will nicht. Auf meine Anfrage an den Hersteller Raymarine, haben die mir gleich eine Anleitung zur Überprüfung der Logge geschickt. Sehr guter Service. Das Ergebnis der Überprüfung: kaputt. Doch war ich erneut überrascht, die Logge gibt es als Ersatzteil und das viele Generationen neuere Modell passt in unsere über 20 Jahre alte Halterung.

Am Mittwoch fahren wir mit dem Bus nach Mijas. Um 12 Uhr ist dort eine Flamencoshow auf dem Marktplatz. Drei Frauen und ein Mann zeigen eine Stunde lang eine interessante und kurzweilige Show, die mit viel Applaus belohnt wird.


20220921 2660 Mijas Flamenco
Flamenco in Mijas

 

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Flamenco in Mijas

 

 

 

 

 

 

20220921 2680 Mijas Flamenco
Die Flamencotänzer



Danach nehmen wir uns noch eine Tappasplatte zum Mittag und fahren am Nachmittag mit dem Bus zurück.

Heute 24. September werden wir durch die „Policia Maritimo“ kontrolliert. Der eigentliche Grund ist, ob unsere Ankerplatz auch außerhalb des mit den gelben Bojen markierten Badebereich ist. Unser Ankerplatz wird als gut befunden und bei der Gelegenheit werden auch gleich alle Schiffs-und Personendaten aufgenommen. Es ist das erste mal, dass ich nach meinem Segelschein gefragt werden. Damit ging die Sucherei los, wo habe ich den damals aufbewahrt? Nachdem den nie einer sehen wollte habe ich ihn von den Schiffsdokumenten weggenommen und wo anders aufgehoben. Aber wo? Das Schiff verliert nichts und so groß ist es auch nicht, so das er sich auch nicht lange verstecken konnte.

lidhfijfi

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