12. Etappe von den Azoren nach Gibraltar und in das Mittelmeer

(Bist du mal im Mittelmeer, hast du keine Mittel mehr)

 

23. Juli 2022
Wir starten unsere letzte größere Etappe. 1033 sm bis nach La Linea (Gibraltar) liegen vor uns. Unter Motor fahren wir 13 sm aus dem Windschatten der Insel Sao Miguel. Mit schwachem Wind und voller Besegelung starten wir die Etappe. Die nächsten Tage erwartet uns weiterhin eher schwacher Wind mit 6 bis 12 Knoten. Bei 6 Knoten muss der Motor etwas helfen und ab 8 Koten zieht uns der Gennaker. So verlaufen die ersten 3 Tage angenehm ruhig, bei einer leichten Briese, blauem Himmel und nahezu keinen Wellen. In der Nacht scheinen die Sterne bis an den Horizont. Manchmal dachte ich dort fährt ein Schiff, doch es war ein Stern, der so tief am Horizont leuchtet. Im Wasser glitzerte das Plankton in tausende von Punkten, die durch die Bugwelle aufgewühlt am Schiff vorbei ziehen.
Tagsüber ziehen wir einen Köder an der Angelleine hinter uns her. Zum Glück sind wir auf den Fang eines Fisches nicht angewiesen, sonst müssten wir jämmerlich verhungern.

20220729 50 nach Gibraltar
ruhige Überfahrt

 

20220724 20 nach Gibraltar
still ruht der See!! Es auch mal schö nicht gegen den Wind kämpfen zu müssen.

 

 

20220724 30 nach Gibraltar
Sonnenuntergang auf dem Atlantik

 

20220724 10 nach Gibraltar
mit nur 9 kt Wind zieht uns der Gennaker mit 4 kt fahrt

 

 

20220729 60 nach Gibraltar Wetterkarte
wegen diesem kleinen Hochdrucksystems wiedereinmal ein kleiner Umweg

 

 


Do 28. Juli noch 562 sm
Vor uns verdunkelt sich der Himmel, wir fahren in eine geschlossene Wolkendecke. Nicht dramatisch, aber die Sonne hat keine Chance mehr. Der Wind legt zu auf 15 bis 20 Knoten, was uns entgegen kommt. Jetzt machen wir mit 5 bis 6 Koten Fahrt, endlich mal Strecke. Gemäß der Wettervorhersage soll das auch so bleiben bis wir die Windabdeckung vom Festland erreichen. Nach all den Tagen mit wenig Wind und ohne Kränkung und Welle, müssen wir uns erst wieder daran gewöhnen. Die Molly in leichter Kränkung, arbeitet sich durch die noch kleinen Wellen, was das Leben an Bord etwas erschwert. Der Wind legt noch etwas zu, in der Spitze bis zu 36 Knoten. Mit kleinen Segeln rauschen wir durch die See, Gibraltar entgegen. Schon vor der Abfahrt von den Azoren habe ich beobachtet, dass sich derzeit eine Winddüse entlang der spanisch/portugiesischen Antlantikküste nach Süden zieht. Diese ist etwa 150 sm breit und schwächt sich bis an die SW Spitze Portugals etwas ab. Dennoch müssen wir da einmal durch. Der Wind ist selten das Problem, den kann man mit der Segelfläche kompensieren, die Wellenberge machen es unangenehm. Bis Sonntagmorgen sollten wir durch diese Düse durch sein und in der Landabdeckung des Festlandes fahren.
Die Häufigkeit auf Tanker und/oder Frachtschiffe zu treffen nimmt mit jeder Meile zu. Anfangs waren wir froh mal jemanden zu sehen, dann wurden es schon mehr und jetzt 190 sm vor der Meerenge von Gibraltar muss man schon aufpassen und sich gelegentlich auch mit dem Kurs abstimmen.

Samstag 30 Juli . Wie vorher gesagt, der Wind lässt nach, den Wellen fehlt der Antrieb und auch sie werden sanfter, angenehmes Segeln.
Je näher wir an Gibraltar kommen umso mehr dreht der Wind auf Ost und wird wieder stärker. Es wären nur noch 50 sm, doch der Wind wird durch die Enge von Gibraltar gepresst und so entsteht eine Düse mit 40 Knoten. So nahe am Ziel und doch werden wir es nicht erreichen. Schon vor unserer Abfahrt haben wir mit dieser Situation gerechnet und Tanger in Marokko als alternativen Anlaufpunkt festgelegt. Insbesondere wegen der noch immer wieder vorkommenden Zwischenfälle mit den Orca Walen vor der südspanischen Küste. Doch um Tanger zu erreichen müssen wir mehrfach aufkreuzen, was sehr viel Zeit kostet. So laufen wir nachts um 00:30 Uhr in Tanger Marina ein. Wir wollten uns über Funk anmelden, doch wollte um diese Uhrzeit keiner mit uns sprechen. Als wir dem Meldesteg näher kommen, blinkt schon das Licht einer Taschenlampe. Wir werden auch zu dieser unchristlichen Zeit erwartet. Erste Maßnahme, selbst zu dieser fortgeschrittenen Stunde, ist die Kontrolle der Coronaimpfungen. Wir trinken noch unser Anlegebier und fallen dann ins Bett.

Das Einklarierungsprozedere schleppt sich etwas, da man anfangs die Nachweise der Boosterimpfung nicht anerkennen will. Zum Glück haben wir die ersten beiden Impfungen in unserem internationalen Impfausweis eingetragen, was dann auf Akzeptanz stößt. Bis zum Mittag sind wir einklariert.

 

 In Tanjer hat sich nach 2 Jahre 11 Monaten und 18 Tagen und 13836 sm unser Kielwasser gekreuzt. Das erste Mal sind wir von Barbate (Spanien) nach Tanjer (Marokko) gefahren und jetzt von den Azoren auf dem Weg nach Gibraltar wegen Wetter in Tanjer hängen geblieben. Wobei unsere Tour noch nicht ganz zu Ende ist, wir aber doch schon etwas Richtung Heimat schielen.

 

 Kreuzen Kielwasser1
 Kurz vor Tanjer hat sich unser Kielwasser mit dem von vor fast 3 Jahren gereuzt

 

Verkehr nach Tanjer1
Verkehr Richtung Gibralter auf dem AIS

 

 Da wir schon mal hier sind, machen wir auch einen Gang durch die Altstadt. Wir laufen etwas planlos durch die engen Gassen und treffen auf einen netten älteren Herrn. Er zeigt uns die Altstadt (Kasbah) und erzählt uns die sehr interessante Geschichte dieser Stad dazu. Nach einer Weile werden wir misstrauisch, ob das nicht eine am Ende kostenpflichtige Führung wird. Und so kommt es dann auch. Zum Schluss möchte ich ihm natürlich für seine Dienste etwas geben, doch er hat konkrete und leider erheblich überzogene Vorstellungen. Wir geben ihm was uns seine Führung wert war, was jedoch weit unter seinen Vorstellungen lag und trennen uns nicht gerade als Freunde. Wir ärgern uns etwas über den unschönen Abschluss, doch war es eine interessante Tour. Dies bestätigt uns erneut, dass man eine Stadt nur mit einer Führung richtig erkunden kann.

20220803 120 Tanger Altstadt
lokales Restaurant: Tajine, geschmortes Fleisch mit Beilagen

 

20220803 230 Tanger Altstadt
Stadtführung

 

 

20220803 250 Tanger Altstadt
Stadtführung, erster Brunnen im Zentrum der Kasbah

 

20220803 270 Tanger Altstadt
Stadtführung

 

 Sonntag 7. August 4:00 Uhr
Der Wind hat auf West gedreht. Das ist für uns die Gelegenheit unser eigentliches Ziel Gibraltar zu erreichen. Nach Marokko Zeit ist um 10:31 Hochwasser in Gibraltar
4:00 Uhr, mitten in der Nacht der Motor springt an, wir verlegen an den Meldesteg zum Ausklarieren. Leider kann man nur kurz vor der Abfahrt ausklarieren und muss danach auch ablegen. Wegen dem Gezeitenstrom der durch die Meeresenge bis zu 3 Knoten werden kann, ist es umso wichtiger den Strom mit sich zu haben. Abfahrt also spätestens 5:30 Uhr. Doch daraus wird nichts. Anscheinend ist der Server vom Custom noch nicht verfügbar, um uns auszuklarieren. Ich glaube es ist nur ein Vorwand, denn mehrfach höre ich dass wir erst mit Sonnenaufgang Marokko verlassen dürfen. Um 6 Uhr geht auf einmal auch der Server wieder, so dass wir mit einer Stunden Verspätung, etwas verärgert um 6:30 Uhr die Leinen los werfen. Nach einer Stunde nimmt unsere Geschwindigkeit zu, wir sind im Gezeitenstrom. Mit teilweise 6,5kt fahren wir auf das Verkehrstrennungsgebiet zu, wo sich bei erreichen auch eine Lücke zwischen den vielen Frachtern auf macht. Wir queren auf die spanische Seite. Die Bucht von Gibraltar entpuppt sich als weitere Herausforderung. Es wimmelt nur so von Schiffen, Ankerlieger, Frachter, Tanker, Schnellfähre, alles kreuz und quer. Um 15 Uhr fällt der Anker in der Buchtvor der Marine in La Linea auf 3,5m Wassertiefe und Sandboden. 

Gibraltar ist ein britisches Überseegebiet, das auf einer Landzunge an der Südküste Spaniens liegt. Dominiert wird das Gebiet vom Felsen von Gibraltar, einem 426 m hohen Kalksteinmonolithen. Der Außenposten wurde ursprünglich im Mittelalter von den Mauren besiedelt und stand später unter spanischer Herrschaft. 1713 wurde das Gebiet an Großbritannien abgetreten. Zu den erhaltenen Festungsanlagen zählen die Überreste einer maurischen Burg aus dem 14. Jh. und die im 18. Jh. angelegten Great Siege Tunnels, die im 2. Weltkrieg erweitert wurden.

Wir liegen mit mehreren Booten vor dem Strand von spanisch La Linea, wo mit gelben Bojen den Badebereich abgegrenzt ist. Mit dem Dinghi sind wir teils an den Strand und haben es dort an großen Steinen angeschlossen oder an die Steintreppen an der Mole. Eine der Treppen hat einen etwas rostigen Metallrahmen auf der letzten Stufe. Hier kann man das Dinghi gut anschließen, zur Sicherheit werfen wir den Heckanker um es vom Metall und Mole fern zu halten. Über die Mole gelangt man direkt in den Ort.

 

20220807 360 nach Gibraltar Spanische Seite
 Die spanische Seite kommt in Sicht

 

20220807 380 nach Gibraltar
 Der Fels von Gibraltar ist klar zu erkennen

 

 

 

20220807 400 Gibraltar Ankerplatz
 und da ist er, klar und groß direkt vor unserem Ankerplatz

 

 

 

 

La Linea hat einen schönen Ortskern mit vielen kleinen Restaurants, Bars und Geschäfte. Hier haben wir uns auch eine SIM-Karte für Spanien gekauft. 50Gb, 1 Monat für 15 Euro. Auch sind 2 größere Supermärkte fußläufig zu erreichen.

 

 

 

 

 

 

 


Danach haben wir uns auf Gibraltar orientiert. Die Grenze ist ca. 15 Minuten zu Fuß erreichbar und weitere 15 Minuten zur Main Road mit all den Geschäften, Restaurants und Bars. Die angeblichen steuerfreien Schnäppchen beschränken sich auf Alkohol, Zigaretten und Benzin. Vieles ist zwar etwas günstiger aber nicht unbedingt ein Schnäppchen.

20220808 410 Gibraltar Grenzbergang
 zu Fuß von Spanien noch Gibralter

 

 

20220808 415 Gibraltar Grenzbergang
 Gibraltar kurz nach der Grenze und nach überqueren der Runway

 

 

 

Wir teilen uns die Besichtigung von Gibraltar in zwei Tage auf. Zuerst erkundigen wir uns über die Möglichkeiten zur Besichtigung der Felsen dem s.g. Upper Rock. Um nach Gibraltar zu kommen, müssen wir durch den spanischen Zoll wie auch den Zoll von Gibraltar, danach queren wir die Runway des Flugplatzes und erreichen dann Gibraltar. Wir schlendern durch die Main Street bis zum berühmten Leuchtturm. Beim Rückweg bleiben wir noch in einem der vielen englischen Pubs hängen und entdecken, hier gibt es Fish und Chips. Da wir kurz zuvor schon gegessen haben, heben wir uns das für den nächsten Besuch auf.

20220809 500 Gibraltar
 Am Leuchtturm von Gibraltar

 

20220809 540 Gibraltar
 die wohl größte Mosche Europas

 

Auf dem Rückweg laufen wir, bereits wieder auf der spanischen Seite, durch einen Markt, der allerlei Köstlichkeiten anbietet. Wir können nicht widerstehen und kaufen bei einem sehr freundlichen Metzger verschiedene Wurstsorten (Chorizo) und gefüllte kleine Paprika (Pimento padron). Mit gebratenen Auberginen und Käse ergibt das eine leckere Tapasplatte. Passend dazu darf ein spanischer Rotwein nicht fehlen.

 

20220809 560 La Linea Tapasplatte
 Tapasplatte mit spanischen Köstlichkeiten

 


Am Donnerstag 11. August wollen wir den Felsen besteigen. Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten:

mit der Seilbahn, die fährt in der Mitte des Felsens und die Atraktionen liegen dann links und rechts der Seilbahn
mit dem Taxi, die fahren nur die Highlights ab und man sieht sonst nichts
oder wie wir es gemacht haben mit dem Bus.
Wir sind mit dem Bus Nr1 vom Marketplace zur Moorish Castle gefahren. (Ostseite des Felsens) Damit haben wir schon ordentlich an Höhe gewonnen. Von Moorish Castle hat man einen schönen Ausblick. Von hier sind die Tunnel (WWII und Great Siege) nur wenige Minuten entfernt. An einer Stelle kann man aus einem der vielen Löcher nach Ost schauen. Weiter zur Mittelstation der Gondelbahn, wo sich viele der Berberaffen aufhalten und zur Windsor Suspension Bridge. Die Affen werden vom Personal mit Obst und Gemüse gefüttert und sind sehr friedlich. Entlang der Strecke sind mehrere Picknick Bänke im Schatten, wo auch wir eine Pause einlegen. Ein Highlite ist die St. Michael´s Cave. Mit einer Lightshow werden die riesigen Stalagtiten und Stalagmiten angestrahlt. Danach gehen wir über den Skywalk zur O´Hara´s Battery, den Gipfel des Gibraltar-Monoliten, wo der Weg „mediteranien Steps“ uns ans Westende nach unten bringt. Von hier nehmen wir wieder den Bus Nr 2, der uns zurück zur Mainstreet, in ein englisches Pub zu Fish and Chips und einem kalten Bier bringt. Das haben wir uns jetzt verdient. 

 

20220811 610 Gibraltar in den Tunneln
 Blick aus einem dieser Tunnelfenster, die Runway und mitten in der Runway kreuzt die Verbindungsstraße von Spanien nach Gibraltar

 

20220811 630 Gibraltar St Michaels Cave
 St. Michaels Cave

 

20220811 650 Gibraltar St Michaels Cave
 St. Michaels Cave, hier hat so manch einer seine Erlruchtung bekommen

 

 

 

20220811 710 Gibraltar Windsor Bridge
 Windsor Suspension Bridge

 

 

20220811 760 Gibraltar Windsor Bridge
 mit der Bucht im Hintergrund

 

20220811 810 Gibraltar Berber Affen
 völlig entspannt, was der wohl geraucht hat??

 

 

 20220811 770 Gibraltar die Bucht
 die Bucht von Gibraltar

 

20220811 850 Gibraltar der Fels
 den Felsen, werden wir gleich erklimmen

 

20220811 880 Gibraltar der Fels
 der ganze Felszug

 

 

 

 

 

 

 Gibraltar gehört ganz offiziell zu England, doch kann man bei nur wenigen Leuten in den Bars und Restaurants den typisch britischen Dialekt heraus hören. Meist sind diese fest in spanischer Hand.
In der Bucht von Gibraltar ist bis auf La Linea vornehmlich Industrie angesiedelt. Trockendocks für die ganz Großen, Containerterminals, die großen Tanker werden hier be- und entladen. In der Bucht liegen bestimmt 20 bis 30 der Großen vor Anker. Dementsprechend konnten wir die Luftverschmutzung sehr schnell durch den gelblichen Niederschlag auf der Molly sehen.

 

20220814 1030 Gibraltar Ankerplatz
Am Ankerplatz La Linea mit Gibraltar im Hintergrund

 



Am Donnerstag dreht der Wind von West auf Ost bis NE, deshalb brechen wir hier die Zelte ab, bzw. holen den Anker ein und fahren über Estepona nach Marbella.
Dienstag 16. August, mit gemütlichen 15 bis 20 Koten Wind fahren wir nach Estepona. Trotz der 20 Knoten Wind haben wir nur einen knappen halben Meter an Welle. Ein sehr angenehmes Segeln entlang der Costa del Sol.

 

 

20220816 1050 nach Estepona die Meeresenge
die Meeresenge von Gibraltar und Marokko

 

 

 

20220816 1060 nach Estepona Gibraltar
Gibraltar in der aufgehenden Sonne
20220816 1080 nach Estepona Gibraltar
Gibraltar

 

 

Gewöhnungsbedürftig sind die vielen Bettenburgen an jedem Strand.

 

20220816 1125 nach Estepona die Kster Andalusiens
 Küste Andalusiens, größtenteils mit Hotels verbaut

 

 

Kurz nach Mittag erreichen wir Estepona. Auch hier reihen sich die Hotelanlagen entlang der Strände. Mit der Molly pirschen wir uns in die Nähe der Strände auf der Such nach einem Ankerplatz und entdecken, dass die Schwimmbereiche sehr großräumig mit gelben Bojen abgegrenzt sind. Dann finden wir doch noch ein Plätzchen wo der Schwimmbereich realistisch abgegrenzt ist und wir nicht mitten im Mittelmeer ankern müssen. Nicht sehr cruiserfreundlich!!


Der Anker fällt auf 4 m Tiefe und gräbt sich in den Sandboden. Position 36°24,844W 005°09,917W

Da noch ordentlich Wind bläst gebe ich 35 Meter an Kette. Bei meiner obligatorischen Kontrolle mit Schnorchelbrille sehe ich, dass der Anker sich komplett eingegraben hat und dass trotz der 25 Knoten Wind noch immer 20m Kette auf dem Boden liegen. Da der Wind noch aus West kommt ist der Ankerplatz etwas rollig. Wir hoffen auf den Wetterbericht, der ab heute Nacht deutlich weniger Wind verspricht. Wir vermissen die schönen, geschützten Buchten mit dem türkiesen Wasser schon jetzt.
Mit Sonnenuntergang lässt der Wind nach und flaut komplett ab. Mit Sonnenaufgang merkt man das erst eine leichte Brise aufkommt, die sich dann zum Vormittag verstärkt. Dieses Phänomen können wir täglich beobachten. Es ist erstaunlich kühl hier in Südspanien. Die Wassertemperatur schwankt zwischen 17 und 20°C und der Wind ist auch immer erfrischend kühl. An windgeschützten Stellen spürt man die enorme Kraft der Sonne, doch wird diese Wärme weder in der Luft noch im Wasser gespeichert. Nach dieser langen Hitzeperiode haben wir etwas anderes erwartet.

 

20220817 1140 Estepona
 der alte Ortskern von Estepona. Viel Grün mit Orangenbäumen

 

20220817 1150 Estepona
 kleine,enge Gassen. Immer etwas Schatten

 

 

 

20220817 1180 Estepona
Gassen durch Estepona

 

20220817 1190 Estepona Sonnenaufgang
Sonnenaufgang, wir fahren nach Marbella

 

 
Wir fahren weiter nach Marbella, wo ich wieder einmal meine sonnenbelastete Haut checken lassen will. Auf der Fahrt dort hin kommen wir an einigen Fischfarmen vorbei. Wir nehmen den Kurs entlang der Küste, was sich aber als tückisch herausstellt, denn zwischen den Fischfarmen und der Küste haben Fischer ihre Netze gespannt. Das zwingt uns zur Slalomfahrt. Es ist also empfehlenswert lieber seeseitig an den Fischfarmen vorbei zu fahren.

 

20220818 1200 nach Marbella
Fischer holen die Netze ein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir ankern am Strand vor der Hafeneinfahrt, bei 6,5m Tiefe. Auch hier ist guter Halt im Sandboden. Weg von den Hotels in Strandnähe, schlendern wir etwas durch die schmalen Gassen des alten Stadtkerns und finden eine nette kleine Tappas Bar. Schön, dass diese Ursprünglichkeit trotz des Massentourismus erhalten geblieben ist.

 

20220818 1230 Marbella
Ähnlich wie Estepona, kleine Gassen

 

20220818 1250 Marbella
Park im Ortskern, Orangenbäume

 

Die Hafeneinfahrt ist sehr lebendig. Kleine Motorboote, Jetski, Powerboote mit Bananen und Paraglider, alles fährt ein und aus, was den Ankerplatz in jeder Beziehung sehr unruhig macht.
Am nächsten Morgen fahren wir auch schon weiter nach Fuengirola. Es sind nur 17 sm, doch der Wind ist nicht ideal, so dass wir eine Kreuzschlag machen müssen. Wir fahren zwar ca. 10 sm weiter, sind aber mit guten 5 Knoten unterwegs, so dass wir nur unwesentlich später als berechnet ankommen.
19. August Freitag 14:00 Uhr fällt der Anker vor dem Strand im Vorhafen auf 3,5 m in den Sand.

Hier liegt man sehr geschützt, nach Süden im Schutz des Hafens und seinem Wall und nach Norden hält ein kleines Riff den Schwell auf. Trotz dem das man direkt neben der Hafeneinfahrt, mit den Powerbooten und Jet Skis liegt, liegen wir vergleichsweise ruhig. Einzig die spanische Dorfkultur ist hier verloren gegangen. Das alte Dorf mit seinen engen Gassen, den Tapas Bars und seinem Dorfplatz mit Orangenbäumen sucht man, im Gegensatz zu Estepone und Marbella, leider vergebens. Man kann eben nicht alles haben, auch wenn man gerne möchte.

 

20220820 1260 Fuengirola Ankerplatz
Ankerplatz bei Fuengirola

 

20220820 1270 Fuengirola Fisch braten
Fisch am Spieß grillen am offenen Feuer

 

 

Am Dienstag 23. August fahren wir mit dem Bus nach Ronda. Die Altstadt und der neuere Teil Rondas ist durch eine tiefe Schlucht getrennt. Die beiden Teile wurden durch eine spektakuläre Brücke verbunden.

Ronda ist eine Stadt auf einem Berggipfel in der andalusischen Provinz Málaga in Spanien. Sie besitzt eine atemberaubende Lage oberhalb einer tiefen Schlucht. Diese Schlucht (El Tajo) teilt die Neustadt, die ungefähr aus dem 15. Jahrhundert stammt, von der Altstadt aus der Zeit der maurischen Herrschaft. Die in der Neustadt gelegene Plaza de Toros, eine legendäre Stierkampfarena aus dem 18. Jahrhundert, gehört zu den hervorstechendsten Wahrzeichen der Stadt.

Die Busfahrt von Fuengirola dauert fast 2 Stunden. Die Fahrt in einem klimatisierten Reisebus durch die andalusische Landschaft und die Serpentinen hoch nach Ronda ist kurzweilig. Mit 10 Euro pro Person, Einfach, könnte man schon einen Mietwagen nehmen, doch so kann ich schauen und die Landschaft genießen. Gegen 11 Uhr erreichen wir Ronda, mit einer Stadtkarte aus der Touriinfo gehen wir zuerst etwas durch die Altstadt, da die Sonne noch zu weit im Osten steht und somit hätten wir Gegenlicht für Fotos der Brücke.


20220823 1301 Ronda Busfahrt
 Bus nach Ronda

 

20220823 1330 Ronda Stadtmauer
 an der Statdmauer von Ronda




20220823 1370 Ronda Stadtrand
 Die Altstadt an den Abgrund gebaut





Ein Wanderweg mit vielen Aussichtspunkten führt hinunter ins Tal. Dieser ist erbarmungslos ohne Schatten, dafür steht die Sonne jetzt gut für schöne Fotos. Im Flussbett suchen wir uns ein schattiges Plätzchen für unser Essen.
Es nutzt ja nichts, der Bus fährt nun mal oben zurück. Der Aufstieg in der Sonne ist anstrengend doch der Ausblick war sehr schön. Oben angekommen gibt es zu Belohnung im Schatten unter Bäumen ein Kaltgetränk. Entlang der alten Stadtmauer gehen wir zurück über die Brücke in die „Neustadt“ wo unser Bus uns um 16:30 zurück nach Fuengirola bringt. In Fuengirola liegt der Busbahnhof mit 10 Minuten zu Fuß von der Marina / Ankerplatz, sehr günstig, im Vergleich zu Marbella.

 

 

 

 

 

20220823 1420 Ronda Brcke
 Die Brücke, der Magnet der Stadt

 

20220823 1480 Ronda Brcke
 Die Brücke

 

 

20220823 1500 Ronda Feigen ernte
 wir ernten Feigen, die wachsen wild, zu schade die hängen zu lassen

 

20220823 1510 Ronda Brcke
 und nochmal die Brücke, rechts die Altstadt und links die Neuere

 

 

20220823 1590 Ronda
 ein tiefer Canyon teilt die Stadt

 

20220823 1580 Ronda
 

 

 

Wir haben jetzt keine Lust mehr auf Abendessen kochen. Auf dem Weg zur Marina liegt ein Restaurant mit reichhaltigem Buffet (Sea View Puerto). Manche Speisen, wie Schrimps oder Steak werden auf Wunsch frisch zubereitet. Etwas erholt und vor allem satt fahren wir zurück zur Molly.


Das Wasser hat sich inzwischen auf angenehme 25°C erwärmt, sodass wir uns nun auch ins Wasser trauen. Als wir 2019 an der spanischen Atlantikküste gen Süden gefahren sind, haben wir uns etwas geärgert, dass die Restaurants erst ab 19 oder 20 Uhr öffneten. Doch heute haben wir uns wegen den Temperaturen auch an dieses Zeitraster angepasst. Bis 19 Uhr, die Sonne steht noch hoch, ist es einfach zu warm um zu essen. Selbst an Bord essen wir erst, wenn die Sonne etwas tiefer steht, die Temperatur angenehm werden und eine laue Briese durch das Cockpit geht.


Damit hier keine Langeweile aufkommt machen wir mal wieder einen Ausflug. Wir wollen etwas sehen von Land und Leute. Wir fahren mal wieder Bus, 30 Minuten bis Mijas Pueblo. Ein nahegelegenes Bergdorf mit weißgestrichenen Häusern und roten Ziegeldächer. Die Geschichte ist, dass früher die Arbeiter mit ihren Eseln von der Arbeit nach Hause geritten sind. Die ersten Touristen haben die Arbeiter dann für Trinkgeld auf ihren Eseln in den Ort geführt. Mit dem Trinkgeld haben sie mehr verdient als mit der täglichen Arbeit. Heute kann man sich für einen horrenden Preis mit dem Esel durch den Ort führen lassen. In der TouristenInfo bekommt man ein Karte mit den Sehenswürdigkeiten des Ortes, die wir dann zu Fuß abgelaufen sind. Selbst in diesem kleinen Ort darf eine Stierkampfarena nicht fehlen. Von der Ermita del Calvario hat man einen schönen Ausblick auf den Ort bis hin zum Meer.

 

20220825 1630 Mijas mit dem Bus
 Touristinformation Mijas (Athme dies Stille ohne sie zu zerstören)

 

20220825 1640 Mijas
 Dieser Ritt ist noch kostenfrei

 

 

20220825 1660 Mijas
 Mit einer Eselsgeduld kann sich jeder draufsetzen

 

20220825 1690 Mijas
 Der Blick hinab ins Tal

 

20220825 1710 Mijas
 enge Gassen, aber nicht zu eng, dass nicht noch ein paar Tische passen

 

20220825 1780 Mijas
 Von der Erimiten Kirche auf die Altstadt

 

 

20220825 1810 Mijas Tapas
 Zum Mittag ein paar Tapas und ein Bier

 

20220825 1840 Mijas Eseltaxi
 Heute sind selbst die Esel Taxis registriert

 

 In den letzten Tagen wehte der Wind, wenn auch nur schwach, immer aus Nord bis NNE. Für unser nächstes Ziel Malaga oder Caleta de Velez brauchen wir den Wind aus südlicher Richtung. So beobachten täglich ab wann sich hier etwas ändert. Bis jetzt ist ab Mittwoch nächste Woche mit südlichem Wind zu rechnen.

31. August
Der Wind hat gedreht und kommt jetzt aus SW. Darauf haben wir gewartet um weiter nach Norden zu fahren. Wind kann man das heute nicht nennen, wir haben nur eine leichte Brise von 10-14 Knoten. Um unsere gute Ökobilanz aufrecht zu erhalten nutzen wir trotzdem die Segel nach Malaga. Wir wollen uns hier schon mal etwas umschauen, wenn Sebastian hier einfliegt. In der Mündung des Flusses Gaudalmedina, neben dem Industriehafen finden wir einen nicht unbedingt schönen aber sehr geschützten Ankerplatz auf 4 m mit Sandboden. Der erste Eindruck von Malaga ist sehr gut. Eine etwas trubelige Stadt mit viel Historie und imposanten Gebäuden. Die Basilika ist ein gigantisches Bauwerk, wie auch die Festungsanlage aus dem maurischen Zeitalter.

20220902 1870 Malaga
 Kathedrale von Malaga

 

20220902 1890 Malaga
 Malaga



20220902 1940 Malaga
 Die Markthalle von Malaga

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 








In der Altstadt gibt es an jeder Ecke Tapas, Wein und Bier. Die meisten Speisen gibt es als ganze Portion, halbe Portion oder als Tapa. Das Schöne an den Tapas ist, man kann viele verschiedene Speisen probieren. Wir laufen durch die Mainstreet an der links und rechts Reihen von Stühle gestellt werden. Wir erfahren das hier am Abend die Fashionweek stattfindet.


20220902 1965 Malaga Fashionshow
 

 

20220902 1980 Malaga Fashionshow
 erste Reihe, wir warten auf die Models







 20220902 2010 Malaga Fashionshow
 und da laufen sie, ....

 

20220902 2030 Malaga Fashionshow
 .... je nach Designer, sehr unterschiedliche Kleider




20220902 2040 Malaga Fashionshow
 mit großer Leinwand und in natura




20220902 2060 Malaga Fashionshow
 spanisch elegant



Das wollen wir uns doch nicht entgehen lassen und ergattern uns Plätze in erster Reihe. Und dann laufen sie, die Mädchen mit den hübschen Kleidchen. Normal kennt man diese Veranstaltung nur für exklusives Klientel, doch hier ist es für die Öffentlichkeit.

 

20220903 2110 Malaga
 Ausblick über Malaga

 

 


Am dritten Tag kam gegen Abend die Polizei und hat uns unmissverständlich klar gemacht, dass wir hier nicht ankern dürfen und mit dem Dinghi anlanden schon gar nicht. Eine Diskussion war hier nicht angebracht, hoffte aber noch wenigstens die Nacht bleiben zu dürfen um am nächsten Morgen aufzubrechen. Doch auch hier gab es kein Mitleid, wir mussten innerhalb der nächsten drei Stunden den Ankerplatz verlassen. Dieser Platz wurde in der APP Navily ausgewiesen. Also sind die Angaben ein guter Hinweis aber nicht unbedingt verlässlich. Zum Glück ist es noch lange hell und so sind wir 4 sm weiter bis nach Puerto de Candado gefahren. Doch hier haben wir zwischen 50 und 80 cm Schwell was zum Ankern sehr unangenehm ist. Über Funk bitten wir bei der Marina um Einlass, doch auch hier haben wir kein Glück und werden mit der Begründung, der Hafen sei voll, abgewiesen. Der nächste Hafen ist 15 sm weiter, was eine Ankunft in der Nacht bedeuten würde, wo wir dann keinen mehr erreichen. Also gehen wir hier vor Anker, setzen noch den Heckanker um die Molly im Schwell zu halten. Es ist zwar noch immer unruhig aber deutlich besser als diese seitliche Schaukelei. Die Nacht ist nicht soooo entspannt und der Schlaf nicht sooo erholsam.
Den nächsten Tag erreichen wir dann 15 sm weiter Caleta de Velez, wo wir einen Platz bekommen. Hier im Mittelmeer wird rückwärts angelegt, mit einer Mooringleine am Bug, was für uns Ankerweltmeister ( von 1227 Tagen waren wir 230 Tage im Hafen) eine Herausforderung darstellt. Nicht auf den ersten Anlauf, aber mit dem Zweiten drücken wir uns in die Lücke zwischen zwei Motorboote. Wir nutzen die Gelegenheit, die Molly mit reichlich Frischwasser zu spülen und entsalzen. Einkaufen ohne den Umweg über das Dinghi ist auch sehr angenehm.


20220905 2180 Caleta de Velez
 

 



Nach zwei Tagen, die Wetterlage ist mit 5 – 10 kt sehr schwachwindig, verabschieden wir uns wieder und gehen direkt vor der Tür am Strand wieder vor Anker.
Obwohl am Strand sehr viel kleine Steine liegen ist der Ankergrund Sand.
6 m Wassertiefe
Position 36°44,760N 004°04,525W

Caleta de Velez ist ein schöner kleiner Ort, der es geschafft hat die großen Hotels links und rechts des Ortes weit entfernt zu halten. So sind am palmengesäumten Strand nur wenige Einheimische, keine Jetski, die Berge im Hintergrund. Für die andalusische Küste ein eher seltener aber sehr schöner Anblick.

 

 

20220909 2220 Caleta de Velez
Aussicht vom Ankerplatz, deutlich schöner als im Hafen eigesperrt zu sein.

 

 8. September Energiekriese auf der Molly, die Gasreserven werden angebrochen.
Wir hatten uns dazu entschieden die marokkanische Gasflaschen auf den Azoren nicht mehr füllen zu lassen, wohl wissentlich, dass in Europa keine Gasflaschen gefüllt sondern nur getauscht werden. Zum einen war sie noch nicht ganz leer und zum anderen wollten wir die monstergroße Flasche loswerden. Wir haben 3 deutsche 11 kg Gasflaschen mit 5 kg Füllung: eine zum Kochen, eine zum Grillen und eine als Reserve. Bald darauf war die marokkanische Flasche dann auch leer und wir konnten sie hier in Spanien los werden. Doch jetzt ist unsere Kochflasche auch schon leer, wobei in der Grillflasche auch nicht mehr viel drin ist. Eine spanische Gasflasche, die in unser Gas-Kompartment passt hat nur 3 kg Füllung, ist nur schwer zu bekommen und somit auch schwer zu tauschen. An einer Repsol Tankstelle war auch eine Zapfsäule für Autogas (LPG). Zu unserer Überraschung hat der Tankwart uns über den Umweg mehrerer Adapter die Flaschen gefüllt. Da keiner wusste wieviel Liter Gas 5 kg ergeben, haben wir nur 5 Liter pro Flasche gefüllt. Spätere Recherchen haben ergeben: Ein Liter LPG entspricht 0,509 kg, für 5 Kg LPG entsprechen 9,82 Liter, Abzüglich einer Ausdehnungsreserve von 20% wären das ca.8 Liter gewesen. Für das nächste Mal sind wir schlauer, auf jeden Fall es gibt weiterhin heißen Kaffee am Morgen und eine warme Mahlzeit am Tag.

 

11. September heute ist eine Flugshow direkt am Stand. Viele Boote machen sich am Morgen um vor dem Strand zu Ankern, wir liegen hier ja schon seit einigen Tagen. Auch der Strand füllt sich, die Sonnenschirmchen stehen dicht an dicht. Um 13 Uhr geht’s auch schon los, die ersten Flieger zeigen ihre Flugmanöver. Propellerflugzeuge, Hubschrauber, Löschflugzeuge und eine Eurofighter ist am Start. Am Abend gibt es noch ein Feuerwerk, aber nicht ein normales, sondern zwei Flugzeuge versprühen Feuerwerkskörper während dem Flug.

 

20220911 2270 Caleta de Velez Flugshow
 Hubschrauber ziehen dicke Rauchfahnen hinter sich her

 

20220911 2310 Caleta de Velez Flugshow
 etwas mehr in der Ferne Propellerflieger in verschiedenen Formationen

 

 

20220911 2269 Caleta de Velez Flugshow
Wir schauen die Flugshow von Vorschiff mit einem kleinen Imbiss

 

 

 

20220911 2330 Caleta de Velez Flugshow
 Ein Eurofighter zeigt lautstark was er kann

 

20220911 2340 Caleta de Velez Flugshow
 Ein Löschflugzeug im Tiefflug

 

 

20220911 2350 Caleta de Velez Flugshow Feuerwerk
 zwei Flugzeuge versprühen Feuerwerkskörper

 

20220911 2370 Caleta de Velez Mondaufgang
 Der aufgehende Vollmond, doch die Molly schaukelt zu viel

 

 

 

 

 

20220909 2240 Caleta de Velez Fischer in den Hafen
 Fischer beim Einlaufen in den Hafen mit hunderten Möwen, die das Boot umkreisen. Er bringt uns den Pulpo für den Grill

 

20220912 2380 Caleta de Velez Pulpo fr den Grill
 Der Pulpo für den Grill

 


Für die nächsten Tage ist etwas mehr Wind vorhergesagt, deshalb suchen wir uns einen etwas besser geschützten Ankerplatz. Der ehemalige Hurrican Daniel hat es, wenn auch in abgeschwächter Form, bis an die spanische Atlantikküste geschafft und wirft seine Ausläufer bis zu uns ins Mittelmeer. Etwa 20 nm weiter im Osten ist eine kleine Bucht die uns geeignet erscheint. Zudem ankern wir jetzt schon eine Woche vor Caleta de Velez und wollen etwas neues sehen. Wir fahren erst bis Nerja, wo eine Höhle im Wasser und ein 4 stöckiges Aquädukt in den Bergen zu sehen wäre, doch Wind und Welle raten uns doch bis zur Bucht La Herradura weiter zu fahren. In Küstennähe kann der Wind schon mal deutlich von der Vorhersage abweichen. Heute ist die Abweichung 180°,das heißt aus unserem angekündigten Westwind wurde Ostwind und wir müssen mehrfach aufkreuzen um unser Ziel zu erreichen. In der Bucht kommt ein warmer Wind auch zeitweise von den Bergen und bringt einen intensiven Geruch von Pinie mit.
Wir ankern nahe den gelben Bojen, die den Badebereich abgrenzen. Diese Bojen ziehen sich entlang der ganzen andalusischen Küste. Der Abstand der Bojen zum Strand ist sehr großzügig, was uns dazu zwingt weiter außerhalb bei 8 m Wassertiefe zu ankern. Im Sandboden hält der Anker gut, wir geben 50 m Kette um für den angekündigten Wind vorbereitet zu sein. Der Heckanker hält die Molly mit dem Bug im leichten Schwell, so dass wir relativ ruhig liegen. Positio 36°44,047N 003°44,853W

Es regnet, wir wussten schon gar nicht mehr was das ist. (Regen besteht aus Wasser, das als Dampf in Wolken gespeichert war und nach dem kondensieren in Tropfen auf die Molly herunter fällt). Kein Wunder, wir hatten ja auch schon lange keine Wolken mehr. Doch ist durch die lange Trockenheit soviel Staub in der Luft, der jetzt mit den Regentropfen auf die frisch geputzte weiße Molly nieder fällt. Weiß war einmal.

Wir ankern nahe den gelben Bojen, die den Badebereich abgrenzen. Diese Bojen ziehen sich entlang der ganzen andalusischen Küste. Der Abstand der Bojen zum Strand ist sehr großzügig, was uns dazu zwingt weiter außerhalb bei 8 m Wassertiefe zu ankern. Im Sandboden hält der Anker gut, wir geben 50 m Kette um für den angekündigten Wind vorbereitet zu sein. Der Heckanker hält die Molly mit dem Bug im leichten Schwell, so dass wir relativ ruhig liegen.

20220913 2371 Herradura
 Strand und Ankerplatz bei Herradura

 



Dann fahren wir halt mit dem Bus nach Nerja (2,13 € p.P). Wir wollen dort das Aquedukt besichtigen. Die Buslinie hat leider schon auf Winterfahrplanumgestellt, so dass die Haltestelle am Aquedukt nicht mehr angefahren wird. Wir müssen somit ca. eine halbe Stunde laufen. Es ist bewundernswert, was die Menschen damals geschaffen haben, nur um Wasser in eine Fabrik zu leiten. In Nerja müssen wir die Wartezeit bis der Bus zurück fährt, mit einem Getränk überbrücken. Die Höhle, die nur vom Wasser aus zugänglich ist, können wir leider nicht anschauen.

 

20220916 2400 Nerja Aquedukt
 

 

20220916 2430 Nerja Aquedukt
 Das Aquedukt für einen Wasserkanal

 

 

 

 

 

 

20220916 2460 Nerja Aquedukt
 auch heute fließt hier noch Wasser ...

 

20220916 2490 Nerja Aquedukt
 ... heute zur Bewässerung von Plantagen

 

 

20220916 2491 Nerja Aquedukt
 zurück auf dem Weg zum Bus
20220916 2500 Nerja Aquedukt
 Wir warten bis der Bus kommt

 


Donnerstag 15. Sept Wir liegen noch in Herradura, der Wetterbericht verspricht nichts Gutes. Für Samstag und Sonntag sollen 35 -40 Kt Wind die Küste heimsuchen. Wir überlegen uns alternativen, wo, von hier bis Fuengirola, ist es am ruhigsten. Die Abfrage über ein Web-Portal ergab, dass kein Platz in einer Marina verfügbar ist.
Freitag 16. September Ab Samstag 11:00 Uhr soll der Starkwind über die Küste einfallen. In Caleta de Velez, da in einer kleinen Einbuchtung gelegen, scheint es am besten zu sein. Wir wollen spätestens um 9:00 Uhr da sein um Vorkehrungen für den Wind zu treffen. Wobei der Wind nicht unbedingt das Problem ist, sondern die vorhergesagte 2 m See. Wobei ich das aus Erfahrung nicht glauben kann. Dennoch ist man bei diesen Vorhersagen etwas beunruhigt.
Samstag 17. September Wir fahren um 1 Uhr morgens in Herradura los und, früher als erwartet, fällt um 7 Uhr vor dem Strand in Cleta de Velez der Anker. Es ist noch dunkel und wir legen uns noch mal auf Ohr. Um 9:30 Uhr, es ist noch alles friedlich, der Wetterbericht unverändert, rufen wir in der Marina an. Trotzdem das über das Portal kein Platz verfügbar war, bekommen wir einen Platz und sind sehr froh darüber. 13:00 Uhr noch immer ist alles friedlich, nur eine leichte Brise, das Wasser ist glatt, wir nutzen die Gelegenheit und gehen Einkaufen. 15:00 Uhr noch immer alles friedlich, der Wetterbericht hat die Windstärke reduziert auf max. 25 kt und 1,5m See. Wir schauen raus alles friedlich.
Sonntag 18. September
Wir nehmen den Bus nach Malaga. Sonntags sind viele Museen mit freien Eintritt. Der Bus fährt entlang der Küste, noch immer alles friedlich. Wir verbringen den Tag in Malaga, schlendern etwas durch die Gassen und besichtigen die Alcazaba de Malaga, eine maurische Festung und Palast, die in der Jahrtausendwende erbaut wurde.
Sonntags ist der Eintritt in die Alcazaba ab 14:00 Uhr frei (normal 5,50 €) und das Picasso Museum 2 Std vor Schliessung (normal 9,00 €).
Am frühen Abend sind wir zurück, Bus 3,13€ pro Person, und das Wetter, …. Immer noch friedlich. Die Vorhersage wurde weiter angepasst. Aktuell haben wir eine leichte Brise ca.10 kt und 20-30 cm Schwell. Es ist ja schön dass die Vorhersage nicht eingetroffen ist, aber wir betrachten die Vorhersagen nun mit deutlicher Skepsis. 

 

20220918 2540 Malaga Alcazaba
 Die Alcazaba de Malaga

 

20220918 2560 Malaga Alcazaba
 Die Alcazaba de Malaga

 

 

20220918 2570 Malaga Alcazaba
 Alcazaba de Malaga

 

20220918 2600 Malaga Picasso Museum
 das Picasso Museum

 

 

20220918 2610 Malaga Mittag
 Mittagspause in Malaga

 

 

 

20. September
Wir fahren wieder nach Fuengirola, da hier Sebastian bei uns an Bord kommt. Sebastian fliegt bis Malaga. Der Flughafen liegt 10 km außerhalb von Malaga und von unserem geschützten Ankerplatz wurden wir vertrieben. Von hier sind es zwar 26 km mit der S-Bahn, doch der Ankerplatz ist besser. Es weht eine laue Brise 7-10 kt. Wir fahren teils mit Motorunterstützung, teils zieht uns der Gennaker.
Um 16 Uhr fällt der Anker im Vorhafen von Fuengirola. In der Zwischenzeit wurden zwei neue grüne Fahrwassertonnen gesetzt, was unseren Ankerbereich aber nicht einschränkt.
Wir ankern auf 3,5m mit Sand 36°32,63N 004°36,92W
Hier werden wir wohl bleiben bis Sebastian wieder nach Hause fliegt und wir uns auf den Weg in unser Winterlager nach Almerimar machen.
Die nächsten Tage ist vornehmlich Wind aus SüdWest vorhergesagt. Teilweise sollen auch wieder Böen um die 30 kt durchziehen. Doch diesmal sind wir vorsichtig mit irgendwelchen vorsorglichen Maßnahmen. Zudem liegen wir, wegen der langen, massiven und hohen Hafenmole gut geschützt an unserem Ankerplatz. Wir nutzen die Tage um hier und da kleine Reparaturen an der Molly durchzuführen und Arzttermine in Deutschland zu machen. Damit konkretisiert sich langsam aber sicher unser Heimflugtermin.
Seit einiger Zeit fährt unsere Logge nur mit und liefert keine Geschwindigkeitswerte. Als erstes habe ich das kleine Schaufelrad wieder gängig gemacht, was aber ohne Erfolg blieb. Kontakte gereinigt, Stecker neu gefasst, nein sie will nicht. Auf meine Anfrage an den Hersteller Raymarine, haben die mir gleich eine Anleitung zur Überprüfung der Logge geschickt. Sehr guter Service. Das Ergebnis der Überprüfung: kaputt. Doch war ich erneut überrascht, die Logge gibt es als Ersatzteil und das viele Generationen neuere Modell passt in unsere über 20 Jahre alte Halterung.

Am Mittwoch fahren wir mit dem Bus nach Mijas. Um 12 Uhr ist dort eine Flamencoshow auf dem Marktplatz. Drei Frauen und ein Mann zeigen eine Stunde lang eine interessante und kurzweilige Show, die mit viel Applaus belohnt wird.


20220921 2660 Mijas Flamenco
Flamenco in Mijas

 

20220921 2700 Mijas Flamenco
Flamenco in Mijas

 

 

 

 

 

 

20220921 2680 Mijas Flamenco
Die Flamencotänzer



Danach nehmen wir uns noch eine Tappasplatte zum Mittag und fahren am Nachmittag mit dem Bus zurück.

Heute 24. September werden wir durch die „Policia Maritimo“ kontrolliert. Der eigentliche Grund ist, ob unsere Ankerplatz auch außerhalb des mit den gelben Bojen markierten Badebereich ist. Unser Ankerplatz wird als gut befunden und bei der Gelegenheit werden auch gleich alle Schiffs-und Personendaten aufgenommen. Es ist das erste mal, dass ich nach meinem Segelschein gefragt werden. Damit ging die Sucherei los, wo habe ich den damals aufbewahrt? Nachdem den nie einer sehen wollte habe ich ihn von den Schiffsdokumenten weggenommen und wo anders aufgehoben. Aber wo? Das Schiff verliert nichts und so groß ist es auch nicht, so das er sich auch nicht lange verstecken konnte.

 

2. Oktober
Heute kommt unsere Sohn Sebastian für zwei Wochen zu Besuch. Die Vorhersage hat uns eine höhern Schwell, bis 1,5m, angedroht, Was uns zu zwei Tagen in den Hafen überredet hat. Auch ist das Anlanden mit dem Dinghi am Strand bei brechenden Wellen sehr ungemütlich. Mit der S-Bahn fahren wir von Fuengirola nach Malaga zum Flughafen. Das System ist sehr simpel. Man legt seine Kreditkarte auf das Lesefeld am Terminal und wir bekommt Zugang zur S-Bahn. Am Zielort die gleiche Prozedur, man kann das S-Bahn Areal verlassen und der Fahrpreis wird abgebucht. (halbe Stunde, 26 km Fahrt 2,70 Euro) Pünktlich gegen Mittag landet sein Flieger und wir fahren gemeinsam zurück zum Schiff. Mit blauen Himmel, 28°C und einer Tapasplatte zum verspäteten Mittag läuten wir seinen Spanienurlaub ein. Danach geht es ans Tasche auspacken, die nahezu bis ans Gewichtslimit voll ist. Nicht die 3 T-Shirts und die Badehose verursachen das Gewicht, sondern die Ersatzteile die er uns mitbringt.
Am nächsten Morgen legen wir uns auch wieder am dem Strand vor Anker, der Schwell hat sich deutlich beruhigt und nimmt zum Abend hin ganz ab.

20221002 2732 Malaga Ankunft
 Ankunft von Sebastian am Flughafen Malaga

 

 

20221002 2733 Malaga Ankunft
 Tapasplatte mit Shimps, Tintenfisch, Pimientos, Aubergine, Champignons

 

 

 

 


Tags darauf nehmen wir spontan die S-Bahn und fahren nach Malaga ins Zentrum. Wir schlendern durch den Markt mit seinem riesigen Angebot an Fisch, Käse, Schinken, Oliven, ….Nach einer Mittagspause und einer Tappasplatte mit verschiedenen frittierten Fischen, Schrimps und Tintenfisch, gehen wir durch die Altstadt.


20221003 2760 Malaga SBahn
 an der S-Bahn Station

 

20221003 2740 Malaga Markt
 Nachdem wir eingelegte Oliven und Tomaten gekauft haben, müssen wir noch Wein kosten


Viele Aktivitäten haben wir schon weit im voraus gebucht, da manche Highlights nur eine beschränkte Besucherzahl zulassen und somit schnell vergriffen oder ausgebucht sind.

Caminito del Rey, ein Steig, an die Felswand geklebt, durch die Schlucht "Valle del Hoyo".

Der Caminito del Rey (etwa „schmaler Königspfad“), überwiegend auch Camino del Rey („Königspfad“), war bis 2015 ein drei Kilometer langer Klettersteig und ist heute ein bequemer und gesicherter Wanderweg in der Nähe von Álora in der Provinz Málaga im Süden Spaniens. Er führt in etwa 100 Meter Höhe entlang steiler Wände durch zwei bis zu 200 Meter tiefe, schmale Schluchten. Er war lange Zeit verfallen und gesperrt und wurde in dieser Zeit in den Medien als der gefährlichste Weg der Welt bezeichnet.[1] 2015 wurde er wieder für die Öffentlichkeit freigegeben.

Da der Zugang pro Tag ist beschränkt und zeitlich gestaffelt, war eine Buchung schon lange vorher notwendig. Trotzdem haben wir nur noch Karten für 10:30 Uhr am 5 Oktober bekommen. Mit einer Stunde Anfahrt mit dem Auto und etwas Puffer fahren wir 8:00 Uhr los. Wir parken in der Nähe des Restaurant "El Kiosko" , wo ein kleiner Tunnel auf den Weg zum Nordeingang führt. Nach ca. 20 Minuten Fußmarsch entlang dem °Rio Guadalhorce" bekommen wir um 10 Uhr wir eine Sicherheitseinweisung und einen Helm bevor wir in den Steig entlassen werden. Anfangs noch unspektakulär sehen wir in der Ferne wie sich der Weg entlang der Felswand zieht. Mit vielen Fotostopps erreichen wir nach ca. 3 Stunden den Ausgang und kurz danach eine Picknick Area mit Tischen, Bänken und natürlich einigen Buden mit Souvenirs, Essen und Trinken. Hier legen wir eine Pause ein und essen unser Mitgebrachtes. Der Steig ist nur in eine Richtung, von Nord nach Süd, begehbar, was wegen dem engen Weg und der vielen Leute auch Sinn macht. Wenige hundert Meter nach der Picknick Area ist die Bushaltestelle für den Shuttelbus , der uns zum Eingang bzw. zu unserem Auto bringt. Es gibt zwei Optionen: Man fährt zum Eingang nach Norden, parkt dort, geht den Steig nach Süden und fährt mit dem Shuttel zurück, oder umgekehrt. Man parkt am Ausgang im Süden, fährt mit dem Shuttle zum Eingang und läuft über den Steig zurück.


20221005 2810 Caminito del Rey
 Unteregs sind immer wieder Karten zur Orientierung wo man sich gerade befindet. Wir sind nach ganz am Anfang.



20221005 2870 Caminito del Rey
 dann kommt der an die Felswand gebaute Steig in Sicht





20221005 2930 Caminito del Rey
 Eine wunderschöne Kulisse

 

20221005 2955 Caminito del Rey
 völlig sicher kann man heute diesen Weg entlang spazieren

 

 

20221005 3031 Caminito del Rey
 Aussichtsplattform vor derBrücke, die die Schlucht überquert

 

20221005 3070 Caminito del Rey
 Über die kleine Brücke auf deranderen Seite der Schlucht fährt auch heute noch der Zug

 

 

 

 

 

 

Der Badespaß am Tag darauf hält sich bei Wassertemperaturen von knapp 20°C etwas in Grenzen. Einmal ins Wasser ist Pflicht um einen Haken an diesem Punkt der Urlaubscheckliste zu machen. Sebastian ist wohl noch bahamasverwöhnter als wir. Wir haben uns schon etwas an das kühlere Nass gewöhnt und gehen täglich unsere Runde zur körperlichen Ertüchtigung schwimmen. So wechseln sich Tage mit Erholung und Tage mit Aktivitäten ab.

20221004 2780 Fuengirola Strand
 so viel Spaß war in seinem Gesicht nicht zu erkennen



 

 

 

 

Den nächsten Programmpunkt, den das Reiseunternehmen „Eltern“ geplant hat: Die Besichtigung einer Stierfarm und die weißen Dörfer Ronda und Setenil.
Wir fahren wieder mit dem Auto zu dieser Farm, wo Stiere für den Stierkampf gezüchtet werden. Hier bekommen wir eine geführte Tour über die Farm und eine Vorstellung wie die Stiere gezüchtet werden.
Aus den Stieren und den Kühen werden die herausgesucht, die ein geeignetes Verhalten für den Stierkampf haben. Auch können Stiere nicht zum Training verwendet werden, da sie intelligent und enorm lernfähig sind.
Danach zeigen wir ihm die besondere Brücke in Ronda, die wir vorab schon einmal besichtigt haben.
Nach einer Übernachtung in Ronda fahren wir den nächsten Tag in das „weiße Dorf“ Setenil. Häuser wurden nahtlos in den überhängenden Fels eingebaut. Die Bilder sprechen für sich, was das Besondere an diesem Dorf ist.
Setenil de las Bodegas ist eine Kleinstadt und eine südspanischen Gemeinde mit nur noch 2.769 Einwohnern  im Osten der Provinz Cádiz in der Autonomen Region Andalusien. Setenil liegt an der „Straße der weißen Dörfer“ und wurde im Jahr 1985 als eingestuft.

In diesen Dörfern kann man den spanischen Flair noch erleben, der in den Städten an der Küste mit seinen Hotels und Appartmentanlagen längstverloren gegangen ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

20221007 3110 Stierfarm
 auf großen Flächen laufen die Bullen und werden ausgesucht für die Arena oder um Nachwuchs zu zeugen

 

20221007 3160 Stierfarm
 Rundfahrt durch die Farm

 

 

20221007 3200 Stierfarm
 Training für den nächsten Stierkampf

 

 

20221007 3240 Ronda
 Bei der berühmten Brücke in Ronda

 

 

20221007 3250 Ronda
 

 

 

 

 

            

20221008 3300 Ronda Frhstck
 Welchen Schinken hätten sie den gerne, vom 50 Euro bis 150 Euro pro Kilo

 

20221008 3330 Setenil
 Setenil, die Stadt unter den Klippen

 

20221008 3440 Setenil
 weit überhängede Felsklippe

 

 

20221008 3480 Setenil
 

 

20221008 3495 Setenil
 in ein kleines Restaurant gegenüber hat man einen schönen Ausblick

 

 

 

 

Nach diesem zweitägigen Ausflug in die Berge ist wieder einmal ein Tag der Pause notwendig. Der Kühlschrank gähnt uns an, ohne Inhalt hat er nichts zu tun. Dagegen müssen wir dringend etwas unternehmen. Mit unserem jungen, starken Burschen statten wir dem Supermarkt „Mercadona“ einen Besuch ab. Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse, Trinken und ein paar Knabbereien, bis die Tasche voll ist.
Danach ein paar Sonnenstrahlen am Strand tanken, bevor der Fisch (3 Doraden) in einer Terrine auf dem Grill verschwindet. Das gibt uns Zeit für ein Zwischenprösterli.
Am Abend schauen wir die zweite Folge von TopGun. Wir liegen alleine am Ankerplatz, so kann unsere BOSE und die TopGun-Musik zeigen was sie kann. Auf 17 Zoll nahezu Kinoerlebnis. Widererwartend ist der Film gar nicht schlecht.

Damit hier keine Langeweile aufkommt, ist für den nächsten Tag eine Canyoning Tour gebucht. Nicht ganz sicher was uns erwartet, wie kalt wohl das Wasser schon ist, ob wir in dem Canyon überhaupt etwas Sonne haben, bereiten wir uns auf Kälte vor. Wir nehmen einen heißen Tee, lange Hosen und eine Fliesjacke mit. Nach einer kurzen Irrfahrt erreichen auch wir den Startpunkt. Wir bekommen einen langen 5 mm Neoprenanzug, Klettergeschirr und einen Helm. Mein Helm hat eine Halterung für die GoPro. Wir haben ca 15 Minuten zu Fuß vor uns und merken schnell wie uns der Neoprenanzug mehr als wärmt. Wir steigen hinab in den Canyon und erreichen den Fluss. In einem tiefen Pool tauchen alle in das Flusswasser, das dann doch nicht so kalt ist wie erwartet. Dann geht´s auch schon los, über eine kleine Felsrutsche in den nächsten Pool, wo wir aus verschiedenen Höhen in die tiefen Pools springen. Nicht schauen, einfach springen. Weiter entlang dem Fluss wird der Canyon immer enger, mit seinen Überhängen, nahezu ein Tunnel. Die Sonne verwandelt diesen Teil in eine gigantisch schöne Szenerie. Nach ein paar weiteren Sprüngen in tiefe Pools erreichen wir einer Stelle zum Abseilen. Für uns Kletterer eher unspektakulär, womit die Tour auch schon bald endet.

 

20221010 3500 Canyoning
Die Canyoning Gruppe

 

20221010 3530 Canyoning
die ersten Sprünge zum eingewöhnen

 

20221010 3540 Canyoning
der Canyon wir schmäler ...

 

20221010 3560 Canyoning
... und tiefer. Der dicke Neopren ist wie eine Schwimmweste und erleichtert die längeren Schwimmpasagen

 

 

20221010 3580 Canyoning
 

 

20221010 3590 Canyoning
die Sonne steht hoch und scheint in den schmalen Canyon

 

 

20221010 3620 Canyoning
... einfach schön

 

20221010 3680 Canyoning
und ab in die Tiefe

 

 

 

 

 

Nach einem weiteren Tag am Strand, wir sind bereits weit in der zweiten Woche seines Urlaubs, wollen wir am nächsten Tag doch noch nach Gibraltar fahren. Über den Seeweg schaffen wir die 52 sm nicht an einem Tag, insbesondere da der ständige NE Wind die Rückfahrt deutlich erschweren würde. Dafür fehlt uns die Zeit. Alternativ nehmen wir das Auto. Für die 106 km über Land errechnet der Routenplaner 1h16min Fahrzeit.
Um 10 Uhr kommen wir in La Linea an und gehen wieder zu Fuß über die Grenze. Zu Fuß über die Rollbahn aber dieses mal mit der Seilbahn nach oben. Die Route zu den sehenswerten Punkten kennen wir ja schon. Am frühen Nachmittag nehmen wir die Gondel nach unten und schlendern noch etwas durch die angeblich steuerfreien Geschäfte. Bei einem Fish und Chips lassen wir Eindrücke von Gibraltar sacken und machen uns dann auf den Rückweg.

20221013 3730 Gibraltar
 mit der Seilbahn auf den Felsen

 

20221013 3750 Gibraltar
 ... da laust mich doch der Affe

 

20221013 3760 Gibraltar
 Windsor Bridge mit Sebastian in der Mitte

 

 

20221013 3770 Gibraltar
 es geht auch nah

 

20221013 3790 Gibraltar
 zwei Affen auf dem Weg nach oben

 

Dann ist für Sebastian Packtag, der Urlaub ist zu Ende. Die freie Kapazität in seiner Reisetasche nutzen wir um ihm Sachen mit zugeben, die nicht mehr brauchen oder die Jahre nicht gebraucht haben. Die S-Bahn bringt uns am Samstag nach Malaga zum Flughafen, ein kurzer Abschied, denn wir fliegen ja in 7 Wochen schon nach Hause.

20221015 3820 nach Malaga zum Flughafen
 und schon ist der Urlaub vorbe, mit der S-Bahn zum Flughafen

 

Der Strand ist von Tag zu Tag weniger bevölkert, inzwischen sind die Möwen wieder in der Überzahl. Der Mann von der Sonnenliegenvermietung jedoch legt jeden Morgen unermüdlich seine Polster auf die Liegen und räumt sie abends wieder ab. Das Wetter wird zunehmend unbeständiger. Zwischendurch gibt es Tage mit Wolken, aus denen hier und da auch mal ein paar Tropfen fallen. Herbst an der Costa del Sol.

Wir waren jetzt lange genug in Fuengirola. Erst ein paar Wochen zur Erkundung, dann noch 2 Wochen mit Sebastian. Uns zieht es weiter. Der nächste Stopp, obwohl wir dort auch schon mehrere Tage waren, ist Caleta de Velez. Wichtigster Punkt, dort bekommen wir unsere deutschen Gasflasche an der Repsol Tankstelle mit LPG-Gas gefüllt. Propan, Butan oder LPG, egal, alles brennt und macht in der Früh heißen Kaffee und abends warmes Essen. Die Gasflasche füllen hätten mehrere Tankstellen gemacht, nur den richtigen Adapter hatte bislang nur diese. Bei dieser Gelegenheit hat Alexandra noch eine Sitzung bei ihrem Friseur gebucht.
Danach sind wir auch schon wieder aufgebrochen mit dem Ziel Motril. 26 sm und kein Wind, der Motor schiebt uns unermüdlich durch die glatte See. Am 21. Oktober gegen 16 Uhr fällt der Anker im geschützten Bereich hinter der großen langen Pier des Hafens vor einem kleinen Strand.
6m Wassertiefe und Sandboden. 36°43,03N 003°30,68W
Doch Motril entpuppt sich als großer Industriehafen. Da der Ort sonst nicht viel zu bieten hat, bleiben wir nur die Nacht und fahren am nächsten Morgen weiter nach Almerimar.
22. Oktober bis Almerimar sind es 36 sm. Es ist 8 Uhr, es fängt gerade an zu dämmern und schon holen wir den Anker auf. Die Landschaft wird langsam schöner, die Hotelburgen werden rar und wenn dann passen sie besser in das Landschaftsbild. Gegen 18 Uhr erreichen wir Almerimar, der Hafen, in dem wir über den Winter bleiben wollen und die Molly später aus dem Wasser kommt. Im Vorhafen bewahrheitet sich die Warnung aus der Seekarte, dass dieser Bereich gerne versandet. So müssen wir vor den Hafen an den Strand ausweichen. Auch hier gibt es keine Bojen mehr die den Schwimmbereich abgrenzen. Es sind ja auch nur noch vereinzelt ein paar wenige Schwimmer unterwegs. Mit denen arrangieren wir uns.
3,5m Sandboden 36°41,97N 002°48,02W

20221023 3900 Almerimar Sonnenuntergang
Sonnenuntergang in Almerimar




Wir fahren mit dem Dinghi in den Hafen und fragen ob wir das Dinghi hier irgendwo fest machen können. Zu unserer Überraschung werden wir nicht weggeschickt sondern können an der Pier anlanden. Wir schauen auch gleich im Hafenbüro vorbei ob unsere Reservierung dort vorliegt. Das Personal im Hafenbüro ist sehr freundlich, bestätigt uns die Reservierung und wollte uns gleich einen Platz zuweisen. Für uns ist es noch zu früh um im Hafen fest zu liegen. Das Wetter ist noch schön, Temperaturen um 25°C und weiter nach Norden gibt es ein paar Buchten die wir uns noch ansehen wollen. Wir füllen unseren Kühlschrank und die Wassertanks auf und fahren am nächsten Tag weiter. Play Genoveses, ist in einer Bucht 36 sm weiter nördlich gelegen. Dies soll mit einer der schönsten Ständer der Region sein. Das wollen wir doch erstmal sehen. Nach einem weiteren langen Tag auf See laufen wir am 25. Oktober ca 18 Uhr in die Bucht ein. Seit wir im Mittelmeer sind ist das die erste Bucht in der wir vor Anker gehen und die kann sich sehen lassen.
3,5 m glasklares Wasser mit Sandboden. 36° 44,85N 002° 07,07W.

 

20221024 3920 nach Playa Genoveses
Die Küste aufdem Weg nach Playa Genoveses

 

 

 

 

20221025 3940 Playa Genoveses
Playa Genoveses, Natur pur, keine Hotels, keine Häuser

 

20221026 3980 Playa Genoveses
Der Strand ist flach, deshalb liegen wir relativ weit weg vom Strand

 

 

Diese Bucht ist von Felsen eingerahmt, mit einem langen Strand, noch völlig naturbelassen. Kein Hotel, kein Haus, nur ein paar Wohnmobile, die den Weg über die befestigte Straße in die Einsamkeit gefunden haben und wir, die unweit vom Strand ankern. Unzählige Wanderwege führen entlang der Küste zu den vielen einsamen Stränden, die teils nur über diese Wege erreichbar sind. So schnüren wir unsere Trekkingsandalen und den Rucksack und machen uns auf den Weg. Wir finden unseren Strand, klein aber unser und verweilen dort etwas. Nach 16 km über Stock und Stein sind wir wieder zurück am Schiff.

20221027 4040 Playa Genoveses Wanderung
 Sanddünen führen zum Strand

 

20221027 4050 Playa Genoveses Wanderung
 Bekannter und beliebter Strand Playa de Monsul

 

20221027 4080 Playa Genoveses Wanderung
 Hier unten ist unser Strand zu sehen

 

20221027 4150 Playa Genoveses Wanderung
 Cala de Carbon, zugänglich über einen kleinen Pfad, eingerahmt mit Felsen

 

 

20221027 4140 Playa Genoveses Wanderung
 Der Strand nur für uns, liegt vermutlich auch an der Nicht-Saison

 

20221027 4190 Playa Genoveses Wanderung
 Steppenähnliche Landschaft

 

20221027 4165 Playa Genoveses Wanderung
 so reiht sich ein Strand an den anderen





Den anderen Tag laufen wir entlang einem Küstenpfad nach San Jose, einem kleinen Ort in der nächsten Bucht. Am späten Nachmittag gibt eine Paella mit allen Meeresgetieren, Schrimps, Tintenfisch, große Muscheln, Langustinen und etwas Reis war auch dabei. Zur Verdauung der Spaziergang über den Küstenpfad zurück zur Molly.

 

20221026 4030 San Jose Paella
 Paella im Restaurant Mediterráneo in San Jose

 


Der Wetterbericht sagt für die nächsten 2 Tage Wind mit 30 Knoten an. Der Wind wäre hier kein Problem aber er bläst von der offenen See (NE) in die Bucht und bringt damit eine sehr ungemütliche Welle von 0,8 bis 1 m in die Bucht. Wir entscheiden uns für 10 sm um das Cabo de Gata zu fahren, wo die Windrichtung jetzt über Land kommt und in den wenigen Metern vom Strand bis zum Ankerplatz keine Welle aufbauen kann.

Der Wetterbericht ist das Eine und das Wetter das Andere. Manchmal stimmt die Vorhersage, manchmal aber auch nicht. Obwohl wir 3 verschiedene Wetterberichte mit 5 Wettermodelle vergleichen, ist nur selten eine Übereinstimmung zu finden. Dieses Mal waren 4 von 5 für den Wind und die Welle, was uns dazu bewogen hat die Bucht zu verlassen.

 

20221028 4210 nach San Miguel
 das Ganze von Seeseite

 

20221028 4240 Cabo de Gata Arrecives
 Arrecife de las Sirenas am Cabo de Gata

 

 

20221028 4250 San Miguel Sonnenuntergang
 Sonnenuntergang vor San Miguel

 

 
Hier in San Miguel gibt es eine riesige Saline mit noch aktiver Salzgewinnung das wir uns die nächsten Tage ansehen wollen.

Wir ankern am Strand vor dem Torre de San Miguel. Das Wasser ist tiefer als auf der Seekarte eingezeichnet, wir fahren ein paar Kreise um den anvisierten Ankerplatz, um sicher zu stellen, das in unserem Schwoikreis das Wasser tief genug ist. Dann fällt der Anker auf 3,5 m unweit vom Strand. Wir paddeln an Land, für das kurze Stück brauchen wir keinen Motor und ohne Motor ist das Dinghi auch leichter auf den Strand zu tragen.
Am Strand liegen auch einige kleine Fischerboote, kaum größer als unser Dinghi.

20221031 4280 San Miguel
 die hatten auch schon bessere Tage gesehen

 

20221031 4290 San Miguel
 das ist schon eines der größeren Fischerboote

 

20221101 4420 San Miguel alte Winde mit Boot

 Winde zum herausziehen der Boote -
 übriggeblieben ist der Motor und die Welle

 

 

Auf dem Weg durch die Stadt kaufen wir Brot in einer Bäckerei. Ja, vom Backen bin ich schon seit einiger Zeit erlöst. Das letzte mal habe ich auf der langen Überfahrt von den Azoren nach Marokko gebacken. Seitdem gibt es ein reichhaltiges Angebot an Brot.
Den nächsten Tag schnüren wir unser Ränzel und machen uns auf den Weg zu den Salinen, wo es mehrere Aussichtspunkte und Flamingos geben soll. In den Salinen ist kein Wasser, wie es aussieht auch schon länger nicht mehr. Das hat wohl den Flamingos auch nicht so gut gefallen. Auf jeden Fall sind auch keine Flamingos zu sehen. Schade. Zwei große Berge an Salz bezeugen jedoch, dass hier doch Salz gewonnen wurde. Enttäuscht setzten wir uns an den Strand, essen etwas und entschließen uns noch weiter zu gehen bis zum Cabo de Gata.
Hier bestaunen wir das Kap mit seinen vielen vorgelagerten Felsen die "Arrecife de las Sirenas".
Dann machen wir uns wieder auf den Heimweg. Alexandras Schrittzähler bestätigt uns mit 18 km, dass wir zu recht müde sein dürfen.

 

20221031 4370 Cabo de Gata
 Arrecife de las Sirenas am Cabo de Gata

 

20221031 4400 Cabo de Gata
 Arrecife de las Sirenas am Cabo de Gata

 

 


Für Mittwoch 3. November ist wieder Wind aus Südost vorhergesagt, den wir für die Rückfahrt nach Almerimar nutzen wollen.
Wir hatten unseren Liegeplatz im Hafen eigentlich ab Oktober reserviert. Doch dann kam Sebastien zum Besuch womit wir unsere Ankunft auf Ende Oktober verschoben haben. Das Wetter wäre zwar noch schön und wir würden auch gerne noch weiter aber wir wollen unseren Platz in der Marina auch nicht verlieren. Mit etwas Wehmut heben wir den Anker zur letzten Fahrt für dieses Jahr. Mit einer leichten Briese und vollen Besegelung (Gennaker und Großsegel) nehmen wir Kurs auf Almerimar. An späten Nachmittag vertäuen wir die Molly an dem uns zugewiesene Liegeplatz.
Das war es für dieses Jahr. Einziger Lichtblick ist, das damit auch unser Besuch zu Hause näher gerückt ist.

 

20221102 4430 Aufbruch nach Almerimar
 Aufbruch zur letzten Fahrt für dieses Jahr

 

20221102 4440 nach Almerimar kein Wind
 Kurz vor dem Ziel verließ uns der Wind,
spiegelglatte See

 

20221102 4450 Almerimar Marina
 Einlaufen in die Marina Almerimar



Mit dem Vertäuen der Molly schlagen wir auch ein neues Kapitel auf. Ein großes Kapitel für mich und weniger für euch, Reinigen und Reparieren.
Die Liste mit größeren und kleinen Arbeiten scheint endlos.
Funkantenne auswechseln, Motorwartung, Logge einbauen, Zierstreifen erneuern, …… und vieles, vieles mehr.

20221106 4580 Almerimar Liegeplatz
 unser Liegeplatz, verführerisch vor einer Tapas Bar

 

 

20221104 4470 Almerimar Hafenbro im alten Leuchtturm
 Das Hafenbüro im alten Leuchtturm

 

Das Wetter wird zunehmend unbeständiger und die Temperaturen fallen langsam aber stetig. Immer häufiger gibt es Tage mit stärkerem Wind und auch ein paar Wolken. Wenn die Sonne scheint, hat sie noch Kraft und heizt die Luft auf 25°C auf, wobei das Thermometer morgens Mühe hat die 19° Marke zu erreichen. Für Deutschland ist das sicherlich Jammern auf hohem Niveau, doch waren wir schon in Gegenden wo diese Temperaturen bitte kalt sind.

Das ist eine gute Zeit, anzufangen die endlose Liste abzuarbeiten. Zumindest mit den Arbeiten die man schon in der Marina machen kann. Und davon gibt es genug.
Für den 5. Dezember haben wir unseren Krahn Termin gebucht. Wir sollen pünktlich um 8 Uhr dort sein. Das wird dann unsere letzte Fahrt für dieses Jahr und die ist nur um die Ecke zum Krahn. Doch freuen wir uns auch wieder einmal nach Hause fliegen zu können.

Für den 5. Dezember haben wir unseren Krahn Termin gebucht. Das wird dann unsere letzte Fahrt für dieses Jahr und die ist nur um die Ecke zum Krahn.

Unsere To-do-Liste wird langsam aber sicher kleiner. Zeitweise wurde sie, trotz der erledigten Arbeiten immer länger. Ich fand beim während der einen Arbeit noch zwei andere Baustellen. Doch so langsam näheren wir uns dem Ende, zumindest dem Ende den wir im Wasser erledigen können.
Leinen waschen, Silikonfugen erneuern, ein paar Abwasserschläuche erneuern, Zierstreifen ab radieren, Macken im Gelcoat ausbessern,….

 

 Zwischendurch bleibt auch etwas Zeit für ein paar Ausflüge, wie eine Wanderung zu einem Salzwassersee auf dem es Flamingos gibt. Anfangs laufen wir über eine felsige Westernscenerie, doch dann zwischen Steppe und Meer ist der See zu erkennen.

20221105 4510 Almerimar Wanderung zu den Flamingos
 entlang einer felsigen Steppenlandschaft mit dem Salzsee im Hintergrund

 

20221105 4540 Almerimar Wanderung zu den Flamingos
 Die Flamingos, fangen gerade an sich zu verfärben

 

 

20221105 4560 Almerimar Wanderung zu den Flamingos
 

 

20221105 4570 Almerimar Wanderung zu den Flamingos
 eine größere Ansammlung, jedoch in sicherer Distanz

 

Gestern 21. November, ist das Barometer am Nachmittag um 8 mBar gestiegen und am Abend bekamen wir die Auswirkungen. Der Wind pfeift mit
56 kt durch den Hafen. Die Molly zerrt an den Leinen und neigt sich in den Böen etwas zur Seite. Der Wetterbericht hat diesen Wind auch angekündigt, somit kam er so oder so nicht überraschend und die Molly war gut vertäut.



Nebenbei recherchieren wir fleißig zur aktuellen Situation der Orcas, die von Gibraltar, über die portugiesische und spanische Küste bis hoch nach Galicien ihr Unwesen treiben. 2019 registrierte man die erste Fälle, dass Orcas vornehmlich Segelboote bis 15 m Länge angegriffen haben. Hierbei handelt es sich um ca. 50 Schwertwale, den so genannten iberischen Orcas. Sie folgen ihrer Hauptbeute, dem Roten Thunfisch, die von Juni bis August durch die Straße von Gibraltar ins Mittelmeer zu laichen ziehen. Anschließend ziehen sie wieder nach Norden bis in die Biskaya.
Orcas werden um die 8 m lang und erreichen ein Gewicht von 9 to.
Bevorzugt beißen sie in das Ruderblatt und rütteln daran, schieben das Boot mit ihrer enormen Kraft im Kreis oder stoßen in den Rumpf. Meist endet das Spiel für die Orcas mit massiven Schäden an den Schiffen.
Da wir im nächsten Jahr wieder nach Hause segeln wollen, recherchieren wir, wie wir einen solchen Zwischenfall vermeiden können.
Die meisten Zwischenfälle ereigneten sich in küstennahen Gewässern im Abstand von 5 – 15 sm bei schönem Wetter. In diesen Bereichen beträgt die Wassertiefe meist unter 50 m.
Als Abwehrmaßnahmen habe ich bislang nur von einer wirksamen gelesen. Einfach reichlich Sand am Heck des Schiffes ins Wasser streuen. Sandhaltiges Wasser meiden die Orcas, da sie es nicht an ihrem Atemloch mögen.

 

Inzwischen ist Dezember, der Kalender sagt es ist Advent und bald auch Weihnachten. In dem ein oder anderem Laden erklingt auch mal ein Weihnachtslied, doch sieht man hier keinen Weihnachtsschmuck oder gar Weihnachtsbeleuchtung. Somit kommt auch keine richtige Weihnachtsstimmung auf. Da war auf Jamaika mehr weihnachtliche Stimmung.
Wir vermissen das im Augenblick auch nicht sonderlich, da unser Augenmerk sehr stark auf die lange Liste der Arbeiten fixiert ist.

Mit der Sonne ist es noch immer T-Shirt-Wetter, obwohl hoch in dem Bergen schon Schnee liegt. Die Heizung brauchen wir nur früh morgens für ein gemütliches Frühstück.

20221204 4610 Almerimar Liegeplatz
immer noch am gleichen Fleck, die Sonne scheint aufs Vorschiff

 

 

20221116 4600 Almerimar mit Wind
es geht auc anders, 47 kt Wind pfeifen durch den Hafen, da habe ich noch ein paar Leinen zusätzlich gelegt.

 

 

 

 


Am 5 Dezember, früh morgens um 8:30 Uhr wird die Molly aus dem Wasser gehoben und an Land gestellt. Mit einem Hochdruckreiniger abgewaschen und mit vier Böcken auf jeder Seite steht sie hoch oben da, mitten unter all den anderen Booten. Es gibt noch viel zu tun, bevor wir nach Deutschland fliegen dürfen. Da bleibt auch nicht viel Zeit zu schreiben, zudem gibt es auch nicht viel zu berichten. Es interessiert glaube ich kaum,  dass ich den Propeller abgebaut habe, welche Schraube sich nicht öffnen ließ oder der Auslasskrümmer unseres Dieselmotors verrußt war, eine neue Logge eingebaut wurde, ..... . 

 

20221205 4650 Almerimar Auskrahnen
es ist soweit, in kürze wird die Molly aus dem Wasser gehoben

 

20221205 4670 Almerimar Auskrahnen
eine Fahrt über Land zum Stellplatz für die nächsten 3 Monate

 

20221205 4680 Almerimar Auskrahnen
hier soll wir bleiben

 

202212057 4720 Almerimar Molly auf dem Bock
mit je vier Böcken links und rechts steht sie hoch an Land

 

Das Vorsegel ist schon abgeschlagen und verpackt, das Großsegel bleibt, ist aber schon gut verschnürt, nur das Sonnendach werden wir noch abmachen bevor wir gehen. So ist die Molly gut vorbereitet, falls doch mal ein paar stärkere Wind kommen, wenn wir nicht da sind.


Die weihnachtliche Stimmung heben wir uns für zu Hause auf und freuen uns mit den Kindern auf einen Bummel durch den Weihnachtsmarkt.

In diesem Sinne,
wünschen wir schöne Weihnachtstage und ein gesundes Neues Jahr.
Wer möchte kann im neuen Jahr wieder etwas lesen.

 

 

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vielen Dank für die Aufmerksamkeit

 

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