12. Etappe von den Azoren nach Gibraltar und in das Mittelmeer

(Bist du mal im Mittelmeer, hast du keine Mittel mehr)

 

23. Juli 2022
Wir starten unsere letzte größere Etappe. 1033 sm bis nach La Linea (Gibraltar) liegen vor uns. Unter Motor fahren wir 13 sm aus dem Windschatten der Insel Sao Miguel. Mit schwachem Wind und voller Besegelung starten wir die Etappe. Die nächsten Tage erwartet uns weiterhin eher schwacher Wind mit 6 bis 12 Knoten. Bei 6 Knoten muss der Motor etwas helfen und ab 8 Koten zieht uns der Gennaker. So verlaufen die ersten 3 Tage angenehm ruhig, bei einer leichten Briese, blauem Himmel und nahezu keinen Wellen. In der Nacht scheinen die Sterne bis an den Horizont. Manchmal dachte ich dort fährt ein Schiff, doch es war ein Stern, der so tief am Horizont leuchtet. Im Wasser glitzerte das Plankton in tausende von Punkten, die durch die Bugwelle aufgewühlt am Schiff vorbei ziehen.
Tagsüber ziehen wir einen Köder an der Angelleine hinter uns her. Zum Glück sind wir auf den Fang eines Fisches nicht angewiesen, sonst müssten wir jämmerlich verhungern.

20220729 50 nach Gibraltar
ruhige Überfahrt

 

20220724 20 nach Gibraltar
still ruht der See!! Es auch mal schö nicht gegen den Wind kämpfen zu müssen.

 

 

20220724 30 nach Gibraltar
Sonnenuntergang auf dem Atlantik

 

20220724 10 nach Gibraltar
mit nur 9 kt Wind zieht uns der Gennaker mit 4 kt fahrt

 

 

20220729 60 nach Gibraltar Wetterkarte
wegen diesem kleinen Hochdrucksystems wiedereinmal ein kleiner Umweg

 

 


Do 28. Juli noch 562 sm
Vor uns verdunkelt sich der Himmel, wir fahren in eine geschlossene Wolkendecke. Nicht dramatisch, aber die Sonne hat keine Chance mehr. Der Wind legt zu auf 15 bis 20 Knoten, was uns entgegen kommt. Jetzt machen wir mit 5 bis 6 Koten Fahrt, endlich mal Strecke. Gemäß der Wettervorhersage soll das auch so bleiben bis wir die Windabdeckung vom Festland erreichen. Nach all den Tagen mit wenig Wind und ohne Kränkung und Welle, müssen wir uns erst wieder daran gewöhnen. Die Molly in leichter Kränkung, arbeitet sich durch die noch kleinen Wellen, was das Leben an Bord etwas erschwert. Der Wind legt noch etwas zu, in der Spitze bis zu 36 Knoten. Mit kleinen Segeln rauschen wir durch die See, Gibraltar entgegen. Schon vor der Abfahrt von den Azoren habe ich beobachtet, dass sich derzeit eine Winddüse entlang der spanisch/portugiesischen Antlantikküste nach Süden zieht. Diese ist etwa 150 sm breit und schwächt sich bis an die SW Spitze Portugals etwas ab. Dennoch müssen wir da einmal durch. Der Wind ist selten das Problem, den kann man mit der Segelfläche kompensieren, die Wellenberge machen es unangenehm. Bis Sonntagmorgen sollten wir durch diese Düse durch sein und in der Landabdeckung des Festlandes fahren.
Die Häufigkeit auf Tanker und/oder Frachtschiffe zu treffen nimmt mit jeder Meile zu. Anfangs waren wir froh mal jemanden zu sehen, dann wurden es schon mehr und jetzt 190 sm vor der Meerenge von Gibraltar muss man schon aufpassen und sich gelegentlich auch mit dem Kurs abstimmen.

Samstag 30 Juli . Wie vorher gesagt, der Wind lässt nach, den Wellen fehlt der Antrieb und auch sie werden sanfter, angenehmes Segeln.
Je näher wir an Gibraltar kommen umso mehr dreht der Wind auf Ost und wird wieder stärker. Es wären nur noch 50 sm, doch der Wind wird durch die Enge von Gibraltar gepresst und so entsteht eine Düse mit 40 Knoten. So nahe am Ziel und doch werden wir es nicht erreichen. Schon vor unserer Abfahrt haben wir mit dieser Situation gerechnet und Tanger in Marokko als alternativen Anlaufpunkt festgelegt. Insbesondere wegen der noch immer wieder vorkommenden Zwischenfälle mit den Orca Walen vor der südspanischen Küste. Doch um Tanger zu erreichen müssen wir mehrfach aufkreuzen, was sehr viel Zeit kostet. So laufen wir nachts um 00:30 Uhr in Tanger Marina ein. Wir wollten uns über Funk anmelden, doch wollte um diese Uhrzeit keiner mit uns sprechen. Als wir dem Meldesteg näher kommen, blinkt schon das Licht einer Taschenlampe. Wir werden auch zu dieser unchristlichen Zeit erwartet. Erste Maßnahme, selbst zu dieser fortgeschrittenen Stunde, ist die Kontrolle der Coronaimpfungen. Wir trinken noch unser Anlegebier und fallen dann ins Bett.

Das Einklarierungsprozedere schleppt sich etwas, da man anfangs die Nachweise der Boosterimpfung nicht anerkennen will. Zum Glück haben wir die ersten beiden Impfungen in unserem internationalen Impfausweis eingetragen, was dann auf Akzeptanz stößt. Bis zum Mittag sind wir einklariert.

 

 In Tanjer hat sich nach 2 Jahre 11 Monaten und 18 Tagen und 13836 sm unser Kielwasser gekreuzt. Das erste Mal sind wir von Barbate (Spanien) nach Tanjer (Marokko) gefahren und jetzt von den Azoren nach Tanjer. Wobei unsere Tour noch nicht ganz zu Ende ist, wir aber doch schon etwas Richtung Heimat schielen.

 

 Kreuzen Kielwasser1
 Kurz vor Tanjer hat sich unser Kielwasser mit dem von vor fast 3 Jahren gereuzt

 

Verkehr nach Tanjer1
Verkehr Richtung Gibralter auf dem AIS

 

 Da wir schon mal hier sind, machen wir auch einen Gang durch die Altstadt. Wir laufen etwas planlos durch die engen Gassen und treffen auf einen netten älteren Herrn. Er zeigt uns die Altstadt (Kasbah) und erzählt uns die sehr interessante Geschichte dieser Stad dazu. Nach einer Weile werden wir misstrauisch, ob das nicht eine am Ende kostenpflichtige Führung wird. Und so kommt es dann auch. Zum Schluss möchte ich ihm natürlich für seine Dienste etwas geben, doch er hat konkrete und leider erheblich überzogene Vorstellungen. Wir geben ihm was uns seine Führung wert war, was jedoch weit unter seinen Vorstellungen lag und trennen uns nicht gerade als Freunde. Wir ärgern uns etwas über den unschönen Abschluss, doch war es eine interessante Tour. Dies bestätigt uns erneut, dass man eine Stadt nur mit einer Führung richtig erkunden kann.

20220803 120 Tanger Altstadt
lokales Restaurant: Tajine, geschmortes Fleisch mit Beilagen

 

20220803 230 Tanger Altstadt
Stadtführung

 

 

20220803 250 Tanger Altstadt
Stadtführung, erster Brunnen im Zentrum der Kasbah

 

20220803 270 Tanger Altstadt
Stadtführung

 

 Sonntag 7. August 4:00 Uhr
Der Wind hat auf West gedreht. Das ist für uns die Gelegenheit unser eigentliches Ziel Gibraltar zu erreichen. Nach Marokko Zeit ist um 10:31 Hochwasser in Gibraltar
4:00 Uhr, mitten in der Nacht der Motor springt an, wir verlegen an den Meldesteg zum Ausklarieren. Leider kann man nur kurz vor der Abfahrt ausklarieren und muss danach auch ablegen. Wegen dem Gezeitenstrom der durch die Meeresenge bis zu 3 Knoten werden kann, ist es umso wichtiger den Strom mit sich zu haben. Abfahrt also spätestens 5:30 Uhr. Doch daraus wird nichts. Anscheinend ist der Server vom Custom noch nicht verfügbar, um uns auszuklarieren. Ich glaube es ist nur ein Vorwand, denn mehrfach höre ich dass wir erst mit Sonnenaufgang Marokko verlassen dürfen. Um 6 Uhr geht auf einmal auch der Server wieder, so dass wir mit einer Stunden Verspätung, etwas verärgert um 6:30 Uhr die Leinen los werfen. Nach einer Stunde nimmt unsere Geschwindigkeit zu, wir sind im Gezeitenstrom. Mit teilweise 6,5kt fahren wir auf das Verkehrstrennungsgebiet zu, wo sich bei erreichen auch eine Lücke zwischen den vielen Frachtern auf macht. Wir queren auf die spanische Seite. Die Bucht von Gibraltar entpuppt sich als weitere Herausforderung. Es wimmelt nur so von Schiffen, Ankerlieger, Frachter, Tanker, Schnellfähre, alles kreuz und quer. Um 15 Uhr fällt der Anker in der Buchtvor der Marine in La Linea auf 3,5m Wassertiefe und Sandboden. 

Gibraltar ist ein britisches Überseegebiet, das auf einer Landzunge an der Südküste Spaniens liegt. Dominiert wird das Gebiet vom Felsen von Gibraltar, einem 426 m hohen Kalksteinmonolithen. Der Außenposten wurde ursprünglich im Mittelalter von den Mauren besiedelt und stand später unter spanischer Herrschaft. 1713 wurde das Gebiet an Großbritannien abgetreten. Zu den erhaltenen Festungsanlagen zählen die Überreste einer maurischen Burg aus dem 14. Jh. und die im 18. Jh. angelegten Great Siege Tunnels, die im 2. Weltkrieg erweitert wurden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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